Solingen: Grossmann-Gelände an der Wittkuller Straße ist verkauft

Frühere Gießerei in Solingen : Grossmann-Gelände in Wald verkauft

Die leerstehenden Gebäude und das rund vier Hektar große Grundstück an der Wittkuller Straße haben einen neuen Eigentümer. Das Insolvenzverfahren der ehemaligen Stahlgießerei ist damit aber noch nicht beendet.

Das rund 40.000 Quadratmeter große Gelände der früheren Eisen- und Stahlgießerei Grossmann an der Wittkuller Straße in Wald ist verkauft. Das bestätigt Insolvenzverwalter Dr. Marc d’Avoine gegenüber unserer Redaktion. „Der Vertrag war im Vorfeld mit den Beteiligten verhandelt und abgestimmt worden“, sagt der Insolvenzverwalter. Anfang November trafen sich die Grossmann-Gläubiger zu einer Versammlung hinter verschlossenen Türen. Hier wurde „ein angemessener Weg des Verkaufs des Areals beschlossen“.

Der ist nun unter Dach und Fach. „Wir freuen uns, dass das Grundstück jetzt entwickelt wird“, heißt es aus dem Rathaus. Mit der Stadt ist nicht nur der Insolvenzverwalter weiter im Dialog, sondern auch der Erwerber. „Man entwickelt konstruktiv das Gelände“, betont Dr. Marc d’Avoine, ohne den Namen des Erwerbers, noch die Kaufsumme zu nennen. Das Insolvenzverfahren sieht Dr. Marc d’Avoine mit dem Verkauf des Grundstücks aber noch nicht beendet. Das wird noch mindestens bis 2022 dauern: „Es sind noch diverse Fragen in der Abwicklung zu klären und zu regeln.“

Eine weitere Gießerei-Nutzung an der Wittkuller Straße ist allerdings ausgeschlossen. Das sei schwer vorstellbar, zumal die Wohnbebauung ziemlich nahe an das ehemalige Unternehmen herangerückt ist. Eine Nutzungsänderung muss von daher erarbeitet werden. Im Frühjahr 2016 war für die traditionsreiche Eisen- und Stahlgießerei Grossmann, die 1853 gegründet worden war, das endgültige Aus gekommen. Binnen Jahresfrist wurden fast alle Maschinen und Anlagen der Gießerei auch per Internet-Auktion veräußert.

Die Reaktivierung des über vier Hektar großen Geländes ist aber auch von der Stadtverwaltung gewünscht, zumal es nicht in ihrem Interesse ist, dort dauerhaft eine riesige Industriebrache zu haben. Das Motto von Oberbürgermeister Tim Kurzbach und der Wirtschaftsförderung ist eindeutig: „Gewerbe folgt Gewerbe.“ In Randbereichen, so hieß es bislang, könnte aber auch Wohnbebauung entstehen. Ob und inwieweit alte Grossmann-Gebäudeteile abgerissen werden, hängt von dem Konzept des Erwerbers ab.

„Wesentliche Altlasten bestehen mit Ausnahme einiger oberflächennahen Verunreinigungen nicht“, erklärt der Insolvenzverwalter mit Blick auf ein Bodengutachten. Was auf dem Gelände nahe des Walder Stadtkerns alles möglich sein könnte, das untersuchten junge Architekten im Sommer im Rahmen eines europäischen Wettbewerbs mit dem Ziel, innovative städtebauliche und architektonische Lösungen zu entwickeln. „Wir werden die Ergebnisse dieses Wettbewerbs beziehungsweise die Vorschläge in Kürze mit dem Erwerber besprechen“, sagt Stadtdirektor Hartmut Hoferichter. Klar ist für die Stadt: Die dicht bebaute Großbrache in Wald hat großes städtebauliches Entwicklungspotenzial.

2016 kam das Aus für die ehemalige Stahlgießerei. Das Insolvenzverfahren dauert weiter an. Foto: Meuter, Peter (pm)

Für Hoferichter erfolgt der Verkauf des Grossmann-Geländes zu einem passenden Zeitpunkt. „Das ist ein wichtiger Baustein für die weitere Walder Stadtentwicklung“, sagt der Stadtdirektor. In einem ersten Abstimmungsgespräch mit dem Käufer habe die Stadt dargelegt, dass auf dem Areal der ehemaligen Stahlgießerei „überwiegend gewerbliche Nutzung und in kleinen Teilen auch Wohnbebauung vorstellbar“ sein könnten. Weitere Gespräche sollen im neuen Jahr folgen. Eine Zeitschiene für die Entwicklung des Geländes ist allerdings noch ungewiss.