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Solingen: Ein Erlebnishof für Kinder

Besuch in Höhscheid : Ein Erlebnishof für Kinder

Reitpädagogin Catia Hensen hat viele Ideen für den Irlerhof in Höhscheid, einen besonderen Erlebnishof für Kinder im Grünen.

Nunu und Daisy freuten sich merklich über den Ausflug an der Leine: Frisches Gras unter den kleinen Hufen, das zudem zum Kosten einlud, machte den beiden Shetland-Ponys ebenso viel Freude wie dem zweijährigen Malte, der fürs Foto eine große Runde reiten durfte. Von jeher auf dem Irlerhof seiner Eltern und Großeltern aufgewachsen und mit Hunden, Kaninchen und Hühnern vertraut, hat er auch mit den beiden „Arbeitstieren“ seiner Mama Catia Hensen schnell Freundschaft geschlossen.

Die leidenschaftliche Pferde-Liebhaberin hat in der Elternzeit ihrem gelernten Beruf in der Altenpflege den Rücken gekehrt und das Konzept des pädagogischen „Erlebnishofes“ initiiert. Dazu gehörte eine Ausbildung zur Reitpädagogin, die ihrer praktischen Erfahrung im Umgang mit Menschen und ihrer Liebe zur Natur und speziell zu Pferden und Ponys theoretisches Wissen hinzufügte.

Noch gebe es für den „Erlebnishof“ jede Menge nicht umgesetzte Ideen, verriet die 34-Jährige, die spürbar für ihre Idee brennt, Kindern „hier nicht ausdrücklich das Reiten beizubringen, sondern im Umgang mit den Tieren Natur zu erfahren“. Catia Hensens pädagogisches Konzept ist es, dass die Kinder die Ponys füttern, sie putzen, mit ihnen durch Feld und Flur gehen – auf dem Rücken oder nebenher – und lernen, das Verhalten der Tiere zu lesen. Und das alles mit Freude. Diese Punkte sollen Empathie trainieren und Verantwortungsgefühl wecken. Es ist diese Idee, die Hensen mit Energie und Eifer vorantreibt.

Seit Ende Januar läuft ein reitpädagogischer Kurs mit sieben kleinen Teilnehmern im Alter von drei bis sieben Jahren. Noch geht es für die Ausflüge in die Natur zwangsläufig ein Stückchen die Straße entlang bis in den Wald. „Das möchte ich gerne ändern und hier auf dem Hof-Gelände einen Rundweg anlegen, der auch kürzere Runden erlaubt“, erläutert sie. Ebenso plant sie einen Spielplatz sowie eine Terrasse für Eltern, die in der Zeit, in der sich die Kinder mit den Tieren beschäftigen, etwas trinken können. Wenn sie ihre Jägerprüfung bestanden hat, geht es im April auf dem Irlerhof zudem mit einem „Bauernhof-Erlebnis-Lehrgang“ weiter.

„Immer wieder stelle ich fest, dass Kinder keine Verbindung mehr zwischen Hühnern und Eiern oder Kühen und Milch herstellen“, sagt sie: „Ich würde gerne dazu beitragen, das wieder zu ändern, indem wir hier gemeinsam erleben und erfahren, was so auf einem Bauernhof passiert.“ Ihre beiden braunen Hasen Binchen und Ninchen scheinen in ihrem großen Stall mit Auslauf geradezu auf Besucher zu warten. Die Mutter-und-Kleinkind-Vormittage, bei denen natürlich auch Väter oder Großeltern willkommen sind, bieten ebenfalls die Chance, „natürliche“ Spielerfahrungen zu sammeln.

Zwar bietet sie keine ausdrückliche Heilpädagogik an, hat aber gerade bei Förderkindern besonders viel positives Echo. „Der Umgang mit Tieren tut Kindern gut. Gerade, wenn sie ein Handicap haben, wird die Erfahrung gemacht, dass Tiere völlig unbedarft sind und ganz schnell ein toller Draht zu ihnen entsteht.“

Als Schwester eines Bruders mit Down-Syndrom bringt Pferdepädagogin Catia Hensen auch viel Sensibilität und einen guten Blick für alle Kinder mit.