Solingen: Klinik-Mitarbeiter demonstrieren

Klinikum Solingen: Mitarbeiter demonstrieren gegen Kooperation mit Leverkusen

Belegschaft wehrt sich gegen Kooperation mit dem Klinikum Leverkusen.

Sie haben ihrem Ärger lautstark Luft gemacht: Über 100 Mitarbeiter des Städtischen Klinikums Solingen versammelten sich gestern zu einer „aktiven Mittagspause“ vor dem Haupteingang des Krankenhauses, um gegen die geplante Kooperation mit dem Klinikum Leverkusen zu demonstrieren. „Wir bleiben hier!“, skandierten sie mit Rasseln und fanden auf Plakaten deutliche Worte für die aktuellen Pläne des Klinikums: „Standhaft gegen Profitgier – unsere Wäscherei bleibt hier!“ oder „Outsourcing – nicht mit uns!“ hieß es dort in großen Lettern.

Weil das Solinger Klinikum ebenso wie das Haus in Leverkusen rote Zahlen schreibt, sucht die Geschäftsführung nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit, um Kosten zu sparen und den Klinikbetrieb effizienter zu gestalten. So erstellt die in Münster ansässige Unternehmensberatung ZEB zurzeit ein Gutachten darüber, wie eine Kooperation konkret aussehen könnte. Im Gespräch sind vorerst vier Abteilungen – das Labor, die Wäscherei, die Pathologie und die Radiologie, die möglicherweise von den Plänen betroffen und in Leverkusen bereits ausgegliedert sind. Unter den Beschäftigten geht nun die Angst um, dass ihre Abteilungen auseinandergerissen und auf zwei Standorte verteilt oder ebenfalls ausgegliedert werden könnten.

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„In Leverkusen gibt es teilweise niedergelassene Großpraxen, die für das Klinikum nur als angekaufte Dienstleister agieren“, erklärt Gewerkschaftssekretär Till Düwel die Situation. „Die Beschäftigten haben einfach Angst um ihren Job oder befürchten, zu schlechteren Konditionen arbeiten zu müssen.“ Was viele ärgert, ist die Kommunikationspolitik der Geschäftsführung, die einige Mitarbeiter als eine Art „Salami-Taktik“ empfinden, bei der ihnen die unbequeme Wahrheit scheibchenweise verabreicht wird: „Man hat nicht mit uns gesprochen, sondern wir haben von den Plänen aus der Presse erfahren“, empört sich ein Mitarbeiter der Radiologie, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Kurz vor Weihnachten hat man sich mit der Veröffentlichung ja noch zurückgehalten. Jetzt kommt heraus, dass die Pläne schon lange in der Schublade der Führungsriege liegen.“ Nach den vier genannten Abteilungen stünden auch die die Physiotherapie und die Küche in der Kooperation zur Diskussion.

Beim Klinikum hieß es auf Anfrage, dass mit Ergebnissen des Prüfprozesses erst in der Hälfte des zweiten Quartals zu rechnen sei.

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