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Solingen: Ex-Spitzenpolitiker Bernd Wilz beweist seine Fitness

Bernd Wilz : Ex-Spitzenpolitiker beweist seine Fitness

Zum 25. Mal legte Ex-Staatssekretär und -Union-Präsident Bernd Wilz in diesem Frühjahr das Sportabzeichen ab.

Nicht selten leidet unter dem beruflichen Aufstieg mit mehr Verpflichtungen die körperliche Ertüchtigung. Davon können landauf landab zahlreiche Sportvereine ein Lied singen. Schließlich ist das frühere und mittlere Erwachsenenalter dort vielfach unterrepräsentiert. Auch bei Bernd Wilz kam die Bewegung in der Phase der größten Verantwortung laut eigener Aussage oft zu kurz: „Man hat einfach sehr viel gesessen – am Schreibtisch, im Flugzeug, Auto, bei Sitzungen oder Arbeitsessen“, berichtet der frühere Präsident von Fußball-Zweitligist Union Solingen von seiner Zeit als Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung zwischen 1992 und 1998. „Irgendwas musst Du tun“, habe er sich eines Tages gedacht, sagt der heute 76-Jährige – und begann zu trainieren.

So sah man ihn fortan regelmäßig auf dem Sportplatz auf der Bonner Hardthöhe, dem Sitz des Ministeriums. „Der Büroleiter war auch mit dabei – dem hat das richtig Spaß gemacht“, erinnert sich der Ehrenvorsitzende der Solinger CDU, der im Alter von zehn Jahren mit seinen Eltern in die Klingenstadt gezogen war. Freitagnachmittage boten sich als Termine für die sportliche Betätigung an. „Ansonsten bin ich auf das Wochenende ausgewichen“, erzählt Wilz. Auf dem Programm standen Kugelstoßen, Weitsprung, Laufen sowie Schwimmen in einer Bonner Badeanstalt – und Radfahren am Rhein entlang.

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Doch soviel Training brauchte auch ein konkretes Ziel: 1996 wiederholte Wilz sein Sportabzeichen, das er erstmals als 18-Jähriger abgelegt hatte. Das wurde seither zu einer alljährlichen Aufgabe – ab Ende der 90er Jahre auch in Solingen. Und in diesem Jahr kann der ehemalige Spitzenpolitiker und studierte Jurist ein Jubiläum feiern: Bereits zum 25. Mal hat er die Sportprüfungen bestanden. Auf der Herbert-Schade-Sportanlage am Schaberg warf er den Schleuderball in der Kategorie „Koordination“ rund 23 Meter weit – das bedeutet „Gold“ in der Altersklasse der 75- bis 79-Jährigen. Über neun Meter weit beförderte er in seiner Paradedisziplin den Medizinball – auch damit konnte er im Bereich „Kraft“ Gold für sich verbuchen. Ausdauer und Schnelligkeit wies er wiederum im Schwimmen am Vogelsang nach. „Aber ob Gold, Silber oder Bronze ist im Grunde nicht so wichtig“, betont Wilz: „Entscheidend ist, dass man etwas tut.“ Und so hält sich der einstige Humboldt-Schüler, der als Jugendlicher die Schulmeisterschaft im Weitsprung gewann und Tennis spielte, regelmäßig auch im Fitnessstudio in Schwung.

Die aktive Politik gehört für Wilz der Vergangenheit an. Die Zeit kann er sich inzwischen frei einteilen – und aus diversen Einladungen auswählen: „Früher haben im Grunde die Sekretärin und der Büroleiter bestimmt, was ich mache“, blickt er zurück. „Heute tue ich, was mir Spaß macht.“ Als Vorbilder für das regelmäßige Ablegen des Sportabzeichens verweist Wilz auf Persönlichkeiten aus seiner Zeit in der Politik, wie Bundespräsident Richard von Weizsäcker und den einstigen Solinger Oberbürgermeister Georg Schlößer (CDU). Auch andere Menschen wolle er dazu anregen, bei den Prüfungen mitzumachen – in Interesse der eigenen Gesundheit und zur Unterstützung des Solinger Sportbundes: „Denn das ehrenamtliche Engagement der Prüfer, für das sie viel Zeit opfern, hat eine hohe Anerkennung verdient.“