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Solingen: Grünes Licht für Scheuren-Anschluss an Viehbachtalstraße

Anschlussstelle Scheuren : Bezirksregierung gibt Grünes Licht

Ein zentrales Projekt der Verkehrspolitik steht kurz vor dem Durchbruch.  Im November könnte die Entwurfsplanung zum „Vieh“-Anschluss für das Industriegebiet Scheuren vorliegen.

Die Pläne zur Anbindung des Industriegebietes Scheuren an die Viehbachtalstraße werden immer konkreter. Nachdem die Solinger Politik schon im Januar einen diesbezüglichen Vorstoß unternommen und eine entsprechende Initiative der Verwaltung auf den Weg gebracht hatte, ist mittlerweile eine weitere Hürde genommen worden. Denn wie die Stadt nun mitgeteilt hat, gibt es auch vonseiten der Bezirksregierung Düsseldorf keine Einwände gegen die Anschlussstelle in Fahrtrichtung Ohligs.

Damit erscheint die Umsetzung einer seit Jahren bestehenden Forderung in greifbarer Nähe. Wie Stadtdirektor Hartmut Hoferichter in dieser Woche auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte, sollen die nächsten Schritte zwecks Realisierung des Projekts möglichst noch im laufenden Jahr in Angriff genommen werden. So könnte die Entwurfsplanung im November auf den Tagesordnungen der politischen Gremien stehen.

Zuvor hatte die Stadt bereits vor den Sommerferien – nach einer obligatorischen Ausschreibung – ein Ingenieurbüro damit beauftragt, die genauen Details für die Zufahrt zur Stadtautobahn festzulegen. Dieses Büro hat unter anderem die Aufgabe, eben die besagte „Entwurfsplanung und die nächsten Schritte inklusive Kostenplanung“ zu erarbeiten, konkretisierte eine Rathaus-Sprecherin jetzt noch einmal die Aufgaben.

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Dabei sind zwei Dinge klar: Zum einen soll eine erste grobe Schätzung der Kosten in Höhe von rund 300.000 Euro tunlichst nicht überschritten werden. Und zum zweiten ist es das Ziel, so schnell es geht mit dem Bau der neuen Anschlussstelle zu beginnen, da Anwohner sowie Firmen schon seit geraumer Zeit über die aktuellen Verkehrssituation rund um das Industrie- und Gewerbegebiet Scheuren beredte Klagen führen.

Der Hintergrund: Seitdem das Areal 1968 für die Ansiedlung von Unternehmen bestimmt worden ist, ist Scheuren zu einem der wichtigsten Wirtschaftsstandorte innerhalb der Klingenstadt herangewachsen. Beispielsweise siedelten sich auf dem gut 23 Hektar großen Gelände im zurückliegenden halben Jahrhundert so namhafte Firmen wie das Modeunternehmen Walbusch und der Automobilzulieferer BIA an, die beide mehr als 1000 Angestellte beschäftigen.

Entsprechend hoch sind inzwischen die Belastungen durch Lärm und Abgase. Weil nämlich im Zuge des Baus der Viehbachtalstraße Anfang der 80er Jahre zunächst keine direkte Verbindung Scheurens geschaffen wurde, sind die Mitarbeiter der Unternehmen, aber auch Lastwagen-Verkehr bis zum heutigen Tage gezwungen, bei der An- und Abfahrt innerstädtische Straßen zu benutzen, die eigentlich nicht für ein solches Verkehrsaufkommen ausgelegt sind.

So erfolgt die Ein- beziehungsweise Ausfahrt des Industrie- und Gewerbegebietes nach wie vor ausschließlich über die Untengönrather Straße, wobei die anderen umliegenden Straßen ebenfalls stark betroffen sind. Jedenfalls beförderte ein im vergangenen Jahr angefertigtes Gutachten zutage, dass allein die Merscheider Straße und die Beethovenstraße um 3200 Fahrzeuge am Tag entlastet werden könnten, sollte ein separater Anschluss im Bereich der Norbertstraße gebaut werden.

Dieser wäre geeignet, später einmal binnen 24 Stunden bis zu 4900 Fahrzeuge aufzunehmen und diese auf direktem Wege vom Industrie- und Gewerbegebiet in Richtung Ohligs zu leiten. Die Anbindung in der entgegengesetzten Richtung würde hingegen weiterhin über den bereits bestehenden „Vieh“-Anschluss in Höhe Mangenberg abgewickelt.

Eine große Lösung inklusive einer Zu- und Abfahrt auf beiden Seiten der Stadtautobahn war bereits vor geraumer Zeit verworfen worden. Denn nach Einschätzung aus dem Rathaus käme ein solches Vorhaben, das auch eine direkte Zufahrt aus Fahrtrichtung Ohligs nach Scheuren möglich machen würde, entschieden zu teuer.