Solingen: Für Freizeitpark Ittertal gibt es kein Zurück

Haan/Solingen : Für Freizeitpark Ittertal gibt es kein Zurück

Inhaber Bruno Schmelter erläuterte in der Bezirksvertretung Wald seine Verkaufspläne. Ziel ist es, wenigstens den Märchenwald zu erhalten. Auf dem Gelände könnten ein Kindergarten und eine Kletterwand entstehen.

Manchmal lässt sich das Unvermeidliche nur mit Humor ertragen: „Die Bezirksvertretung müsste als Pächter auftreten“, scherzte Walter Herbster (Linke), als im Walder Stadtteilgremium das Aus für das „Familien Paradies Ittertal“ zur Sprache kam. CDU und SPD hatten jeweils Anträge zur Klärung des Sachstandes gestellt.

Ob bereits ein Eigentümerwechsel stattgefunden habe, wollte etwa die Unions-Fraktion wissen. Oder ob es alternative Trägermodelle gebe, um den Park weiter zu betreiben. Am Ende der öffentlichen Sitzung im Walder Stadtsaal, die auch einige Bürger des Stadtteils aufgesucht hatten, stand jedoch eine Erkenntnis: „Das Ding ist durch“, sagt Martin Röhrig (CDU). Man werde niemanden finden, der einen solchen Park betreibe.

Zuvor hatte Bruno Schmelter Stellung zum Thema bezogen. „Wir sind in Verkaufsgesprächen“, erklärte der Betreiber der historischen Freizeitanlage. Diese hatte er im Jahr 2002 für 1,6 Millionen Euro übernommen. „Wir haben damals verbrannte Erde vorgefunden“, sagte er. Dass sich mit dem Park angesichts hoher Instandhaltungskosten keine Reichtümer verdienen ließen, ist kein Geheimnis. Ein Übriges taten wohl auch abfällige Kommentare zum Park im Internet.

Bereits seit Jahren sucht der heute 75-Jährige einen Nachbesitzer. Zwei bis drei potentielle Käufer haben sich offenbar inzwischen gefunden, die auf dem Areal neue Ideen umsetzen wollen. Aus der Bayernhalle soll demnach ein Kindergarten werden, im großen Saal des Restaurants eine Kletterwand entstehen. Wie es mit dem Märchenwald weitergeht, ist noch nicht sicher. „Es ist mein Wunsch, ihn zu erhalten“, betonte Schmelter. Der Park, sagte der Schausteller, sei ihm ans Herz gewachsen.

Unterstützung kommt aus der Bürgerschaft: Zuletzt hatte eine Facebook-Initiative zweier Solinger unter dem Titel „Freizeitpark Ittertal – Gemeinsam erhalten“ rund 200 Anhänger gefunden, die ehrenamtliche Hilfe auf der Anlage anboten. „Das Interesse ist da“, bekräftigte Heinz-Wilhelm Westring (FDP). Von ihrer Überlegung, Patenschaften für die Häuser des Märchenwaldes zu übernehmen, hat die Bezirksvertretung aber Abstand genommen. „Jede Figur kostet 1200 bis 1600 Euro“, erklärte Schmelter. Eine Verpachtung komme für ihn ebenfalls nicht in Frage: „Wir haben darüber nachgedacht, aber der Pachtzins wird schwer zu erwirtschaften sein.“ Aktuell bemüht er sich um verantwortungs- und liebevolle Nachbesitzer für die jeweils zwei Esel und Ziegen vom Grundstück im Ittertal.

Vollzogen ist der Verkauf der Anlage noch nicht. Ansatzpunkte für die Bezirksvertretung sahen die Stadtteilpolitiker letztlich aber auch wenige: Natürlich könne die Politik versuchen, den Konflikt zwischen Landschaftsschutz und Vermarktungsinteresse zu entschärfen, sagte Frank Knoche (Grüne). Letztlich müsse man dem Betreiber dankbar sein, dass das Familien Paradies Ittertal so lange existiert habe.

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