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Solingen: Hersteller von Messern legten beim Umsatz kräftig zu

Solinger auf der Messe : Schneidwarenbranche schneidet gut ab

2019 konnte die Branche den Umsatz um 1,3 Prozent auf knapp 2,4 Milliarden Euro steigern.

Die Schneidwaren- und Besteckbranche hat im vergangenen Jahr trotz erheblicher Schwankungen im Jahresverlauf einen Gesamtumsatz in Höhe von knapp 2,4 Milliarden Euro erzielt und damit gegenüber 2018 ein Plus von 1,3 Prozent. Zu diesem guten Ergebnis beigetragen hat insbesondere die Schneidwarenindustrie, deren Umsätze um 4,9 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro stiegen.

Dagegen mussten die Besteckunternehmen Umsatzeinbußen von rund zwei Prozent auf 167 Millionen Euro hinnehmen. Die Hersteller von Haushalt-, Küchen- und Tafelgeräten lagen ebenfalls im Minus, sie mussten Umsatzeinbußen von drei Prozent auf 921 Millionen Euro verkraften. Diese Zahlen gab am Freitag der Vorsitzende des Industrieverbandes Schneid- und Haushaltswaren (IVSH), Hartmut Gehring, zum Auftakt der internationalen Konsumgütermesse Ambiente in Frankfurt bekannt. „2019 war in vielfacher Hinsicht ein außergewöhnliches Jahr. Gefühlt liefen sich die Geschäfte vor Jahresfrist eher schleppend an“, sagte Gehring.

Schwierigkeiten im Export und Unsicherheiten auf dem heimischen Markt seien hinzugekommen. „Umso erfreulicher ist es jedoch, dass wir gerade in den ersten beiden Quartalen dennoch eine eher gute Geschäftsentwicklung hatten, die sich so jedoch in der zweiten Jahreshälfte nicht fortsetzte“, so der IVSH-Vorsitzende.

Das deutliche Plus für die Schneidwarenhersteller sei vor allem durch den Export zustande gekommen, erklärte Gehring. Immerhin 52 Prozent des Umsatzes in Höhe von 1,3 Milliarden Euro wurden im Ausland erzielt. Der Exportumsatz stieg um satte 7,3 Prozent. Aber auch auf dem deutschen Markt konnten die Messerproduzenten ein Plus von immerhin 2,8 Prozent einfahren.

Die Hersteller von Bestecken mussten wie in den Vorjahren erneut einen Rückschlag verkraften. Nach der Wiedervereinigung erreichte der Umsatz mit Bestecken 1992 einen Spitzenwert von 312 Millionen Euro. „Danach ging er im Grunde genommen kontinuierlich zurück“, sagte der Vorsitzende der Fachgruppe Besteckindustrie, Wilhelm Seibel, geschäftsführender Gesellschafter der Firma mono GmbH in Mettmann. Vor zehn Jahren habe der Umsatz der Besteckhersteller sogar nur noch bei 153 Millionen Euro gelegen, 2016 dann bei 190 Millionen Euro. „Wir verharren im Grunde genommen in einem Korridor, der zwar nicht mehr enger, aber auch nicht mehr größer wird. Dies hat auch mit den veränderten Konsum- und Lebensgewohnheiten zu tun“, sagte Seibel.

Erfreulich für die Besteckbranche sei im vergangenen Jahr aber gewesen, dass die Umsätze im sogenannten Objektgeschäft mit Hotels und Gaststätten kräftig zulegen konnten – um 19,2 Prozent. Allerdings hat das Objektgeschäft derzeit nur einen Umsatzanteil von 15 Prozent – Tendenz aber steigend. Schwierig gestalte sich jedoch weiter der Umsatz mit dem traditionellen Fachhandel.