Solingen: Drehleiter-Fahrzeug wird rund 15 Jahre im Einsatz sein

Feuerwehr Solingen : 800.000 Euro in neue Drehleiter investiert

Der Fuhrpark der Feuerwehr wurde um ein modernes Fahrzeug ergänzt. Architekten planen Neubau der drei Hauptwachen.

Das neue Fahrzeug ist gut 16 Tonnen schwer. Es hat eine lenkbare Hinterachse. Der Wasserwerfer hat eine Fernbedienung. Ein Knickgelenk im oberen Leitersatz mit einer Länge von 4,90 Metern sorgt zudem dafür, dass die Einsatzkräfte aus dem Korb heraus viel bessere Löschmöglichkeiten haben. Die neue Drehleiter der Solinger Feuerwehr, die am Donnerstag auf dem Gelände der Wache an der Katternberer Straße vorgestellt wurde, „ist technisch das modernste Fahrzeug, das auf dem Markt ist“, sagt Gottfried Kreuzberg.

Und damit auch das technisch am besten ausgerüstete Fahrzeug der Solinger Feuerwehr, ergänzt der Leiter der Technischen Dienste. Der neue vierteilige Leitersatz kann bis zu einer Arbeitshöhe von 32 Metern ausgefahren werden, im Rettungseinsatz wird sie allerdings auf eine Höhe von 23 Metern positioniert. „Die Neubeschaffung hat einen Vorlauf von etwa zweieinhalb Jahren gebraucht“, sagt Gottfried Kreuzberg mit Blick auf eine europaweite Ausschreibung und unter anderem eine Lieferzeit von „zwölf bis 14 Monaten“.

Laut Brandschutzbedarfsplan sollte eine Drehleiter rund 15 Jahre im Einsatz sein. Danach erfolgt der Austausch. Dieser war jetzt in Solingen fällig. „Wir haben nun vier Drehleitern. Jeweils eine steht in den drei Feuer- und Rettungswachen der Berufsfeuerwehr an der Brunnenstraße, der Katternberger Straße und am Frankfurter Damm“, erklärt Kreuzberg. Eine weitere Drehleiter wird als technische Reserve vorgehalten und dient auch Ausbildungszwecken. Das ist in der Regel das älteste Modell. Die neue Drehleiter mit ihrer vielfältigen Ausstattung hat indes einen stolzen Preis: Rund 800.000 Euro beträgt das Gesamtinvestitionsvolumen inklusive Beladung und Mehrwertsteuer.

Der Feuerwehr-Fuhrpark besteht laut Gottfried Kreuzberg aus mehr als 100 Fahrzeugen. Darunter sind Tanklöschfahrzeuge ebenso wie Hilfeleistungslöschfahrzeuge und unter anderem Mannschaftstransporter. „Wir sind gut ausgestattet“, sagt der Leiter der Technischen Dienste. Zwei Kommandowagen und vier Mannschaftstransporter sollen noch im Laufe dieses Jahres neu angeschafft werden. Geplant sind überdies die Neuanschaffung von Rettungs- und Einsatzleitwagen sowie auch neue Löschfahrzeuge für die Freiwillige Feuerwehr.

Während der Fuhrpark der Feuerwehr stets auf dem neuesten Stand gehalten wird, geht nun auch der geplante Neubau der drei Feuer- und Rettungswachen einen konkreten Schritt weiter. Am heutigen Freitag sind vier Architekturbüros zu Auswahlgesprächen eingeladen worden. Der Finanzausschuss wird in seiner Sitzung am 27. Juni schließlich ein Architekturbüro auswählen, das im Juli mit den Bauplanungen für den Neubau und die Übergangs-Feuerwache an der Brunnenstraße in Ohligs starten kann.

Die Stadt investiert in die Erneuerung der drei Feuer- und Rettungswachen der Berufsfeuerwehr bis zum Jahr 2030 rund 59 Millionen Euro. Die Baumaßnahmen starten an der Feuer- und Rettungswache II in Ohligs. 2021 soll dort sowie auf benachbarten städtischen Grundstücken eine Übergangs-Feuerwache entstehen, die später dauerhaft als Gerätehaus der Löscheinheit 1 (Ohligs, derzeit unterbracht auf der Hildener Straße) sowie der Löscheinheit 4 (Merscheid, derzeit untergebracht auf der Brunnenstraße) zur Verfügung stehen wird. Während die alte Feuerwache abgerissen und am selben Standort neu gebaut wird, nimmt die Übergangs-Feuerwache provisorisch Mitarbeitende, Fahrzeuge und Geräte der Feuer- und Rettungswache II auf. 2023 soll die neue Ohligser Wache fertig sein. Danach folgt der Standort Frankfurter Damm, zum Schluss die Katternberger Straße.

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