Solingen: Keine Film-Drehs mehr auf Rasspe-Areal

Industriebrache in Solingen : Keine Film-Drehs mehr auf Rasspe-Areal

Die 6,5 Hektar große Industriebrache in der Kohlfurth wird ab September nicht mehr als Filmkulisse dienen. Der Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung erarbeitet eine Ausschreibung für die Abrissarbeiten.

Im April gab es auf dem Gelände der Industriebrache Rasspe einmal mehr Filmaufnahmen. „Damit ist ab September Schluss“, sagt der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, Frank Balkenhol, und ergänzt: „Wir wollen jetzt Ruhe auf dem Gelände haben.“ Denn hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen für das künftige High-Tech-Gewerbegebiet „Stöcken 17“ in der Kohlfurth auf Hochtouren. „Wir haben für den Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung viele kleine Hausaufgaben bisher erledigt, damit der AAV eine Ausschreibung machen kann“, sagt Balkenhol.

Da geht es um den Verlauf von Erschließungsstraßen, oder wo und was abgerissen werden soll auf dem Gelände der Industriebrache. Und um Natur- und Umweltschutz. Denn auf der Brache in der Kohlfurth wurden Schleiereule, Waldkauz und Fledertiere gesichtet. Für die musste der Rasspe-Projektleiter der Wirtschaftsförderung, Michael Schwebel, in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station alternative Nistplätze finden, anlegen und angeben. „Wir haben alle Hausaufgaben gemacht, jetzt kann der AAV die Ausschreibung zusammen mit einem üppigen Leistungsverzeichnis erarbeiten“, sagt Frank Balkenhol.

Bis auf das denkmalgeschützte frühere Verwaltungsgebäude und ein dahinter liegendes Solitärgebäude werden auf dem Rasspe-Gelände wohl alle Gebäude abgerissen. „Anfang 2020 wird es dafür wohl erste Vergaben geben“, sagt der Wirtschaftsförderer. Mit dem Abbruch allein ist es aber nicht getan. Vielmehr muss unter anderem auch kontaminierter Boden fachgerecht entsorgt und entschieden werden, welcher Bauschutt vor Ort wieder verwendet werden kann. „Das ist eine richtig komplexe Herausforderung“, sagt Balkenhol mit Blick auf die Aufgaben des Verbandes für Flächenrecycling und Altlastensanierung.

Voraussichtlich ein Jahr werden alle diese Arbeiten in Anspruch nehmen, danach folgen Straßenbau und Kanalregulierung. „Im Laufe des Jahres 2022 wäre das Gelände dann für die Neubebauung bereit“, schätzt Balkenhol. Für den denkmalgeschützten alten Verwaltungstrakt des früheren Landmaschinenherstellers Rasspe sucht die Wirtschaftsförderung bereits jetzt einen Käufer, der dann auch die dort notwendigen Sanierungen vornimmt. Auf dem Weg ist auch das Bebauungsplan-Verfahren, die frühzeitige Bürgerbeteiligung ging im Februar über die Bühne.

◁ Viele Gebäude auf dem rund 6,5 Hektar großen Gelände werden abgerissen. Nur der alte Verwaltungstrakt und ein Solitärgebäude dahinter bleiben stehen. Foto: Guido Radtke
▷  Das ehemalige Rasspe-Gelände in Stöcken diente schon oft als Film-Kulisse. Auch Teile der Erfolgsserie „Babylon Berlin“ wurden hier gedreht. Damit ist jetzt Schluss. Foto: Meuter, Peter (pm)

Dass überhaupt ein neuer Bebauungsplan erstellt werden muss, liegt auch daran, dass die Gebäude in der Kohlfurth seit 2009 überwiegend leerstehen. „Es sind Lösungen für Mobilität und Verkehr gefragt, Anwohner können sich auch vorstellen, dass auf dem Gelände ein Café beziehungsweise ein Restaurant zum Zuge kommt“, erzählt Balkenhol. Ziel ist es, auf dem rund 6,5 Hektar großen Gelände in Stöcken binnen eines knappen Jahrzehnts einen Businesspark aufzubauen, in dem innovative Firmen neue Produkte entwickeln und sich gegenseitig unterstützen könnten. Die Wirtschaftsförderung denkt hier an „Künstliche Intelligenz in den Bereichen Mikrologistik, Automotive und unter anderem auch an Forschungsinstitute. „Arbeitsintensive Unternehmen wären sehr schön“, sagt Frank Balkenhol, „denn desto belebter wird dadurch das Gelände“.