Solinger zahlen lieber digital als in bar Kartenzahlungen nehmen weiter zu

Solingen · Selbst kleinere Beträge werden immer öfter mit Girokarten beglichen. Bargeldabhebungen an Geldautomaten und in Filialen nehmen bei Stadt-Sparkasse ab. Bei der Volksbank im Bergischen Land ist Bargeld dagegen weiter gefragt.

 Einfach die Karte an das Lesegerät halten – in Sekundenbschnelle wird so die Rechnung bezahlt.

Einfach die Karte an das Lesegerät halten – in Sekundenbschnelle wird so die Rechnung bezahlt.

Foto: dpa/Georg Wenzel

Bargeld lacht – heißt es beim versierten Monopoly-Spieler, wenn es gilt, den Gegner keinen Kredit zu gewähren, stattdessen ihn aber zwingt, sich von Immobilien zu trennen, wenn er des Gegners teure Wohnviertel „besucht“ und zahlen muss. Nur so findet das beliebte Spiel bei entsprechendem Würfelglück ein Ende.

Bargeld erfreut sich zwar weiter einer großen Beliebtheit – bei den Deutschen insgesamt, so auch bei den Solingerinnen und Solingern. Doch die Zahl derer, die statt barer Münze lieber die Karte zücken, steigt. Selbst bei Kleinbeträgen. „Ein Trend der Zeit“, sagt der Sprecher der Stadt-Sparkasse Solingen, Martin Idelberger. Selbst die Rechnung für nur wenige Brötchen beim Bäcker wird oft bargeldlos erledigt. „Während der Corona-Pandemie hat die Kartenzahlung einen Schub erfahren“, sagt Idelberger.

2023 haben Verbraucherinnen und Verbraucher nach Angaben der Euro Kartensysteme GmbH – ein Gemeinschaftsunternehmen der Banken und Sparkassen – bundesweit etwa 7,5 Milliarden Mal mit der Girocard gezahlt. Das war gegenüber dem Jahr 2022 ein Anstieg um rund elf Prozent. In vier von fünf Fällen wird bereits ohne Eingabe der Geheimnummer (Pin) gezahlt. Der Vorgang ist mehr als einfach: An der Supermarkt-Kasse, in der Getränkehalle oder an der Tankstelle muss die Girokarte lediglich an ein Lesegerät gehalten werden. In Sekundenschnelle ist die Rechnung bezahlt. Das klappt auch beim Bäcker oder Metzger reibungslos, sofern sie diesen Service anbieten.

Mit den Sparkassen-Cards des Solinger Kreditinstituts wurden im Jahr 2022 insgesamt rund 8,9 Millionen Zahlungsvorgänge registriert. Das entspricht etwa 24.400 Zahlungsvorgängen am Tag, durchschnittlich 38,29 Euro betrug die durchschnittliche Zahlung. Im vergangenen Jahr ist die Zahl auf 10,2 Millionen Transaktionen gestiegen – rund 28.000 Transaktionen pro Tag. Durchschnittlich 36,90 Euro betrug der Durchschnittsbon der Girocard.

Der Anteil der kontaktlosen Zahlungen (Karte auf das Gerät halten und nicht einstecken) lag 2023 bei 86 Prozent. Ein Jahr zuvor bei 81 Prozent. „In diesen Zahlen nicht enthalten sind die Zahlungen per Handy – gerade bei jüngeren Leuten sehr beliebt“, erklärt der Sparkassen-Sprecher.

Die deutliche Zunahme der Karten- und auch Handyzahlungen ist auch durch eine technische Verbesserung möglich geworden. So wurden vor einigen Jahren die Zahlungskarten mit einem sogenannten NFC-Chip ausgestattet. Die Abkürzung steht für den englischen Begriff Near Field Communication. Der bezeichnet einen Übertragungsstandard zum drahtlosen Austausch von Daten über wenige Zentimeter.

Mit dem Chip sind auch viele Smartphones ausgestattet. Kontaktlos bis zu 50 Euro bezahlen ist hier kein Problem. Erst nach insgesamt 150 Euro und maximal fünf Zahlungsvorgängen muss man die Pin eingeben, bevor das schnelle kontaktlose Zahlen wieder funktioniert.

Auch bei der Volksbank im Bergischen Land mit mehreren Filialen in Solingen und Remscheid sowie darüber hinaus in Wuppertal, Burscheid, Haan, Hilden, Mettmann, Hückeswagen, Radevormwald, Schwelm, Velbert und Wermelskirchen wird die Kartenzahlung bei den Kunden immer beliebter. „Auch wir können den Trend zur zunehmenden Zahlung mit Girocard beziehungsweise Debitkarte bestätigen“, sagt Kristina Hellwig von der Genossenschaftsbank. 2022 wurden bei den Kunden 2.919.998 Girocard-Zahlungen registriert, im vergangenen Jahr waren es bereits 3.292.839 – somit eine Steigerung von etwa 12,7 Prozent.

Die Volksbank-Kunden im Bergischen Land setzen aber auch weiter aufs Bargeld. Im Vergleich zum Jahr 2022 stieg 2023 der Bargeldbezug insgesamt (Geldautomaten und Filialen) um 3,47 Prozent.

Einschränkungen bei der Kartenzahlung gibt es allerdings hin und wieder. In dem einen oder anderem Geschäft ist Kartenzahlung erst ab einem bestimmte Betrag möglich. Oder überhaupt nicht: In bestimmten Gastronomiebetrieben heißt es: Kartenzahlung nicht möglich.

Da heißt es dann Geldscheine und Münzen auf den Tisch legen, ob man das nun antiquiert findet oder auch nicht. Die Bargeldautomaten der Stadt-Sparkasse sind allerdings trotz gestiegener Kartenzahlungen immer noch gut ausgelastet. Im vergangenen Jahr wurden immerhin 1,924 Millionen Abhebungen an den Automaten vorgenommen. Durchschnittlich 199 Euro wurden von den Geräten abgebucht. 2022 waren es noch 1,961 Millionen Verfügungen am Geldautomaten mit einem Durchschnittsbetrag in Höhe von 192 Euro.

Vermehrte Kartenzahlungen führen auf den Kunden-Konten zu mehr Bewegungen und Buchungen. Sparkassen-Sprcher Martin Idelberger vesichert aber: „Eine Gebührenerhöhung ist deswegen nicht geplant. Das ist alles im Basispreis inbegriffen.“

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