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Solingen: Gala zum Abschluss der Walder Theatertage

Walder Theatertage : Kurzweiliger Gala-Abend mit positiven Signalen

Hochkarätige Künstler standen im Pina-Bausch-Saal auf der Bühne - genauso wie der talentierte Schauspielnachwuchs, der im Rahmen des Bergischen Theaterwettbewerbs in sieben Kategorien ausgezeichnet wurde.

Es bedarf keiner Worte, um bewegende Geschichten zu erzählen. Julien Cottereau lässt seine Gesichtsmuskeln spielen, lässt auf den Punkt genau täuschend echte Geräusche ertönen. Der Clown spielt mit seinem Publikum, macht es Teil seiner einfachen, aber so fesselnden Show. Sebastian Greif holte der Künstler auf die Bühne, um mit ihm pantomimisch Fußball zu spielen. Das Vorstandsmitglied der Stadt-Sparkasse überzeugte dabei genauso mit schauspielerischem Talent wie Carsten Voigt. Der CDU-Fraktionsvorsitzende lieferte sich mit dem ausdrucksstarken Lausbuben ein "tödliches Pistolen-Duell".

Julien Cottereau reihte sich mit seinen beiden Auftritten ein in die Riege der hochkarätigen Künstler, die die rund dreieinhalbstündige Abschlussgala der Walder Theatertage im ausverkauften Pina-Bausch-Saal so kurzweilig und unterhaltsam gestaltet haben. Puppenspieler René Marik ließ seinen stotternden Maulwurf(n) Goethe und Shakespeare spielen - und daran scheitern. Verwandlungskünstler Ennio Marchetto wechselte in Sekundenschnelle die Rollen von Helene Fischer, über Angela Merkel über die Queen bis hin zu Freddy Mercury. Wie schon am Abend zuvor unter freiem Himmel fesselte das "Duo Kaos" das Publikum mit seiner Akrobatik auf dem Fahrrad.

Das Straßentheater am Freitag und die vom Kabarettisten Matthias Deutschmann moderierte Gala bildeten den abschließenden Höhepunkt der vielen über Wochen verteilten Veranstaltungen im Rahmen der Walder Theatertage, auf die zu Beginn in einem zehnminütigen Film zusammengefasst noch einmal zurückgeblickt wurden. "Dass die Theatertage ihren Ruf haben, liegt nicht an den Veranstaltungen, sondern an den vielen Gruppen junger Menschen, die einen Preis gewinnen wollen", sagte Peter Wirtz, der mit Dagmar Joseph für die Organisation der Eventreihe verantwortlich ist. Einmal mehr appellierte der Leiter der Friedrich-Albert-Lange-Schule an die Stadt Solingen, ihren Teil dazu beizutragen, die Zukunft der Walder Theatertage zu sichern. "Nach 20 Jahren wussten wir nicht, wie es weitergeht, weil öffentliche Mittel weggefallen waren." Nach der 21. Auflage wissen die Macher, dass Solingens Oberbürgermeister ein positives Signal für die Zukunft gegeben hat.

Im Rahmen der Verleihung des Theaterpreises der Stadt Solingen für die beste Produktion sagte Tim Kurzbach: "Ich werde dem Kuratorium der gerade gegründeten Gerd-Kaimer-Stiftung empfehlen, die Theatertage zu unterstützen." Das sei sicher ganz im Interesse des kürzlich verstorbenen Alt-OB, der sein Vermögen gespendet hatte, um die Bildung zu fördern.

650 junge Schauspieler in diversen Ensembles waren in diesem Jahr beim Bergischen Theater-Wettbewerb angetreten. Die Besten standen am Gala-Abend auf der Bühne, um einen der Preise in sieben Kategorien in Empfang zu nehmen. Für die beste Produktion wurde die Liebfrauenschule aus Geldern ausgezeichnet.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das war die Abschlussgala der Walder Theatertage

(gra)