Solingen: Gebäude Bonner Straße soll saniert werden

Sanierung des Verwaltungsgebäudes Bonner Straße : Verwaltung auf zwei Standorte beschränken

Der Anbau am Rathaus ist vorerst vom Tisch. Das Verwaltungsgebäude Bonner Straße wird saniert und umgebaut.

Der Anbau am Rathaus Cronenberger Straße / Walter-Scheel-Platz ist zumindest vorerst vom Tisch – obwohl den die Politik im März im Stadtrat auf den Weg gebracht hat. Doch nach neuen Berechnungen kommt die Sanierung des Verwaltungsgebäudes an der Bonner Straße teurer und ist aufwändiger als damals gedacht. Stadtkämmerer Ralf Weeke sprach in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses deshalb von einem „Paradigmenwechsel“: „Wir müssen uns zunächst auf die Bonner Straße konzentrieren“, sagte Weeke in Richtung Politik und äußerte die Bitte, bis zum Ende dieses Jahres die Entscheidung der Verwaltung mitzutragen. Die sei dringlich, es bestehe am und im Gebäude Handlungsbedarf.

Eine Beschlussfassung schon in der Ratssitzung am kommenden Donnerstag zog Weeke wegen des großen Beratungs- und Informationsbedarfs der Politik zurück. Reine Sanierungskosten würden im Verwaltungsgebäude an der Bonner Straße nach derzeitigen Berechnungen in Höhe von 9,6 Millionen Euro anfallen. Wird dort gleichzeitig noch umgebaut und mehr Arbeitsplätze geschaffen, beläuft sich die Investition auf rund 19,8 Millionen Euro. Von derzeit etwa 400 Arbeitsplätzen könnte „auf deutlich mehr als 600“, so Weeke, aufgestockt werden. Auch in Verbindung mit Digitalisierung und verstärkter Heimarbeit der städtischen Beschäftigten.

„Wir machen ernst. Wir wollen nur noch zwei Standorte für die Verwaltung haben“, sagte der Kämmerer, der trotz der Konzentration der Sanierung und des sich abzeichnenden Umbaus an der Bonner Straße den Anbau am Rathaus in der Stadtmitte nicht beerdigt sieht. Zumal sich die Verwaltung unter anderem von Standorten an der Kölner Straße und der Gasstraße trennen will. Und ob das kommunale Jobcenter langfristig in der angemieteten Immobilie an der Kamper Straße bleiben kann, wird bezweifelt: „Jederzeit muss damit gerechnet werden, dass die Bundesagentur für Arbeit die Räumlichkeiten veräußert und die Stadt Solingen mindestens aufgrund deutlicher Mietpreiserhöhungen unter erheblichen Handlungsdruck gerät“, heißt es in einer Vorlage an die Politik.

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CDU-Fraktionsvorsitzender Carsten Voigt kann den Schwenk der Verwaltung zwar grundsätzlich nachvollziehen, doch warum die Verwaltung 2013 das Gebäude Bonner Straße – davor war es über Jahre hinweg geleast – trotz des sich schon damals abzeichnenden erheblichen Sanierungsstaus gekauft habe, erschließt sich ihm nicht. „Das kann man den Bürgern nicht erklären, man hätte neu verhandeln müssen“, sagte Voigt.

 Weeke entgegnete, dass die Stadt auch beim Leasingvertrag für die Sanierung hätte aufkommen müssen. „Aber die Zinsen waren damals günstig, deshalb haben wir gekauft“, erklärte der Stadtkämmerer, der den Kauf der Immobilie auch rückblickend als richtig erachtet. Gleichwohl gab er zu: „Das Thema Bauunterhaltung ist bei der Stadt immer stiefmütterlich behandelt worden.“

Dennoch bestand Voigt darauf, dass die Verwaltung die Höhe des Sanierungsstaus für das Ohligser Verwaltungsgebäude im Jahr 2013 noch nachliefern muss. Ohnehin, so auch Sprecher von BfS und FDP, müssten Wirtschaftlichkeitsberechnungen auf den Tisch – auch, damit man die Neubauvariante am Rathaus mit der Variante Sanierung/Umbau in Ohligs vergleichen kann.

Ulrich Uibel (SPD) hob positiv hervor, dass man „mittelfristig einem verlässlichen Raumnutzungskonzept noch nie so nah war wie jetzt“. Das habe immerhin rund 40 Jahre gedauert. Damals gab es noch 26 Verwaltungsstandorte verstreut im Stadtgebiet. Künftig soll die Verwaltung an zwei Standorten plus zwei Bürgerbüros untergebracht werden. Für Uibel ist aber auch klar: „Die Anbaulösung an der Cronenberger Straße sollte nicht aufgegeben werden“.

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