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Solingen: Festival-Feeling bei Pow Wow You​

Open Air im Solinger Südpark : Bestes Festival-Feeling bei Pow Wow You

Bei guten Bedingungen fanden sich am Samstag schon früh viele Hundert Fans der modernen musikalischen Freiluft-Unterhaltung im Südpark ein. Geboten wurde ein abwechslungsreiches und vielfältiges Programm.

Die kurzfristigen Bedenken das Wetter betreffend, stellten sich glücklicherweise als unbegründet heraus. Dabei waren die Sorgen, ob das Jugendfestival „Pow Wow You“ in diesem Jahr überhaupt wieder wie gewohnt auf der großen Wiese vis-à-vis der Güterhallen stattfinden könne, ohnehin die weit Größeren, berichtete Alexander Erkelenz. Der Vorsitzende des Solinger Jugendstadtrats und Moderator der Veranstaltung: „Am Ende haben wir es alle miteinander gewuppt. Das ist es, was es so besonders und ausmacht. Umso schöner, mit so vielen Fans heute wieder hier zu sein.“

Den Auftakt des vorsätzlich abwechslungsreich und vielfältig gehaltenen Bühnenprogramms machte die Solinger Sängerin und Songwriterin „Lyne“ mit DJ und ihren so ausdrucksstarken wie gefühlvollen deutschsprachigen Texten. Derweil füllte sich der Platz vor den zwei abwechselnd bespielten Bühnen zusehends. Unter einem angenehm sommerlichen Sonne-Wolken-Mix ließen sich Alt und Jung gemütlich nieder, was die vielen Vehikel von Kinderwagen über Dreirädern bis zu Scootern, Mountainbikes und Rollatoren untrüglich bewiesen.

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Während die bewegungsintensiven Performances der Tanzschule „Xperience“ den einen oder anderen durchaus zum sportlichen Mitmachen animierte, wähnte man sich beim Auftritt von „Leonora und Band“ endgültig im Festival-Feeling. Der etablierten lokalen Vokalistin und Liedermacherin ist es gelungen, eine starke Backing-Band aus bereits namhaften Nachwuchsmusikern der Klingenstadt um sich zu scharen. Nicht zuletzt der Bläsersatz aus Trompete, Saxofon und Posaune gibt mit seinem satten Sound den richtigen Schub für live und open-air. „Das sind alles meine Songs. Und ich freue mich wie an Weihnachten, diese in dieser Form präsentieren zu können“, erzählte die Künstlerin und verriet noch: „Wir haben aktuell eine EP in Vorbereitung.“

 Für die Solinger Band „Matter of Time“ war der Auftritt beim „Pow Wow You“-Festival im Südpark ein Heimspiel.
Für die Solinger Band „Matter of Time“ war der Auftritt beim „Pow Wow You“-Festival im Südpark ein Heimspiel. Foto: Peter Meuter

Großer Beliebtheit erfreute sich besonders bei den jüngeren Besuchern die erstmals eingerichtete Graffiti Area. Dieser vom Wuppertaler „Rapper Le Mietz“ ausgerüstete, ganz legale Bereich veranlasste so manchen, wohl zum ersten Mal mutig zur Spraydose zu greifen und damit kreativ aktiv zu werden. „Wir wollten die Möglichkeit bieten, mal etwas Neues auszuprobieren. In Solingen ist halt nicht immer etwas los“, erläuterte Benjamin Vannahme. Als Teil des Orga-Teams betreute er die Graffiti Area mit und verantwortete außerdem die gestalterische Ausstattung des „Pow Wow You“.

Um das Festivalgelände herum gruppierten sich die Stände der zahlreichen Initiativen und Organisationen, die mit ihren Beiträgen und tatkräftiger Unterstützung das Festival erst ermöglichen: vom CVJM über die Clearingstelle der Stadt, das Monkeys und Rollhaus der AWO bis zum IB Mädchentreff sowie dem Jugendstadtrat. Vom Chillout bei Water Pong über Kickern oder Schminken und Fotoboxen gab so Manches zu erleben, aber viel Informatives zu erfahren.

 Leonora und ihre Band heizten bereits nachmittags mächtig ein.
Leonora und ihre Band heizten bereits nachmittags mächtig ein. Foto: Ansgar Sperk

Ein weiteres Novum war der Schutzraum „Luisa ist hier“. „Mir ist dieses unmittelbare Angebot an alle, die akut hilfesuchend sind, sehr wichtig. Wir wollen es etablieren“, erklärte Mareike Pach von der städtischen Jugendförderung. Es bietet einen niedrigschwelligen Ausweg aus unübersichtlichen bis bedrohlichen Situationen vor Ort und schnelle Hilfe. „Luisa ist hier“ hat sich bereits auf zahlreichen Veranstaltungen vieler Städte bewährt. „Bei all der großen Resonanz und den vielen Beteiligten ist das Pow Wow You vor allem aber von Jugendlichen für Jugendliche“, so Pach weiter und fügte hinzu: „Besonders froh bin ich darüber, das Festival wieder in den so engagierten wie versierten Händen unseres Projektmanagers zu wissen.“

Daniel Telgen ist seit langem einer der wichtigen Macher hinter dem Event und fand zwischen den Anklängen der Band „Strahlemann“ noch Zeit für ein paar Worte: „Der von so vielen wieder gewünschte Headliner, „Le Fly“ aus Hamburg, musste krankheitsbedingt leider ganz kurzfristig absagen. Wir haben aber mit „Raum27“ aus Bremen einen nicht weniger attraktiven und namhaften Ersatz schnell finden können.“

Auch diese Zusage spreche für ein überregional bedeutendes Umsonst & Draußen in der Klingenstadt, das trotz Coronapause wieder gut besucht war. Im Line-up folgten vor dem Hauptact unter anderem noch die gefeierten Livegigs der Publikumslieblinge „Antiheld“ aus Stuttgart, dessen Sänger sich durch die Menge tragen ließ, und der Lokalmatador „Matter of Time“. Der Himmel über dem Südpark hielt das Wasser und damit auch das Festivalflair bis zum stimmungsvollen Schluss.