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Solingen: In Ohligs entsteht neuer Wohnraum

Mehr Wohnungen – zu wenig Parkraum : Parkraum-Problematik gemeinsam lösen

Ansichtssache In Ohligs regt sich Widerstand. Es geht um ausreichenden Parkraum rund um den Marktplatz und einem zurzeit gesperrten Stadion-Parkplatz.

Die Flutlichtmasten stehen nach wie vor kerzengerade in die Höhe. Auch die Tribüne des alten Stadions ist längst noch nicht abgerissen. Vom einstigen Fußballfeld am Hermann-Löns-Weg ist allerdings nicht mehr viel zu sehen. Der städtische Parkplatz neben dem früheren Kassenhäuschen wurde indes kurzerhand zweckentfremdet und eingezäunt. Hier türmen sich zum Ärger und Verdruss der „Bürger-Initiative Stadion Ohligs Neubebauung“ (BISON) derzeit Mutterboden und Baumreste. Denn die Initiative sieht darin ein falsches Signal, zumal die Stadtverwaltung zugesichert habe, dass der Parkplatz zur öffentlichen Nutzung erhalten bleibt.

Die Verwaltung streitet das nicht ab. Gleichwohl hat sie offenbar an BISON vorbei dem Wohnungsbau-Investor eine zwischenzeitliche Nutzung der öffentlichen Stellfläche eingeräumt. Und die Stadt begründet das auch mit ökologischen Gesichtspunkten: Mutterboden, der im zukünftigen Baugebiet abgeräumt wird, kann zwischengelagert und dort auf spätere Verwendbarkeit geprüft werden. Vorteil: Der vorhandene Boden muss nicht abtransportiert werden, sondern kann größtenteils wieder verwendet werden. So fahren deutlich weniger Lastwagen, die Anlieger werden weniger belastet.

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Alles gut und schön. Doch warum hat die Stadt die ansonsten grundsätzlich nicht auf Krawall ausgerichtete Bürger-Initiative in diese Entscheidung nicht mit eingebunden. Man hätte sich Ärger ersparen können. Ein zentraler städtischer Ansprechpartner für die große Baumaßnahme mit über 100 Wohneinheiten in Ohligs wäre auch nicht schlecht. Auch hier hat die Stadt Nachholbedarf, wenn es darum geht, zeitnah und schlüssig Auskunft zu geben und die Fragenden nicht von der einen zur anderen Dienststelle zu verweisen.

 Rund um den Ohligser Markt sollen rund 300 neue Wohnungen entstehen. Dem gegenüber stehen in den Planungen 215 Stellplätze.
Rund um den Ohligser Markt sollen rund 300 neue Wohnungen entstehen. Dem gegenüber stehen in den Planungen 215 Stellplätze. Foto: Radtke, Guido (gra)

Ärger über zu wenig Parkplätze ist nicht nur am Stadionbereich auszumachen, sondern auch rund um den Ohligser Marktplatz. Hier formiert sich Widerstand, der die dort geplante Wohnbebauung (rund 300 Einheiten sind vorgesehen) zwar nicht ablehnt, wohl aber darauf aufmerksam macht, dass bei der nicht unerheblichen Umgestaltung des Stadtbildes Rahmenbedingungen zu beachten sind.

Das hat sich Anfang des Monats bei einer Diskussionsveranstaltung gezeigt. Die Ohligser Jongens weisen deshalb darauf hin, dass sich die zurzeit schon nicht gute Parksituation in Ohligs verschärfen wird. Von daher wird nicht nur mehr Parkraum gefordert, sondern auch ein Parkleitsystem.

Eine Parkraum-Lösung muss am Marktplatz sowie am Stadion gefunden werden. Die Stadt sollte dabei Lösungsvorschläge von Bürgern nicht einfach beiseite schieben. Denn bei derart nachhaltigen Veränderungen im Stadtbild können gute Ergebnisse nur gemeinsam gelingen. Zumal Sachverstand nicht nur in den städtischen Büros vorhanden ist.