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Solingen / Hilden: S-Bahn feiert 40. Geburtstag

Historischer Rückblick : S-Bahn feiert runden Geburtstag

Am 28. September 1980 hielt die erste S-Bahn, damals noch unter der Bezeichnung S 7 am Ohligser Bahnhof, der heute der Solinger Hauptbahnhof ist. Nach vierjähriger Bauzeit wurde so die Verbindung nach Düsseldorf verbessert.

  Es ist nicht gerade ein einfaches Verhältnis, das die Solinger zu „ihrer“ S-Bahn haben. Überfüllte Wagen, Zugausfälle und immer wider Verspätungen – manchmal kann die S 1 richtig nerven. Wobei komplizierte Verbindungen oftmals zu den dauerhaftesten Beziehungen gehören. Was eben nicht nur für Ehen, sondern auch für die S-Bahn und ihre Nutzer aus der Klingenstadt gilt. Denn immerhin fahren beide Seiten am heutigen Montag seit exakt vier Jahrzehnten gemeinsam durch die Welt.

Dabei startete der Öffentliche Personennahverkehr an jenem 28. September 1980, also auf den Tag genau vor 40 Jahren, in nichts Geringeres als ein neues Zeitalter. Nach rund vierjähriger Bauzeit ging damals die sogenannte und bereits im Jahr 1975 in Betrieb genommene Flughafen-S-Bahn sozusagen in die Verlängerung. Fortan war nämlich nicht mehr am Düsseldorfer Hauptbahnhof Endstation, sondern die orangefarbenen Bahnen fuhren nun über Hilden bis nach Solingen-Ohligs, also bis zum heutigen Hauptbahnhof Solingen.

„Ein 20-Minuten-Takt an Werktagen (abends sowie an Wochenenden und Feiertagen 30-Minuten-Takt) ermöglichte die schnelle Erreichbarkeit Düsseldorfs und Solingens“, sagt Bernt Morbitzer. Der Hildener begeistert sich schon seit seinen Kindertagen für die Historie des Schienenverkehrs und erforscht die Eisenbahngeschichte in der Region – darunter auch die Entwicklung der S-Bahn zwischen dem Rheinland sowie dem Bergischen Land.

Ein moderner Zug der S-Bahn S1 steht am Hauptbahnhof Solingen. Foto: Guido Radtke

Diese war in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre ein regelrechtes Mammutprojekt gewesen. „Die lange Bauzeit lässt erahnen, dass zur Erweiterung der Bahnanlagen erhebliche Baumaßnahmen erforderlich waren“, berichtet Experte Morbitzer. So beliefen sich die Kosten für den 19,6 Kilometer langen Abschnitt von der Landeshauptstadt bis nach Ohligs auf insgesamt 150 Millionen D-Mark. Beispielsweise musste ein Abschnitt der Strecke zunächst viergleisig ausgebaut werden, während aus Sicherheitsgründen die bislang vorhandenen Bahnübergänge nicht mehr länger statthaft waren und dementsprechend zu beseitigen waren.

Darüber hinaus gab es zahlreiche technische Neuerungen, ehe der reguläre Verkehr der nun verlängerten S 7 Ende September 1980 schließlich aufgenommen werden konnte. Ein Datum, das aber nicht allein für Solingen bedeutend war. Denn parallel ging für Remscheid mit der Eröffnung der erweiterten S-Bahn-Linie die Zahl der Direktverbindungen mit der Landeshauptstadt merklich nach unten.

Tatsächlich wurden mit der Inbetriebnahme der S 7 bis Ohligs im Schienenverkehr des Bergischen Landes Strukturen geschaffen, die von ihrer Grundausrichtung bis heute Bestand haben. So müssen die Kunden des ÖPNV – jenseits der Direktverbindungen – bis in die Jetzt-Zeit in Ohligs, also am heutigen Solinger Hauptbahnhof umsteigen, wenn sie, von Düsseldorf kommend, weiter in Richtung Remscheid fahren wollen.

So sahen die S-Bahnen in den Anfangsjahren aus: eine S7 von Solingen nach Düsseldorf-Flughafen. Foto: Stadtarchiv Hilden

In der anderen Richtung gab es seit 1980 hingegen sehr wohl Veränderungen. Im Jahr 2009 wurde die alte S 7 eingestellt. Stattdessen fährt die S-Bahn jetzt als S 1 aus dem Ruhrgebiet kommend über Düsseldorf nach Solingen Hauptbahnhof. Die Verbindung nach Remscheid und weiter nach Wuppertal wird seit dem 2013 von dem privaten Bahnunternehmen Abellio betrieben und firmiert nunmehr unter der Bezeichnung S 7, während die S-Bahn 1 – nach dem Ende anderer Pläne mit dem ebenfals privaten Bahnbetreiber Keolis – weiterhin von der Bahn-Tochter DB Regio betrieben wird.

„Seit ihrer Eröffnung hat sich die S-Bahn als sicheres und schnelles Verkehrsmittel in der Region etabliert“, resümiert Bahn-Fachmann Morbitzer. So garantiere die Bahn eine „gute Verknüpfung mit weiteren Regional- und Fernbahnverbindungen in alle Richtungen“, so Morbitzer.

Was indes nicht bedeutet, dass es kein Verbesserungspotenzial gebe. Beispielsweise regt Bernt Morbitzer an, „zusätzliche Attraktivität könnte der Schienenverkehr mit der Wiedereinrichtung durchgehender Züge zwischen Düsseldorf Hauptbahnhof und Remscheid-Lennep gewinnen“. Entsprechende Pläne hatten zuletzt die Grünen mit ihrer Idee eines „Schienen-BOBs“ präsentiert. Dies sieht unter anderem eine Übertragung des Batterie-Obus-Prinzips auf die Strecke der S 7 vor.