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Solingen: Konsumgütermesse Ambiente mit weniger Besuchern

Solingen/Frankfurt : Weniger Besucher – dennoch gute Laune

Am Dienstag ging die internationale Konsumgütermesse Ambiente zu Ende. Oberbürgermeister Tim Kurzbach hatte zusammen mit Wirtschaftsförderer Frank Balkenhol tags zuvor die meisten Solinger Firmen in Frankfurt besucht.

Deutlich weniger Besucher verzeichnete die internationale Konsumgütermesse Ambiente auf dem Frankfurter Messegelände, die am Dienstag zu Ende ging. Am Tag zuvor hatten Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach und der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, Frank Balkenhol, einen Großteil der insgesamt 28 klingenstädtischen Schneidwaren-und Besteckunternehmen in der Mainmetropole an ihren Messeständen besucht.

„Die Unternehmen hatten überraschend bessere Laune gehabt, als es die Besucherzahlen hätten erwarten lassen“, berichtet Frank Balkenhol. „Es gab zwar deutlich weniger Messekontakte für die Firmen, dafür aber sehr gute“, ergänzt der Wirtschaftsförderer

Das Sturmtief Sabine, insbesondere aber auch der Coronavirus beeinträchtigten die Ambiente, die am vergangenen Freitag eröffnet worden war und traditionell auch als Treffpunkt der überwiegend in Solingen ansässigen Schneidwaren- und Besteckebranche gilt. Grund genug für den Oberbürgermeister, die Solinger Unternehmen nicht nur an den Messeständen zu besuchen. Am Montagabend lud Tim Kurzbach die Firmenvertreter auch zu einem Empfang in der Messehalle 3 ein.

„Es wurden gute Gespräche geführt“, so Wirtschaftsförderer Frank Balkenhol mit Blick auf Themen wie Absatzmärkte, Wettbewerb, Internationalisierung, Digitalisierung und auch Investitionen. Kurzbach und Balkenhol unterstrichen mit ihrem Besuch die Bedeutung der Messe für die Solinger Aussteller. Zumal der Schneidwaren- und Besteckbereich – gemessen an der Branchenstruktur – nach Umsatzanteilen mit 22,9 Prozent den Spitzenplatz einnimmt, gefolgt vom Fahrzeugbau (20 Prozent).

Trotz einiger erheblicher Schwankungen im Jahresverlauf konnte die Schneidwaren- und Besteckbranche im Jahr 2019 einen Gesamtumsatz in Höhe von knapp 2,4 Milliarden Euro erzielen – und damit gegenüber 2018 ein Plus von 1,3 Prozent einfahren. Zu diesem guten Ergebnis beigetragen hat insbesondere die Schneidwarenindustrie, deren Umsätze um 4,9 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro stiegen.

Dagegen mussten die Besteckunternehmen Umsatzeinbußen von rund zwei Prozent auf 167 Millionen Euro hinnehmen. Die Hersteller von Haushalt-, Küchen- und Tafelgeräten lagen ebenfalls im Minus, sie mussten Umsatzeinbußen von drei Prozent auf 921 Millionen Euro verkraften.

Das deutliche Plus für die Schneidwarenhersteller kam vor allem durch den Export zustande. Etwas mehr als die Hälfte des Umsatzes (52 Prozent) wurden im Ausland erzielt.

Christine Kelch, Geschäftsführerin von triangle. Foto: Uwe Vetter

Trotz weniger Besucher „hatten wir alle Hände voll zu tun“, sagt Christine Kelch. Die Geschäftsführerin der Firma ­triangle von der Friedenstraße war dementsprechend zufrieden mit der Ambiente: „Die Messe war super, wir haben eine gute Resonanz erlebt“, lautet die Bilanz von Christine Kelch nach den fünf Messetagen.

Auch der Vorsitzende des Industrieverbandes Schneid- und Haushaltswaren (IVSH), Hartmut Gehring, zog am Dienstag ein positives Messe-Fazit: „Besser als wir erwartet hatten“, sagte Gehring im Gespräch mit unserer Redaktion. Gleichwohl zählten Hartmut und sein Bruder Volker Gehring gut 20 Prozent weniger Besucher am Stand des Gräfrather Unternehmens als im Vorjahr. Das trübte das Messeergebnis für das Unternehmen von der Tersteegenstraße allerdings nicht.

Denn Hartmut und Volker Gehring – Letzterer ist im Familienunternehmen vor allem für das Design zuständig – waren auch sehr stolz darauf, dass ihnen in Frankfurt ein weiterer Design-Preis überreicht wurde: Für die Messerserie Prime gab es den German Design Award in der Katgorie „Excellent Product Design“.