Solingen: Gespräche mit Interessenten für Neubau werden fortgeführt

Eissporthalle : Tauziehen um neue Eissporthalle

Die Stadt führt weiter Gespräche mit einem Interessenten, der eine neue Eissporthalle bauen will. Allerdings ist dieser Interessent kein Investor. Im Januar sollen die Gespräche mit den Eissport treibenden Vereinen fortgeführt werden.

Die Zeit läuft. Bis Anfang 2021 hat die Lebenshilfe-Tochter „anders leben – Eissporthalle Solingen“ eine Bestandsgarantie für die Halle im Südpark gegeben. Doch sollte die aus den 1970er-Jahren stammende Technik der „sozialen Begegnungsstätte“ vorher den sprichwörtlichen Geist aufgeben, wäre das für die Eissport treibenden Vereine vermutlich der Todesstoß.

„Man könnte viel tun, aber es tut sich nichts“, sagt Wolfgang Lingen. Ginge es nach dem Vorsitzenden des Eishockeyvereins Bergisch Raptors, sollte man für den Tag X, wenn die Technik in der alten Eissporthalle kurzfristig versagen sollte, aber gewappnet sein. „Damit wir schnell reagieren können“, sagt Lingen. Die Bestandsgarantie bis Anfang 2021 sieht Wolfgang Lingen ohnehin nicht in Stein gemeißelt. „Es braucht einige Jahre, bis eine mögliche neue Eissporthalle gebaut werden könnte. Bis zur Fertigstellung müssten deshalb Alternativen greifen.“

Die sieht Wolfgang Lingen insbesondere in einem Weiterbetrieb der alten Eissporthalle, auch wenn investiert werden müsste. „Es gibt viele Denkmodelle“, sagt der Vereinsvorsitzende.

Erst vergangene Woche habe es in Sachen Eissporthalle ein neuerliches Gespräch mit Stadtdirektor Hartmut Hoferichter gegeben. Wunsch von Lingen wäre es, dass die Absichten nun konkreter werden. „Pro Saison kommen 70.000 bis 80.000 Menschen in die Eissporthalle. Die Stadt hat hier auch eine soziale Verantwortung“, findet der Vorsitzende der Bergisch Raptors.

Gerne würde er sich auch mit der Lebenshilfe an einen Tisch setzen. „Wir haben einige Ideen, was man mit der Eissporthalle machen könnte. Aber ein Gespräch ist leider bisher nicht zustandegekommen“, bedauert Lingen. Für Mitte Januar ist zumindest mit der Stadt ein weiteres Gespräch vereinbart worden.

Eishockey, Jugendliche, die die Eis-Disco regelmäßig besuchen, Eisstockschützen, Eiskunstlaufen – zuletzt begeisterte der STB-Weihnachtszauber wieder rund 750 Besucher in der Eissporthalle – für viele ist die Einrichtung an der Brühler Straße unverzichtbar.

Auch für die Initiatoren von „Solingen braucht Eis“. Vor Wochen wurde eine Online-Initiative gestartet. Mehr als 3200 Menschen haben mit ihrer Unterschrift bereits kundgetan, dass die Stadt Solingen langfristig eine Eishalle bietet soll. „Solingen braucht Eis“ strebt ein Bürgerbegehren gemäß § 26 der Gemeindeordnung NRW an. Ziel ist ein Bürgerentscheid bei der Kommunalwahl im September nächsten Jahres – sofern genug Unterschriften zusammenkommen.

Die Lebenshilfe hat grundsätzlich die Weichen für die Zukunft gestellt. Der Betrieb einer in die Jahre gekommenen Eissporthalle gehört aber nicht mehr dazu. Als Eigentümer des Geländes an der Brühler Straße will die gemeinnützige Organisation auf dem Gelände der Eissporthalle am Südpark eine moderne Werkstatt errichten. So jedenfalls der Plan, den die Lebenshilfe-Vorsitzende Prof. Dr. Susanne Schwalen gegenüber unserer Redaktion bereits vor Monaten bekräftigte. Rund 650 Behinderte und überdies 140 Mitarbeiter hätten dann im Südpark einen Arbeitsplatz. Das Gelände an der Freiheitstraße in Wald soll im Gegenzug vermarktet werden.

Erklärtes Ziel der Stadt war es eigentlich, im ersten Halbjahr 2019 einen Standort für eine neue Eissporthalle zu finden. Doch die Gespräche mit Interessenten beziehungsweise Investoren ziehen sich in die Länge – die Zukunft des Eislaufsports hängt somit weiter am seidenen Faden. Denkbare Standorte seien geprüft und mit dem Interessenten erörtert worden. „Die Gespräche mit dem Interessenten werden weiter geführt“, heißt es aus dem Rathaus. Der Interessent sei allerdings selbst kein Investor, der aber Investoren ebenso suchen würde wie ein Finanzierungskonzept, heißt es weiter.

Grundsätzlich habe man ein konkretes Grundstück in den Blick genommen. Nun werde die Machbarkeit geprüft. Im Januar wollen sich die Beteiligten erneut treffen.