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Solingen: Juwelier Leiber feiert Jubiläum

Jubiläum : Juwelier Leiber seit 175 Jahren in der City

Das Glockenspiel an der Hausfassade des Geschäftes an der Ecke Linkgasse/Hauptstraße ist ein Markenzeichen.

Das Glockenspiel am Haus des Juwelier-Geschäftes Leiber an der Ecke Linkgasse/Hauptstraße ist ein Markenzeichen. Im Frühjahr 2014 sorgte es für Schlagzeilen, als sich ein Nachbar über den lauten Glockenschlag ärgerte und vor Gericht zog. Er scheiterte – das Amtsgericht attestierte dem Glockenspiel „einen prägenden Charakter für das Innenstadtbild“. Auch der Lärmpegel befinde sich im zulässigen Bereich.

Diese Episode der Firmengeschichte liegt vier Jahre zurück. Die Historie des Unternehmens ist gleichwohl um etliche Jahre länger: Das Einzelhandelsunternehmen feiert in diesen Tagen das 175-jährige Bestehen und ist damit nach dem Fachgeschäft Heyderhoff an der Kölner Straße mit das älteste Einzelhandelsunternehmen in Solingen. „Wir waren bereits an verschiedenen Standorten, aber immer in der City“, sagen Annette und Andreas Köster. Vom 1. bis 15. September wird das Jubiläum gefeiert „mit tollen Angeboten und 17,5 Prozent auf alles“.

1843 wurde der Betrieb vom Uhrmacher Friedrich Wilhelm Höhmann gegründet. Dessen Witwe führte die Geschäfte mit ihrem neuen Ehemann Franz Borggreve bis zum 31. Oktober 1909 weiter. Am 1. November 1909 übernahm der Großvater der heutigen Inhaberin Annette Köster, Gustav Leiber, den Betrieb, der heute noch seinen Namen trägt. Dessen Sohn Erich Leiber leitete die Geschicke der Firma von 1935 bis zum Ende 1989. Seit dem 1. Januar 1990 ist Annette Köster die Komplementärin der Gustav Leiber KG. Sie ist die fünfte Generation im Betrieb, der damals wie heute Uhren verkauft und repariert.

Aber auch Goldschmiedearbeiten werden angeboten. „Trauringe bilden heute den wichtigsten Bereich“, sagen Annette und Andreas Köster. Seit 1995 wurde dieser Bereich kontinuierlich ausgebaut und das „Trauringstudio Solingen“ in der ersten Etage entwickelte sich zu einem der führenden Anbieter im Bergischen Land.

Annette und Andreas Köster sind kaufmännisch „vorbelastet“: Während die Inhaberin eine Lehre zur Bankkauffrau bei der Stadt-Sparkasse absolvierte, hat ihr Mann Betriebswirtschaftslehre studiert. Beide wissen: „Die Beschäftigung mit betriebswirtschaftlichen Kennzahlen ist genauso wichtig wie die Umsetzung und Pflege des Handwerks.“

Ein Geschäft in der Solinger Innenstadt zu betreiben, ist heutzutage nicht einfach. „Das Internet ist der größte Innenstadtkiller“, sagt Andreas Köster. Dennoch hat das Juweliergeschäft Leiber eine Perspektive, wenn „ein wirtschaftlich tragbares Konzept“ umgesetzt wird. Eine Weitergabe des Geschäfts an eine ihrer drei Töchter kommt indes nicht infrage, zumal sie alle beruflich anders unterwegs sind. Von daher wird „ein ambitionierter Mensch“ gesucht, der sich dieser Aufgabe zusammen mit Annette und Andreas Köster stellen will.