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Solingen: Karnevalisten feierten in der Festhalle

Karneval : Jecken feiern neues Prinzenpaar

Sascha I. und Gudrun I. sind offiziell im Amt. Bei der Prinzenproklamation in der Ohligser Festhalle erhielten die Solinger Tollitäten der Session 2018/19 am Samstag die Insignien ihrer Macht.

Gegen 21.15 Uhr hatte das Warten ein Ende: Zur Musik von Robbie Williams aus den Boxen bahnten sich die beiden Regenten den Weg durch Konfettiregen und jubelnde Jecken. „Das war ja noch besser als wir uns das vorgestellt hatten“, sagte wenig später, auf der Bühne angekommen, der strahlende Prinz. Sascha Wurth muss in den nächsten Monaten als Sascha I. angeredet werden, Gudrun Hörning als Prinzessin Gudrun I.

Bevor die neuen Tollitäten des Solinger Karnevals aber ihre närrischen Untertanen begrüßen konnten, mussten sich die Gäste der Prinzenproklamation in der Ohligser Festhalle wie üblich noch gedulden. Joachim Junker, Vorsitzender – und neuerdings Ehrenvorsitzender des Festausschusses Solinger Karneval – begrüßte am frühen Samstagabend die Führungskräfte sämtlicher Vereine und Gruppen aus dem Solinger Karneval.

Allein das erforderte angesichts der Vielzahl an Akteuren eine Menge Kondition. Erholen konnte sich der souveräne Moderator von der ausgiebigen Vorstellungsrunde beim anschließenden Vortrag von Wolfgang Trepper. Laut und derb nahm der Duisburger Kabarettist neue und alte Erziehungsstile aufs Korn, schwelgte in Jugenderinnerugen und ließ das Publikum Elternsprüche à la „So lange Du Deine Füße unter meinen Tisch stellst...“ mitsprechen.

Dass „I can`t get no satisfaction“ auch als Klatschmarsch funktioniert, zeigte sich wenig später, als die Tanzgruppe Klingenstadt in den Saal einzog – und in den Farben der US-amerikanischen Flagge über die Bühne wirbelte.

Und dann galt es ja auch noch, die Tollitäten der vergangenen Session würdevoll zu verabschieden. Prinz Michael I. und Daniela I., die nun wieder ihren bürgerlichen Nachnamen Kotlenga tragen, blickten auf ihre Erlebnisse während der fünften Jahreszeit 17/18 zurück und dankten allen Mitstreitern: „Wir nehmen einen Riesensack an tollen Erinnerungen mit“, sagte der ausgeschiedene Prinz.

Noch war aber nicht die Zeit für ihre Nachfolger gekommen: Erst heizte Entertainer und Sänger Dirk Elfgen, ausgestattet mit Gitarre und Keyboard, die Stimmung weiter an: Beim Udo-Jürgens-Medley und Fetenhits aus der Neuen Deutschen Welle hüpften die ersten Jecken auf die Sitze – genau die richtige Einstimmung auf die eigentliche Proklamation.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach verlieh Sascha I. und Gudrun I. schließlich die Insignien ihrer Macht: Fünf Federn, von „glücklichen Goldfasanen aus dem Vogelpark“, wie Joachim Junker einschob, steckte der erste Bürger der Stadt an die Narrenkappe des Prinzen, hinzu kamen Zepter und Prinzenkette. Blumen gab es für die strahlende Prinzessin. Die Tollitäten, die beide zur Prinzengarde Blau-Gelb Ohligs gehören, werden das närrische Volk durch die lange Session geleiten – und können dabei ihre ganze jecke Erfahrung in die Waagschale legen. Gudrun I. (70) hatte mit den Jecken vom Schlagbaum lange am Rosenmontagszug teilgenommen. Als „Geburt an jeck“ bezeichnet sich auch Sascha I. (41). „Volle Säle“, wünscht sich das Prinzenpaar für die Session, freut sich aber auch auf karitative Veranstaltungen: „Es liegt uns am Herzen, auch zu den Menschen hinzugehen und ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern“, sagte Sascha I.

Dann waren wieder Schunkeln und Mitsingen angesagt: Mit den „Filiue“ aus Köln ging es stimmungsvoll hinein in die Nacht. Ein weiteres besonderes Paar würdigte Kurzbach übrigens neben den Tollitäten: Blumen gab es nämlich auch für Joachim Junkers Ehefrau Karin. „Mindestens die Hälfte von seinem Ehrenvorsitz im Festausschuss“, lobte sie der Oberbürgermeister , „gehört Dir.“