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Solingen: In Aufderhöhe soll der 13. Kunstrasenplatz entstehen.

Sportplatz in Solingen : Hängepartie für den 13. Kunstrasenplatz

Die Fördergelder für den neuen Sportplatz an der Höher Heide in Aufderhöhe in Höhe von 2,08 Millionen Euro sind immer noch nicht geflossen. Der Förderantrag wurde erst vergangene Woche gestellt.

Von „guter Nachricht“ (Sportdezernentin Dagmar Becker) war die Rede, ebenso von „erheblicher finanzieller Erleichterung“ (Stadtdirektor Hartmut Hoferichter). Auch Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) erkannte, dass „für den wachsenden Stadtteil Aufderhöhe diese Fördermittel sehr wichtig sind“. Für derlei emotionale Freude hatte im April dieses Jahres der bergische Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt (CDU) in der Solinger Verwaltungsspitze gesorgt. Der teilte im April nach einer Sitzung des Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages nämlich mit, dass für den Bau des geplanten neuen Kunstrasenplatzes an der Höher Heide in Aufderhöhe 2,08 Millionen Euro Bundesmittel fließen werden. „Ein tolles Signal“, befand Hardt vor nahezu einem halben Jahr. Wobei der Sportplatz an der Höher Heide als Ersatz für den Kunstrasenplatz am Hermann-Löns-Weg vorgesehen ist – so dass eine Förderung aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen Sport, Jugend, Kultur“ möglich ist.

Die Solinger Verwaltung rechnete im April binnen vier Wochen mit einem schriftlichen Zuwendungsbescheid für die Fördermittel, so dass voraussichtlich in diesem Herbst, spätestens aber Anfang 2020 die Bagger an der Höher Heide hätten anrollen können, um den Kunstrasenplatz nebst Duschen und Umkleiden zu bauen. Doch, um im Fußballjargon zu bleiben, Anpfiff für das Bauprojekt ist noch lange nicht: Fördermittel sind zwar grundsätzlich zugesagt, sie sind aber noch nicht geflossen. Das liegt am „Gegner“ – der Bürokratie. „Bei den Fördermitteln handelt es sich um eine vorläufige Zusage, sozusagen um eine Interessenbekundung“, erklärt Horst Schulten vom Stadtdienst Sport und Freizeit auf Nachfrage unserer Redaktion.

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Am 25. Juni wurde die Stadt Solingen immerhin vom zuständigen Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung nach Bonn eingeladen, um das Solinger Kunstrasenprojekt drei Stunden lang vorzustellen. „Es gab hier zudem Hinweise und Empfehlungen, den Förderantrag zu stellen. Das haben wir zügig gemacht“, erzählt Schulten.

Im August kam mit der Oberfinanzdirektion Münster eine weitere Behörde ins Spiel für den 13. Solinger Kunstrasenplatz. Die Oberfinanzdirektion betreut mit ihrer Bauabteilung unter anderem Zuwendungsmaßnahmen, die der Bund finanziell fördert. Um das Solinger Förderpaket gut zu schnüren, wurden mit dieser Behörde mehrfach Gespräche geführt. „Am 1. Oktober haben wir schließlich vier dicke Aktenordner und eine CD mit allen Plänen nach Münster geschickt. Der Komplettentwurf für den Förderantrag ist damit raus“, sagt Stadtdienstleiter Horst Schulten mit Blick auf die vergangene Woche.

Jetzt heißt es Warten auf den Förderbescheid. „Ich hoffe auf Dezember oder Anfang Januar“, so Horst Schulten. Denn erst wenn der Förderbescheid auf dem Tisch liegt, kann die Ausschreibung erfolgen – und damit ein Bauunternehmen gefunden werden, das den Kunstrasenplatz nebst Gebäuden an der Höher Heide realisiert.

Immerhin: Baurecht und Baugenehmigung liegen bereits seit einiger Zeit vor. Überdies plant der ortsansässige Sportverein TSV Aufderhöhe neben dem Sportplatz Höher Heide einen neuen Mehrzweckbau mit Geschäftsstelle, Sport- und Gruppenräumen. Läuft jetzt alles rund, könnte eventuell im Sommer, oder aber im Herbst des nächsten Jahres in Aufderhöhe neu gebaut werden. „Der Bau des Kunstrasenplatzes dauert etwa ein halbes Jahr, für die Gebäude braucht es länger“, meint Horst Schulten. 2021, so die Rechnung, könnte der 13. Kunstrasenplatz dann verfügbar sein.

Ginge es nach dem Leiter des Stadtdienstes Sport und Freizeit, je früher desto besser. Schulten: „Wir brauchen den neuen Platz dringend. Auf den zwölf vorhandenen Plätzen haben wir Vollbelegung.“

Sportdezernentin Dagmar Becker räumt ein: „Es hat alles viel länger gedauert, als wir das erwartet haben.“ Sie ist gleichwohl jetzt optimistisch und rechnet nach Einreichung aller Unterlagen „mit einer zügigen Rückmeldung“.