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Solingen: Immer mehr Unfälle mit Radfahrern

Verkehrsbilanz : Immer mehr Unfälle mit Radfahrern

Die Polizei legt die Verkehrsunfallentwicklung für das vergangene Jahr vor. In Solingen waren zwei Tote zu beklagen.

Die Straßen werden immer voller, von daher findet es Polizeipräsident Markus Röhrl bemerkenswert, dass sich die Unfallzahlen im Bergischen Städtedreieck im vergangenen Jahr insgesamt „nicht dramatisch erhöht“ haben. Die Zahl stieg lediglich um 0,9 Prozent auf 25.152. Der relativ geringe Anstieg trifft allerdings nicht auf Solingen zu: Hier wurden 5935 Unfälle aufgenommen, 138 oder 2,4 Prozent mehr als 2017. 502 Unfälle gingen nicht ohne Personenschäden ab, bei 5433 Unfällen waren Sachschäden zu verzeichnen, berichtete am Mittwoch die Leiterin der Direktion Verkehr im Wuppertaler Polizeipräsidium, Polizeioberrätin Tanja Veljovic.

In der Bilanz des Verkehrsjahresberichtes für die Klingenstadt stehen wie 2017 zwei Verkehrstote. So wurde ein 69-jähriger Fußgänger im September in Ohligs von einem Pkw angefahren. Schwer verletzt wurde er ins Krankenhaus transportiert, wenige Tage später verstarb er an seinen schweren Verletzungen. Und im Januar 2018 übersah ein Lkw-Fahrer auf der Schwabenstraße nach dem Abladen eines Containers eine 81-jährige Fußgängerin. Beim Anfahren überrollte er die Seniorin, die noch an der Unfallstelle verstarb.

„In Solingen hat die Polizei im vergangenen Jahr alle 88 Minuten einen Unfall aufgenommen“, sagte Tanja Veljovic, „alle 15,75 Stunden wurde ein Verkehrsteilnehmer verletzt“. Alle sechs Tage verunglückte zudem ein Kind, alle 6,5 Stunden ereignete sich eine Unfallflucht. Die Zahl der Verletzten stieg damit um mehr als 20 Prozent auf 632, 60 Kinder wurden verletzt, hier war ein Plus von 19 im Jahresverlauf zu verzeichnen. Die Zahl der Unfallfluchten wurde von der Polizeioberrätin mit 1362 (plus 87) angegeben. In 29 Fällen gab es hier nicht nur Blechschäden, auch Personen waren betroffen. „Warum die Zahlen in Solingen 2018 derart stiegen, ist für uns nicht erklärlich“, sagte die Leiterin der Direktion Verkehr.

Zumal 2017 Solingen noch einen positiven Trend erlebt hatte. Damals gingen die Zahlen der Schwerverletzten sowie Verletzten zurück, zudem wurden weniger Kinder im Straßenverkehr Opfer von Unfällen. Und „nur“ alle 91 Minuten ereignete sich ein Verkehrsunfall.

Nicht so 2018. Denn 95 Senioren (2017 waren es 67) verunglückten im vergangenen Jahr bei Unfällen. Rein rechnerisch entspricht dies einem Anstieg von 41,8 Prozent. Auch die Unfälle mit Radfahrern stiegen um 18 auf 62. Hinzu kommen hier noch ein Dutzend verunglückte Pedelecfahrer nach sechs im Jahr 2017. „Die Leute überschätzen ihre Fähigkeiten und unterschätzen die Geschwindigkeit“, sagte Tanja Veljovic mit Blick insbesondere auf die Pedelec-Radler. Sie rät zudem, dass sich Radfahrer auffällig beziehungsweise gut sichtbar für Auto-, Bus- und Lkw-Fahrer kleiden. Und Rad- wie Pedelec-Fahrer sollten stets einen Helm tragen: „Ein Helm verhindert zwar keinen Unfälle, aber schwerste Folgen“, ergänzte die Polizeioberrätin. Das sieht auch Polizeipräsident Markus Röhrl so. „Manche sind überfordert mit der Geschwindigkeit ihrer Fahrräder. Diesen Bereich müssen wir ernsthaft beobachten.“ Röhrl fürchtet, dass die Unfallzahlen hier in diesem Bereich ansteigen werden.

Hauptursachen waren 2018 im Städtedreieck Unfälle beim Abbiegen/Wenden, zu geringer Abstand und Missachten der Vorfahrt/Vorrang folgen auf den Plätzen. Weiter werden Alkohol am Steuer und zu hohe Geschwindigkeit genannt.