1. NRW
  2. Städte
  3. Solingen

Solingen: Dovo Stahlwaren Bracht im Insolvenzverfahren

Solinger Traditionsunternehmen : Dovo Stahlwaren Bracht im Insolvenzverfahren

Rasierhobel, Rasiermesser, Scheren, Zangen sowie Maniküre-und Pediküresets – Dovo Stahlwaren Bracht gehört zu den Solinger Traditionsunternehmen. Jetzt musste die Firma das Insolvenzverfahren beim zuständigen Amtsgericht in Wuppertal beantragen.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Dr. Marc d’Avoine von der Kanzlei ATN d’Avoine Teubler Neu Rechtsanwälte bestellt. Zudem wurden Sicherungsmaßnahmen angeordnet. Insbesondere Zwangsvollstreckungsmaßnahmen sind untersagt beziehungsweise einstweilen eingestellt. Marc d’Avoine begleitete unter anderem bereits die Stahlgießerei Grossmann in Wald durch das Insolvenzverfahren.

Der Wuppertaler Rechtsanwalt sieht nach „anfänglicher Skepsis“ jetzt aber „erheblichen Optimismus“, das Unternehmen mit seinen etwa 40 Beschäftigten weiterzuführen. Es wird ein Investor gesucht, der den Betrieb oder Teile des Betriebs übernehmen möchte. „Daran wird aktuell intensiv gearbeitet“, so d’Avoine am Montagabend im Gespräch mit unserer Redaktion.

Dovo Stahwaren Bracht produziert und vertreibt in der dritten Generation seit 1906 hochwertige Schneid- und Rasurwaren sowie Waren der Körperpflege her. „Das Unternehmen hat einen unglaublich guten Markennamen“, ergänzt der vorläufige Insolvenzverwalter. Gleichwohl musste die alte Manufaktur in den vergangenen Jahren mehr und mehr erkennen, dass der Tradition eine Absage erteilt worden ist. Das habe nicht nur spezifisch Dovo getroffen, sondern sei „allgemein ein Trend des Marktes“, so die Einschätzung von Marc d’Avoine, der zudem ergänzt: „Das hat das Geschäft schwierig gemacht.“

Nachdem die Mitarbeiter zuletzt bis zum gestrigen Montag Kurzarbeitergeld bezogen haben, bekommen sie nun Insolvenzausfallgeld , und zwar zu 100 Prozent. „Letzteres kann und soll vorfinanziert werden. Auch dies wurde in diversen Gesprächen intensiv erörtert und den Mitarbeitern erläutert“, heißt es aus der Kanzlei des vorläufigen Insolvenzverwalters. Die Belegschaft zeigt sich bereit, dem Betrieb weiter zur Verfügung zu stehen.