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Solingen: Gewerbegebiet Scheuren bleibt weiter eine Hängepartie

Durchgangsverkehr in Solingen : Gewerbegebiet Scheuren bleibt weiter eine Hängepartie

Seit rund acht Jahren wird über eine Einfahrt von der Viehbachtalstraße ins große Gewerbegebiet Scheuren und außerdem von einer Ausfahrt vom Gewerbegebiet auf die L 141 geredet. Konkret passiert ist allerdings auch im neuen Jahr zunächst noch nichts.

„Die Liegenschaftsgespräche sind noch nicht abgeschlossen. Auch steht ein Sicherheitsaudit unter verkehrstechnischen Gesichtspunkten noch aus“, sagt Stadtdirektor Hartmut Hofrichter auf Anfrage unserer Redaktion.

Konkret heißt das, dass für die jetzt zunächst geplante Rampe auf die Viehbachtalstraße in Richtung Ohligs vom Gewerbegebiet Scheuren über die Norbertstraße aus noch Grundstücksfragen zu klären sind. Außerdem müssten für die Rampe noch Details hinsichtlich der Radien und des Gefälles geklärt werden, die dann auch Aussicht auf Zustimmung bei Straßen.NRW haben müssen.

 Bernd Krebs (CDU) ist Vorsitzender des Planungsauschusses. Das Gremium wird sich in seiner Sitzung am 10. Februar mit dem Gewerbegebiet Scheuren befassen.
Bernd Krebs (CDU) ist Vorsitzender des Planungsauschusses. Das Gremium wird sich in seiner Sitzung am 10. Februar mit dem Gewerbegebiet Scheuren befassen. Foto: Meuter, Peter (pm)

Ist das alles erledigt, müsse die Feinplanung erfolgen. „Unser Ziel ist es, dies alles im ersten Quartal dieses Jahres abzuschließen“, sagt Planungsdezernent Hartmut Hoferichter. Er geht jedenfalls von einer Bearbeitung „so zügig wie möglich“ aus.

Die Grünen stellten 2014 im Stadtrat einen Antrag, Möglichkeiten und Kosten einer Anbindung der Gebiete Scheuren und auch Schmalzgrube an die Viehbachtalstraße zu prüfen. Wohngebiete, so die nachvollziehbare Begründung, sollten vom Schwerlastverkehr entlastet werden. Der Antrag der Grünen wurde damals einstimmig unterstützt. Schon zwei Jahre zuvor hatte das Ratsmitglied Gerd Schlupp (damals DSW) gefragt, welche Optionen bestehen, verkehrliche Verbesserungen in Scheuren herbeizuführen.

Eine Verbesserung ist allerdings bis heute nicht erreicht – die Anbindung des Gewerbegebietes an die Viehbachtalstraße lässt weiter auf sich warten, obwohl sich im Kommunal-/Oberbürgermeister-Wahlkampf 2014/2015 alle Parteien dafür stark machten. Jetzt, sechs beziehungsweise fünf Jahre nach der Kommunal-/Oberbürgermeisterwahl und rund acht Monate vor dem nächsten Urnengang, zeichnet sich zumindest vage eine Lösung ab, die das Gewerbegebiet Scheuren aber längst noch nicht heraus aus der Sackgasse führt. Die verkehrstechnische Notwendigkeit einer Anbindung des Gewerbegebietes an die L 141 hatte ein Gutachter festgestellt. Straßen.NRW hatte 2019 aber auf eine Nachbesserung der bisherigen Pläne gedrungen. Vorgesehen ist, dass zunächst in Fahrtrichtung Ohligs zuerst eine Abfahrt auf die „Vieh“ realisiert wird. Später soll von der Stadtmitte in gleicher Richtung noch eine Zufahrt ins Gewerbegebiet gebaut werden.

Handlungsdruck ist gegeben, zumal in Scheuren mit dem Automobilzulieferer BIA sowie dem Modeunternehmen Walbusch auch zwei große Unternehmen beheimatet  sind, die jeweils rund 1000 Mitarbeiter beschäftigen. Die Suche nach einem Parkplatz ist schwierig, aber auch Anwohner der Mittelgönrather Straße klagen über zunehmenden Durchgangsverkehr. Viele Beschäftigte des Industriegebietes, so der Vorwurf, würden die Mittelgönrather Straße befahren, um so die Ampel im Kreuzungsbereich Beethovenstraße/Untengönrather Straße zu umfahren. Von daher will der Vorsitzende des Planungsausschusses, Bernd Krebs (CDU), die Verwaltung bitten, die Thematik Scheuren auf die nächste Sitzung des Ausschusses zu setzen. Der trifft sich am 10. Februar im Pliestersaal des Technologiezentrums.