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Solingen: Ehefrau verbrüht – Vom Gericht direkt ins Gefängnis​

Solinger veurteilt : Ehefrau verbrüht – Vom Gericht direkt ins Gefängnis

Erst hatte er alles abgestritten. Später im Prozess folgte doch ein Geständnis: ein 44-jähriger Solinger hatte seine Frau in der gemeinsamen Wohnung mit heißem Wasser übergossen.

Das Amtsgericht hatte den Mazedonier für zwei Jahre und zwei Monate in Haft geschickt, dagegen war der Angeklagte in Berufung gegangen. Die Berufungskammer verurteilte ihn nun zu zwei Jahren Haft, die der zuletzt wohnungslose Mann noch aus dem Gerichtssaal heraus antreten musste.

Dem Angriff im November 2019 war ein Streit vorausgegangen, nachdem die Frau ein Verhältnis zu einem anderen Mann eingeräumt haben soll. Inmitten des Gerangels sollen beide an einem Wasserkocher gezerrt haben, bevor der Angeklagte mit einem Ruck das Wasser über sein Opfer kippte. Wegen der schweren Verbrühungen hatte sich die Frau die Hose ausgezogen und war über den Hinterhof zu einem Friseursalon gelaufen. Zuvor hatte sie abgeschlossen, der Angeklagte war ihr über den Balkon gefolgt.

Im Friseursalon war die Lage eskaliert. Der 44-Jährige schleifte sie an den Haaren nach draußen. Dabei soll die Frau auch noch die Unterhose verloren haben. Mit den Worten „Du bist meine Frau und du kommst jetzt mit“, soll der Mazedonier seine Ehefrau weiter traktiert haben. Zeugen hatten den Notruf gewählt, ein Rettungswagen brachte das Opfer später in die Klinik. Nach einem Aufenthalt im Frauenhaus soll die Ehefrau des Angeklagten in die Wohnung zurückgekehrt sein.

(magu)