Solingen: Galileum mit Sternwarte und Planetarium öffnet am 5. Juli.

Sternwarte und Planetarium in Solingen : Das neue Galileum bekommt eine blaue Kugel

Nach Pfingsten rücken Maler an, um den bisherigen grünen Kugelgasbehälter neu anzustreichen. Eröffnung des Galileums am 5. Juli.

Auf der Baustelle im Quartier zwischen Tunnel-, Hansa- , Mittelstraße und Hochstraße sowie des Walter-Horn-Wegs in Ohligs herrscht Hochbetrieb. Denn für die Bauarbeiter des Galileums Solingen, ein modernes Planetarium im Kugelgasbehälter mit Sternwarte im Neubau, ist Endspurt angesagt – in den Gebäuden wie auf den Außenflächen.

„Es wird Spitz auf Knopf gehen, aber wir werden es schaffen“, sagt Dr. Frank Lungenstraß, Geschäftsführer der Walter-Horn-Gesellschaft, exakt einen Monat vor der geplanten Eröffnung des Millionenprojektes am 5. Juli. Trotz des nahenden Eröffnungstermins und der vielen bis dahin noch zu erledigenden Aufgaben ist Lungenstraß spürbar zuversichtlich: „Es läuft überraschend gut und glatt, der Zeitplan funktioniert“.

Am Mittwoch wurde damit begonnen, die Bestuhlung aufzubauen. Im Planetarium, das in der Kuppel Platz findet, werden später 85 Besucher gleichzeitig Gelegenheit haben, bei Vorführungen den Sternenhimmel zu beobachten. Dieser wird hier auf die Innenkuppel projiziert.

Bei der Auswahl der Technik für das Planetarium ging es international zu: Die Projektionskuppel kommt aus den USA, der Steuerungsprojektor aus Japan und die Videotechnik aus Frankreich. „Wir denken, dass Ende der kommenden Woche der Technikteil fertig sein wird. Vor der Eröffnung sind hier auch noch Schulungen vorgesehen“, sagt Frank Lungenstraß.

Sitzprobe: Im Planetarium im ehemaligen Kugelgasbehälter wurde am Mittwoch damit begonnen, die Stühle zu montieren. Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Mittlerweile liegen überall die Fußböden, allerdings noch abgedeckt, damit sie im Zuge der restlichen Bauarbeiten keinen Schaden nehmen. „Nächste Woche wird die Kugel endgültig geschlossen“, kündigt der Schatzmeister der Walter-Horn-Gesellschaft an. Damit ist der Weg frei für die Garten- und Landschaftsbauer, um das Außengelände zu gestalten. „Es passiert jeden Tag sehr viel. Es wird zum Ende hin knirschen“, schätzt Frank Lungenstraß. „Aber es wird alles klappen“.

Nach Pfingsten, und damit noch rechtzeitig vor der Eröffnung bis zum 5. Juli, ändert sich zudem der Blickfang auf das Gelände. Denn der alte Kugelgasbehälter, in dem jetzt modernste Technik steckt, wird farblich verändert. Das bisherige Grün wird durch ein dunkles Blau ersetzt. „Mehr als 500 Liter Farbe stehen bereit“, sagt Lungenstraß. „Läuft alles nach Plan, dann können die Maler binnen 14 Tagen die Kugel neu gestrichen haben“.

Frank Lungenstraß, Schatzmeister und Geschäftsführer der Walter-Horn-Gesellschaft, begleitet das Bauprojekt von Anbeginn mit. Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Auf der Kostenseite wird es dagegen keine Punktlandung geben. Die zunächst anvisierten 7,3 bis 7,4 Millionen Euro Baukosten werden wohl auf mehr als acht Millionen Euro steigen. Die Walter-Horn-Gesellschaft ist deshalb weiter auf Spenden angewiesen.

Nach Eröffnung des Galileums werden sich die Besucher auch wieder den Sternenhimmel live anschauen können. Denn auf dem Dach des Neubaus neben dem Kugelgasbehälter ist die Sternwarten-Plattform inklusive einer Kuppel mit einem Durchmesser von 4,50 Metern entstanden. Die Kuppel, so heißt es, klappt sich auf wie eine Muschel.

Für den Bezirksbürgermeister von Ohligs/Auferhöhe/Merscheid, Marc Westkämper, ist die anstehende Eröffnung des Galileums der nächste Schritt in eine gute Zukunft für Ohligs-Ost. Denn seit einigen Jahren durchläuft das Quartier an der Hinterseite des Solinger Hauptbahnhofs, das früher eher zu den schlechten Gegenden der Stadt gehörte – zum Beispiel durch den Codecentric-Neubau – eine von vielen kaum für möglich gehaltene städtebauliche Metamorphose.

„Das Galileum ist nun der nächste Meilenstein“, sagt Bezirksbürgermeister Westkämper, der gedanklich schon einmal die weitere Entwicklung vorwegnimmt. „Als nächste Wegmarke steht sicher der Bau des neuen Hotels am Hauptbahnhof“, betont Westkämper, der damit rechnet, dass die Bauarbeiten hierfür Anfang kommenden Jahres beginnen werden.

Und der darauf setzt, dass auch danach noch nicht Schluss sein wird. „Ein Projekt, das sicherlich auch dafür sorgen würde, die Entwicklung weiter voranzutreiben, ist der Umbau des alten Hallenbades an der Sauerbreystraße“, so der Bezirksbürgermeister. In dem seit dem Jahr 2011 leerstehenden Bad sollen nach dem Willen des Besitzers, ein Projektentwickler aus Erftstadt, moderne Wohnungen entstehen.

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