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Solingen: Keine Oster-Ruhe im Impfzentrum

Corona-Pandemie in Solingen : Keine Oster-Ruhe im Impfzentrum

Im April sollen im ehemaligen Kaufhof-Gebäude täglich 400 bis 500 Impfungen vorgenommen werden. 1000 wären bei mehr Impfstoff aber möglich.

Oster-Ruhe wird es im Impfzentrum im ehemaligen Kaufhof-Gebäude nicht geben. „Wir impfen weiter an sieben Tagen die Woche – auch über die Osterfeiertage“, sagt Udo Stock. „Und zwölf Stunden am Tag“. Der Leiter des Impfzentrums ist zudem zuversichtlich, dass im April mehr Impfdosen zur Verfügung stehen.

Denn gerade einmal 15.136 Solinger und damit noch nicht einmal zehn Prozent der Stadtbevölkerung haben drei Monate nach dem Start der Impfungen am 27. Dezember vergangenen Jahres eine Erstimpfung erhalten. 7547 Personen wurden laut Stock bereits ein zweites Mal geimpft.

Diese mickrige Bilanz liegt allerdings nicht am Willen und Wollen des Impfzentrum-Teams, sondern einzig und allein am lediglich begrenzt zur Verfügung stehenden Impfstoff. „Im April werden wir 400 bis 500 Impfungen täglich vornehmen. Wir wären aber in der Lage, 1000 Impfungen am Tag zu leisten.“

Während Solingen bei den Impfungen der über 80-Jährigen „langsam auf die Zielgeraden einbiegt“, sollen ab dem 6. April  (Terminvereinbarungen) beziehungsweise 8. April (erste Impfungen) nun auch Personen über 70 Jahre ins Impfprogramm einbezogen werden. „Es wird jahrgangsweise zum Impfen aufgerufen. Es können hier zudem Termine für die Lebenspartner, auch wenn sie jünger sind, gleich mit vereinbart werden“, erklärt Udo Stock.

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Darüber hinaus werden Menschen der Pflegegrade 4 und 5 unabhängig vom Alter sowie bettlägerige Personen über 80 Jahre ab sofort von niedergelassenen Ärzten zu Hause geimpft. Sie sollten mit ihren Hausärzten Kontakt aufnehmen. Auch die Personengruppe der Menschen mit Vorerkrankungen bekommt ab 6. April ein Impfangebot. Solingen erkennt die Atteste der Ärzte an. Es braucht laut Udo Stock keine Schleife über die Rentenversicherung.

Angesichts weiter steigender Corona-Zahlen kündigt Oberbürgermeister Tim Kurzbach an, dass der Krisenstab auch über die Osterfeiertage im Einsatz sein wird. „Wir analysieren die Situation mit steigenden Zahlen intensiv. Es kann durchaus sein, dass wir auch wieder Inzidenzwerte über 200 bekommen werden“, sagt Kurzbach. Er appelliert deshalb an jeden Einzelnen, „sich zurückzuhalten und Kontakte zu vermeiden“.

Von größter Wichtigkeit ist es für den Verwaltungschef, „vom Land verständliche und einheitliche Regeln zu bekommen, um dann für Solingen entscheiden zu können, was zu tun ist“. Rechtsdezernent Jan Welzel rechnet jedenfalls damit, dass die Coronaschutz-Verordnung des Landes NRW verschärft werden wird.

Wobei für Kurzbach und Welzel die Perspektive, Modellkommune für kontrollierte Öffnungen zu werden, durchaus gegeben ist. Solingen will sich mit mit den bergischen Nachbarn Remscheid und Wuppertal bewerben und hofft auf den Zuschlag des Landes nach den Ostertagen.

Noch hat das Land NRW nicht entschieden, welche Regionen Modellkommunen werden könnten. Oberbürgermeister Tim Kurzbach verwies in diesem Zusammenhang aber auf ein Zitat von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die hatte laut Kurzbach am Donnerstag gesagt, dass es keinem Bürgermeister und Landrat verwehrt werden könne, dass zu tun, was in Tübingen oder Rostock gemacht werde. Also Öffnungen, begleitet von Schnelltests und sogenannten Tagestickets, überdies strenge Schutzmaßnahmen. „Wir werden das aber gleichwohl nicht leichtfertig in Solingen umsetzen, sondern nur dann tun, wenn es verantwortbar ist“, betont Tim Kurzbach. Hier müssten zuvor neben dem Inzidenzwert, der R-Wert oder unter anderem die Auslastung der Intensivbetten in den Kliniken mit in Betracht gezogen werden. Kurzbach: „Nach einem Jahr Pandemie ist es zu wenig, wenn man nur alles schließt oder alles öffnet.“