Solingen: Investor prüft derzeit Standort für neue Eissporthalle

Stadt Solingen in Gesprächen mit Investor : Grundstück gesucht für neue Eissporthalle

Wie lange die Technik der alten Eissporthalle an der Brühler Straße noch mitspielt, ist ungewiss. Die Stadt verhandelt derzeit mit einem Investor über einen möglichen Standort für eine neue Sportstätte.

Die Tage der Eissporthalle gegenüber dem ehemaligen Birkerbad sind in absehbarer Zeit gezählt. Daran hat der Eigentümer Lebenshilfe zu Beginn dieses Jahres keinen Zweifel gelassen. Die Lebenshilfe-Tochter „anders leben Eissporthalle Solingen“ hat mit Blick auf die veraltete Technik lediglich eine Bestandsgarantie bis Anfang 2021 ausgesprochen – und das auch nur für den Fall, dass die aus den 1970er Jahren stammende Technik nicht vorher den sprichwörtlichen Geist aufgibt.

Die gemeinnützige Organisation verfolgt ohnehn mit dem ihr gehörenden Grundstück in der Innenstadt nahe des Südparks andere Pläne. „Für uns wäre es optimal, auf dem Areal unsere zukünftige Werkstatt für geistig behinderte Menschen als Ersatz für die heutige Werkstatt an Freiheitstraße in Wald zu bauen, erklärte vor Monaten bereits die Lebenshilfe-Vorsitzende Prof. Dr. Susanne Schwalen.“ Zwar hat Schwalen einen Verkauf des Grundstücks an einen möglichen neuen Eishallen-Investor nicht ausgeschlossen. Allerdings müssten Alternativen hinsichtlich eines anderen Grundstücks finanziell und organisatorisch darstellbar sein.

Konkrete Ergebnisse gibt es gleichwohl nicht, obwohl es im Januar dieses Jahres erklärtes Ziel der Stadt gewesen ist, „im ersten Halbjahr einen Standort für eine neue Eissporthalle zu finden. Die Zukunft des Eislaufsports in Solingen hängt somit weiter am seidenen Faden.

Immerhin erklärt das Rathaus auf Anfrage unserer Redaktion: „Wir stehen weiterhin in regelmäßigem Kontakt mit einem potenziellen Investoren für eine neue Eissporthalle.“ Denkbare Standorte seien inzwischen geprüft und mit dem Interessenten erörtert worden. „Auf dieser Grundlage hat er verschiedene Planungsvarianten erarbeitet, von denen er derzeit eine bevorzugte Variante detailliert vertieft“, teilt die Stadt mit, ohne dabei ein mögliches Grundstück zu nennen.

In diesem Zusammenhang fällt nach Informationen unserer Redaktion aber immer wieder das Omega-Gelände – nur wenige Meter vom Südpark entfernt. Der Investor, den der EC Bergisch Land mit der Stadt zusammenbrachte, ermittelt jetzt die Kosten und prüft, wie sich die Wirtschaftlichkeit aus seiner Sicht darstellt. Noch in diesem Monat ist ein weiteres Arbeitsgespräch vereinbart, heißt es aus dem Rathaus.

Die Stadtverwaltung geht weiter davon aus, „dass die Lebenshilfe die alte Halle auf jeden Fall noch zwei Jahre betreiben wird“ und ergänzt: „Die Stadt wird die bestehende finanzielle Unterstützung an die Eissportvereine selbstverständlich aufrecht erhalten und weiter zahlen“.

Das freut jedenfalls den neuen Vorsitzenden Wolfgang Lingen, der kürzlich auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Nachfolge von Frauke Rautenberg antrat. Ende August sei ein Treffen mit der Stadt vereinbart, erklärt Lingen, der die Eissporthalle nicht nur als Sportstätte, sondern auch als „Begegnungsstätte und kommunikativen Ort“ sieht. Mit Blick auf die Eishockey-Mannschaften des EC Bergisch Land, die Eisstockschützen und auch die Eiskunstläufer des STB ist Wolfgang Lingen aber klar: „Ohne Eishalle – das wäre das Ende für den Eissport in Solingen und Umgebung“.

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