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„Solingen hilft“ versorgt Flüchtlingscamp Moria

Moria auf Lesbos : „Solingen hilft“ versorgt Flüchtlingscamp

Etwa 7500 Menschen leben laut Dr. Christoph Zenses derzeit im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos, das eigentlich nur für 2500 Flüchtlinge ausgelegt ist.

Etwa 7500 Menschen leben laut Dr. Christoph Zenses derzeit im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos, das eigentlich nur für 2500 Flüchtlinge ausgelegt ist. Die Zustände vor Ort bezeichnet der Solinger Internist als „katastrophal.“ Vor wenigen Tagen kehrte er von seiner zweiten Reise ins Lager zurück. Dort hatte er in Zusammenarbeit mit den Nicht-Regierungsorganisationen „doc mobile“ und „kitrinos healthcare“ täglich rund 100 Patienten medizinisch versorgt. Verletzungen durch Trümmer oder Geschosse musste das Team laut Zenses ebenso behandeln wie die Folgen von Vergewaltigungen oder chronische Erkrankugen. „Es fehlt an vielen Medikamenten, Hilfsmaterialien, teilweise sogar an einfachsten Dingen, wie Matratzen“, berichtet Zenses nach seiner Rückkehr.

Der Träger des Bundesverdienstkreuzes hatte im vergangenen Oktober mit einer Gruppe von Solingern den Verein „Solingen hilft“ gegründet. Dessen erkärtes Ziel ist es, Hilfsaktionen im In- und Ausland voranzutreiben. Das erste Projekt widmet sich der medizinischen Versorgung im Lager Moria: Dorthin brachte Zenses im Zuge seiner Reise ein Ultraschallgerät und Medikamente, die der Verein unter anderem mit Hilfe von Spenden angeschafft hatte. Es gebe eine große Bereitschaft, die Aktivitäten von „Solingen hilft“ zu unterstützen, betont Vereins-Mitgründer Uli Preuss. Die Kleiderkammer der katholischen Pfarrgemeinde St. Sebastian etwa unterstützte den Verein ebenso wie der Pflegedienst der St. Lukas Klinik. Auch ein Neujahreskonzert des Solinger Orchestervereins kam „Solingen hilft“ zugute. Die Schwanen-Apotheke wiederum kam dem Verein beim Preis für die Medikamente entgegen.

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Die Arbeit im griechischen Flüchtlingslager will die Initiative fortsetzen – und wirbt zudem um Ärzte, Pflegekräfte und Übersetzer, die im Camp Moria arbeiten sollen. Für die Zukunft plant „Solingen hilft“ aber auch Projekte in der Klingenstadt. Der Verein hat derzeit 15 Mitglieder. Ins „Projekt Moria“ soll auch der Gewinn eines Konzertes mit Lesung unter dem Titel „Music for Hope“ fließen. Das findet am kommenden Samstag, 23. März, ab 19 Uhr in der Dorper Kirche, Schützenstraße 161, statt. Auftreten wird dort der palästinensisch-syrische Pianist Aeham Ahmad. Dr. Christoph Zenses wird zudem über die Lage geflüchteter Syrer auf Lesbos berichten.