Eva Miriam Fuchs (Grüne) kandidiert für den Landtag. : „Für Wohlstand und Lebensqualität“

Eva Miriam Fuchs ist „Quereinsteigerin“ in der Politik. Jetzt kandidiert sie für die Grünen im Wahlkreis 34 für den neuen Düsseldorfer Landtag.

In was für ein Land kehre ich zurück? Diese Frage stellte sich Eva Miriam Fuchs 2018, als ein fünfeinhalbjähriger Brasilien-Aufenthalt zu Ende ging. In Deutschland war es die Zeit der Montagsdemos und der Flüchtlingsdebatten, und die gebürtige Wuppertalerin, seit 2017 Mitglied der Grünen, fing an, sich im dortigen Kreisverband zu engagieren. Zwei Jahre später wurde sie Bezirksvertreterin. „Aus dieser praktischen Arbeit habe ich gelernt, wie viel von der großen Politik abhängt“, sagt die 41-Jährige. Deshalb kandidiert sie jetzt für den Landtag und verspricht: „Ich bin es gewohnt, viel zu arbeiten und hart zu verhandeln.“

Das hat Fuchs an ihrem Arbeitsplatz bewiesen. Schon während des BWL-Studiums in Bayreuth erhielt sie die Zusage, bei der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft anfangen zu können („mein Wunschberuf“). Bei der Tochter der KfW-Bankengruppe hat die Prokuristin im letzten Jahr mitgewirkt, als es um ein 170-Millionen-Dollar-Projekt in Afrika ging. Mit dem Geld soll die Infrastruktur verbessert werden – von der Energie- und Wasserversorgung bis zum Straßenbau.

„Das Wort ,priviligiert‘ habe ich mit sechs Jahren gelernt“, blickt die Diplom-Kauffrau zurück. Nach dem Abitur war sie dann die Erste in ihrer Familie, die ein Studium begann. „Es kann nicht sein, dass ein gutes Leben davon abhängt, dass man Glück bei der Geburt hat“, betont die Mutter zweier Töchter, die sich ehrenamtlich in verschiedenen Funktionen einsetzt. Ihren Mann lernte sie bei einem Festival kennen, dessen Erlös der Wuppertaler Tafel zugutekam.

„Für uns wurde immer alles besser“, beschreibt Fuchs ihre Generation. Sie will sich dafür einsetzen, dass auch heute alle ein gutes Leben führen können. „NRW hat Gewicht“, ist sie überzeugt. „Was bei uns passiert, hat große Wirkung.“ Sie setzt sich für ein klimaneutrales Industrieland, für ein Zentrum der Kreislaufwirtschaft ein. Die Ausbildung soll attraktiver werden, um mehr Fachkräfte zu erhalten – auch aus den Reihen zugewanderter Menschen.

Die Haushaltspolitik soll sich konsequent am Gemeinwohl ausrichten: „Klimapolitik ist immer auch Sozialpolitik.“ Die Erzeugung von erneuerbarer Energie müsse massiv ausgebaut, „Strom von den eigenen Dächern“ besonders gefördert werden. Überschuldeten Städten wie Solingen und Wuppertal soll durch einen kommunalen Altschuldenfonds oder durch Förderprogramme geholfen werden. „Wir brauchen eine neue Politik, um Wohlstand und Lebensqualität zu sichern, ohne dabei unsere Lebensgrundlagen weiter so aufs Spiel zu setzen.“

„Ich will einen aktiven Beitrag zur Neuausrichtung in unserem Bundesland leisten“, fasst Eva Miriam Fuchs ihre Vorstellungen zusammen und verspricht einen „frischen Blick von außen“. Sie habe einen intensiven, persönlichen Wahlkampf geführt; auf der Landesliste ihrer Partei steht sie erst auf Platz 45. Fuchs: „Es ist ein Dienst an der Demokratie, dass man für seine Werte auch einsteht.“

Wenn neben Familie, Beruf und Politik noch etwas Zeit bleibt, hält sich die Cronenbergerin gerne in der Natur auf. Den Sport hat sie nach einer überstandenen Coronaerkrankung vorerst zurückgestellt.