1. NRW
  2. Städte
  3. Solingen

Solingen: Investor will Rasspe-Abriss in der Kohlfurth stoppen

Tauziehen in Solingen : Investor will Rasspe-Abriss in der Kohlfurth stoppen

Auf dem Gelände der ehemaligen Landmaschinenfabrik Rasspe in der Kohlfurth sind die Abrissarbeiten im vollen Gang. Nun meldet sich überraschend ein Investor, der „das einmalige Potenzial des Prachtstücks der Industriekultur wieder aufleben lassen“ will.

Die großen Abrissbagger sind seit gut zwei Monaten im Einsatz. Doch trotz dieser bislang noch relativ überschaubaren Zeitspanne haben die Mitarbeiter der beteiligten Firmen sowie ihr schweres Gerät bereits ganze Arbeit geleistet und auf dem weitläufigen Areal der ehemaligen Landmaschinenfabrik Rasspe in Stöcken schon einige Gebäude abgerissen. Die Zeichen einer neuen Ära sind mittlerweile nicht mehr zu übersehen.

Der Wirtschaftsförderung schwebt vor, auf dem Areal „Stöcken 17“ in naher Zukunft Unternehmen aus unterschiedlichen Technologie- und Dienstleistungsbereichen anzusiedeln. Sie hatte das einst „herrenlose“ Grundstück erworben. Zusammen mit dem Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV) wird das Gelände nun hergerichtet. Von daher kommt der Vorschlag der Renaissance AG, das seit 2009 verwaiste Rasspe-Areal zu retten und den Abriss der Gebäude zu stoppen, für die Wirtschaftsförderung doch ziemlich überraschend. Der vermeintliche Investor will „das einmalige Potenzial des Prachtstücks der Industriekultur wieder aufleben lassen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Wir möchten erhalten, sanieren und restaurieren, nicht abreißen und planieren. Wir sehen auch keinen Sinn darin, ein gewachsenes Karree aus Backsteinbauten abzureißen und an gleicher Stelle Gebäude mit der gleichen Nutzung neu zu bauen“, sagt der Geschäftsführer der Renaissance AG, Christian Baierl. Das Unternehmen mit Sitz in Krefeld und Wuppertal will das komplette Karree der Bauten im vorderen Bereich erhalten und restaurieren. „Wenn er vor drei oder vier Jahren gekommen wäre, hätte man über dieses Konzept sicher sprechen können“, sagt der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, Frank Balkenhol. Da sei noch nichts in Stein gemeißelt gewesen.

Nun sei aber alles festgelegt, es gebe entsprechende Ratsbeschlüsse – und das wisse das Unternehmen auch, so Balkenhol. Baierl habe sich dem Vernehmen nach zweimal auf dem Rasspe-Gelände mit einem Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung getroffen. Dabei wurden ihm die Pläne der Stadt vorgestellt. „Es bleiben ja Gebäude stehen, die kann man mit viel Kreativität nutzen“, sagt Balkenhol mit Blick auf den Investor.