Solingen: Fachkräftebedarf über Bildungsprojekt sichern

Solingen : Mitarbeiter finden, binden, entwickeln

Die auch in der Klingenstadt verbreitete Stanz- und Umformtechnik gewinnt immer mehr an Bedeutung. entscheidend ist für den Wirtschaftszweig aber, Fachkräfte zu finden. Dabei hilft ein Sozialpartnerschaftsprojekt.

Die Stanz- und Umformtechnik ist in der Klingenstadt ein durchaus bedeutender Wirtschaftszweig. Etliche Unternehmen beschäftigen sich damit, größere Firmen, aber auch mittelständisch Familienunternehmen. Bundesweit, sagen Experten voraus, wird die Stanz- und Umformtechnik in Deutschland in den nächsten Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnen. Gerade auch vor dem Hintergrund der Entwicklung der Elektromobilität.

Für Frank Müller, Geschäftsführer der pro Person GmbH aus Wuppertal, und der Solinger Wirtschaftsförderin Lea Pistorius ist es für die stanz- und Umformtechnik schon jetzt allerhöchste Zeit, sich auf die zukünftigen Herausforderungen und den damit verbundenen Personalbedarf einzustellen. Helfen soll dabei nicht nur das Solinger Stellenportal, sondern auch das Sozialpartnerprojekt „FasiBIS“. Das steht für Fachkräftesicherung durch Bildung in der Stanz- und Umformtechnik in NRW. Das über drei Jahrte angelegte Projekt soll im Oktober starten. Die Auftaktveranstaltung ist für den 29. Oktober in Dortmund geplant. Möglichst mit Mitarbeitern oder auch Jobsuchenden aus Solingen und überdies klingenstädtischen Unternehmen.

„Es geht darum, Mitarbeiter zu finden, Mitarbeiter zu binden und Mitarbeiter zu entwickeln“, sagt Frank Müller, der mit der 2006 gegründeten pro Person GmbH in der Vergangenheit schon öfter in Solingen tätig war. Unter anderem mit Transfergesellschaften – beispielsweise für die Saltus-Beschäftigten. „Wir haben in den vergangenen Jahren über 90 Projekte umgesetzt und 9000 bis 10.000 Menschen geholfen“, sagt Frank Müller mit Blick unter andrem auf erfolgreiche Vermittlung oder Qualifizierung.

Nun also das Sozialpartnerprogramm „FasiBIS“ für die Stanz- und Umformtechnik. „Viele Unternehmen stellen fest, dass es bei der aktuell guten Auftragslage immer schwieriger wird, passende Fachkräfte zu finden“, erklärt Müller.

Gleichwohl gebe es auch am Arbeitsmarkt ungenutzte Ressourcen, „die es besonders vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung zu nutzen gilt“. Und hier decken sich arbeitgeber- und arbeitnehmerseitige Interessen, die über das Projekt gehoben werden sollen. „Es geht nicht nur darum, Leute in Jobs zu bringen, sie sollen auch im Beruf besser als zuvor aufgestellt sein“, betont Frank Müller. „Für Unternehmen ist das Projekt kostenfrei. Sie müssen lediglich einige Arbeitskräfte zur Verfügung stellen“, ergänzt Lea Pistorius.

Projektpartner des NRW-weiten Programms sind neben der pro Person GmbH der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), das Kompetenz- und Innovationszentrum für Stanztechnologie (KIST) in Verbindung mit der Schulungsgesellschaft GSU. Aber auch der Arbeitgeberverband Gesamtmetall sei mit im Boot. „Uns geht es darum, verstärkt Unternehmen aus Solingen beziehungsweise dem Bergischen Land mit in das Projekt einzubinden“, sagt Frank Müller. Ein Wunsch, den Lea Pistorius nur unterstützen kann. „Das Projekt ist eine Chance für die Betriebe der Stanz- und Umformtechnik.“

Digitalisierung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zeitgemäße Gestaltung der Ausbildung, ungenutztes internes Betriebspotenzial erschließen, Zugänge zu internen und externen, bisher nicht beachteten Randgruppen finden – „FasiBIS“ hat einige Themenschwerpunkte. Das Projekt wird über Bundesmittel und Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds finanziert. Für Unternehmen entstehen keine direkten Kosten, versichern Frank Müller und Pea Pistorius.

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