Solingen: Freibad Ittertal bleibt dienstags geschlossen

Ittertal : Im Freibad Ittertal greift „Plan B“

Der Förderverein hat ohne Erfolg einen Schwimmmeister gesucht. Konsequenz: Dienstags bleibt das Bad zu.

Seit August vergangenen Jahres hat der Förderverein Ittertal bundesweit einen weiteren Schwimmmeister gesucht – Bewerbungen beziehungsweise Angebote gab es indes nicht. „Das belastet uns sehr“, sagt Hartmut Lemmer. Der Vorsitzende des Fördervereins muss deshalb kurz vir dem Start in die Freibadsaison am 17. Mai auf den schon Mitte April in unserer Zeitung hingewiesenen „Plan B“ zurückgreifen: „Wir müssen die Arbeitsschutzregeln einhalten. Von daher bleibt in der neuen Saison jeweils dienstags das Freibad geschlossen, auch wenn schönes Wetter ist “, kündigt Lemmer an.

Thomas Czeckay, im Winter gleichzeitig Eismeister auf dem Gelände im Ittertal, ist einziger Schwimmmeister im Ittertal. Samstags wird er von einem Schwimmmeister von außerhalb vertreten. Unterstützt werden die Schwimmmeister von der DLRG Solingen . Das Team um Einsatzleiter Stefan Voos besteht aus zehn Personen und ist über den Sommer am Beckenrad des Freibades Ittertal im Wechsel im Einsatz. „Wir sind aber keine ausgebildeten Schwimmmeister, wir sind Rettungsschwimmer“, erklärt Voos. „Ein Schwimmmeister muss aber stets vor Ort sein, der sich neben lebensrettenden Einsätzen insbesondere auch um die Wassertechnik oder die Chloranlage kümmert“, ergänzt Thomas Czeckay. In den vergangenen beiden Sommern hatte das Ittertal noch einen weiteren Schwimmmeister. Der sei aber zur Stadt gegangen

Mit Blick auf „Amtshilfe“ suchten Lemmer und Czeckay auch das Gespräch mit der Solinger Bädergesellschaft. Die Geschäftsführerin Kirsten Olsen-Buchkremer musste die Anfrage aber abschlägig beantworten. Zumal auch beim städtischen Bäderbetrieb das Fachpersonal sehr knapp ist. Aktuell gibt es fünf Schwimmmeister bei der Stadt, darunter sind zwei Neumeister, die sich während des Neubaus des Hallenbades Vogelsang als Meister qualifiziert haben. Zudem elf rettungsfähige Personen. „Zwei Vollzeitstellen sind unbesetzt und seit rund vier Wochen ausgeschrieben“, teilt die städtische Pressestelle. Bewerbungen gebe es derzeit nicht. Bewerben können sich Fachangestellte für den Bäderbetrieb oder auch DLRG-Rettungsschwimmer. Mit dem derzeitigen Personalstamm könne der Betrieb in den beiden Hallenbädern und ab dem 30. Mai auch im Heidebad laufen – „solange nichts Unvorhergesehenes passiert“.

Der Mangel an Schwimmmeistern ist kein Solinger Phänomen. Rund 2500 Schwimmmeister fehlen laut Hartmut Lemmer bundesweit – von Friedrichshafen bis zur kleinen Nachbarstadt Haan. Das Ittertal-Team hofft gleichwohl auf einen schönen Sommer, die Hoffnung, dass sich doch noch ein Schwimmmeister meldet, ist dagegen niccht sonderlich groß.

Von 10 bis 19 Uhr ist das Freibad künftig täglich außer dienstags geöffnet. Ein Tag weniger geöffnet, heißt unter dem Strich auch weniger Einnahmen. Auf die ist das Ittertal jedoch angewiesen. „Wir bekommen seit Jahren keinen Betriebskostenzuschuss von der Stadt“, sagen Lemmer und Czeckay. „aber um dauerhaft zu existieren, muss man investieren“. Die Wunschliste für Investitionen im Ittertal sei lang.

Dennoch lässt man sich im Förderverein und und in der Neue Arbeit Ittertal gGmbH nicht verderben. „Das Wasser im Schwimmerbecken ist bereits drin“, sagt Thomas Czeckay. Gestern Nachmittag wurden mit dem Befüllen des Nichtschwimmerbeckens begonnen.

Vor dem Start in die Freibadsaison gibt es bereits am kommenden Sonntag, 12. Mai, sportliche Aktivitäten im Ittertal: Ein Volleyballturnier steht an, zudem in Verbindung mit dem TSV Gruiten die Veranstaltung „Swim & Run“. Bis dahin, verspricht Schwimmmeister Thomas Czeckay, „wird das Wasser eine Temperatur von 22 Grad haben“. Da muss nachgelegt werden: Gestern waren es lediglich knapp 13 Grad.

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