Erste Bierbörse in Solingen Ohligs Von Mango-Pils bis Hosen-Hell

Solingen · Der Veranstalter ist mit dem Erfolg der 1. Ohligser Bierbörse sehr zufrieden. Gäste und Veranstalter loben das Niveau – und haben bis auf Freitagabend mit dem Wetter Glück.

Solingen: So viel Spaß bietet die Bierbörse
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So viel Spaß bietet die Bierbörse

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Foto: Peter Meuter

Veranstalter Werner Nolden trinkt Augustiner – wenn er nicht gerade, wie am Freitagnachmittag, mit einem Glas „Zipfer Hell Märzen“ aus Österreich auf die erste Ohligser Bierbörse anstößt. Es hätte auch ein belgisches, italienisches, kroatisches, portugiesisches oder spanisches Bier sein können, ein Alt, ein Kölsch, ein „Schwarzes“ aus der Lausitz oder ein Traditionsbier aus den Alpen, um nur einige zu nennen. Von Erdbeerbier, Mango-Pils und Bananen-Weizen ganz zu schweigen.

„Von den 32 Ständen sind rund ein Dutzend neu dabei“, erläuterte Nolden, der 1987 die Bierbörse in Opladen erfand. „Die Leute wollen ja auch eine Abwechslung haben.“ Wobei das Lokalkolorit nicht zu kurz kam: Auch das „Alt Ohligs“, das „Bräuhaus“ und „BOB’S“ waren – wie die Metzgerei Jacobs – mit Ständen vertreten.

„Jeder darf ausschenken, was er möchte“, berichtete Betriebsleiter Henrik Radtke (Alt Ohligs), der sich über die zusätzliche Veranstaltung freut. „Man merkt schon, dass Leben in den Stadtteil kommt.“ Die Düsseldorfer Straße sei im Aufwind. Aber auch drumherum tut sich etwas: „Wir haben, Gott sei Dank, einen langen Atem“, kommentierte BOB’S-Betriebsleiter Sascha Kraemer die aus vielen Gründen um sechs Monate verschobene Eröffnung der „Rock & Bowl“-Gaststätte an der Grünstraße. „Wir warten auf die Abnahme durch die Feuerwehr. Mitte Juli sollte es aber so weit sein.“

Im August steht schon der nächste Kneipenfreitag mit Live-Musik auf dem Ohligser Veranstaltungskalender. Während es bei der Bierbörse diesmal nur Konservenmusik gab, hatte Kevin Zimmer vom „Bräuhaus“ immerhin eine rockige Bier-Variante im Angebot: das „Hosen Hell“. Die Düsseldorfer Hausbrauerei Uerige, sonst Alt-Spezialist, brachte es in Zusammenarbeit mit den Toten Hosen auf den Markt.

Dass in Pfand-Gläser und nicht, wie beim Dürpelfest, in Plastikbecher gezapft wurde, so Zimmer, lasse das Bier besser schmecken. Ohnehin wirke die Bierbörse etwas exklusiver als das trubelige Dürpelfest. Sturzbäche und Kälte am Freitagabend dezimierten aber auch die Zahl der Nachtschwärmer. Trotzdem, kommentierte Veranstalter Werner Nolden, sei es am Freitag „überraschend lange“ gut besucht gewesen. Am Samstag, als ebenfalls erst um Mitternacht Sperrstunde war, herrschte dagegen bestes Biergarten-Wetter – nicht zu warm und nicht zu kalt.

„Der Samstag ist vom Verzehr her der beste Tag“, wusste Nolden schon bei der Eröffnung. Tatsächlich, blickte er am Sonntag zurück, sei es trotz der Konkurrenz durch die drei EM-Übertragungen sogar „überragend“ gewesen. Wobei Besucher wie Andreas und Michael aus Gevelsberg aber gerade die Ruhe am Freitag schätzten: Sie hatten sich in Düsseldorf das EM-Spiel der Slowakei gegen die Ukraine angesehen und wollten sich dann das Gedränge in der Altstadt ersparen. Am Stand der Privatbrauerei Specht aus dem Erzgebirge verfolgten sie am Fernsehgerät die Partie Österreich gegen Polen.

In die City, wo die Bierbörse 2019 sowie von 2021 bis 2023 stattfand, hätten die Gevelsberger nicht so leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefunden wie zum Hauptbahnhof in Ohligs. Und alkoholfreies Bier, weiß Werner Nolden, sei auch keine Lösung: „Damit sind wir so was von gescheitert. Wir haben es einmal in Opladen ausprobiert und nur zwei Fässer verkauft.“ Auf Nachfrage war die promillefreie Variante allerdings an einigen Ständen erhältlich. Schnäpse gab es per se nicht, wohl aber Cocktails und Weine.

Was Weintrinkerin Gundhild Hübel gefiel – wie der generelle Aufschwung in Ohligs. „Ich finde das super. Die ganzen Umbauten und der Marktplatz sind toll geworden“, urteilte die Bezirksbürgermeisterin. „Man hat mehr Platz, und es ist schöner“, begründete auch Werner Nolden den Umzug der Bierbörse. Die letzte Veranstaltung in der City sei kein Erfolg mehr gewesen. „Ich glaube, dass in Ohligs sowohl die Kaufkraft als auch die Trinkfreudigkeit größer ist“, sekundierte Hübels Stellvertreter Marc Westkämper.

Außerdem, so Hübel, gebe es mit den Ohligser Jongens, der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) und der Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft (OWG) „drei sehr starke Akteure“. Was Oberbürgermeister Tim Kurzbach bewusst ist: „Wir überlegen weiter, was wir für Mitte machen können“, sagte er nach dem Fassanstich mit Blick auf Werner Nolden. Der hat momentan aber eine größere Baustelle: Seit 19 Jahren steht er hinter den „Kölner Lichtern“. Ein Termin für 2025 liegt noch nicht fest. „Wir werden es wahrscheinlich noch einmal versuchen – vielleicht in kleinerem Rahmen.“

Den nächsten Termin für Ohligs können sich Bierfreunde dagegen schon einmal vormerken: Die zweite Bierbörse soll vom 27. bis zum 29. Juni 2025 stattfinden.