1. NRW
  2. Städte
  3. Solingen

Solingen: "Digitales Arbeiten im Klassenraum"

Kooperation in Solingen von Schule und Wirtschaft : „Digitales Arbeiten im Klassenraum“

Wirtschaftsförderung, Wirtschaftsjunioren, zwei Schulen und einige Unternehmen kooperieren seit rund vier Monaten bei der Digitalisierung. Die Projektpartner zogen jetzt eine Zwischenbilanz.

Die Ausstattung Solinger Schulen mit Glasfaserkabeln ist gut. „Da hat Solingen frühzeitig reagiert“, sagt Frank Balkenhol, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung. Und die Glasfaserkabel sind die Voraussetzung dafür, dass die Digitalisierung an Schulen vorangetrieben werden kann. Doch der Lockdown im Zuge der Corona-Pandemie hat gezeigt, dass mit Blick auf die Digitalisierung und digitalem Lernen noch viel Verbesserungsbedarf besteht.

„Schule –Wirtschaft # Umdenken“ heißt deshalb ein Kooperationsansatz zwischen Wirtschaft und Schule in Corona-Zeiten, „aber vor allem auch für die Zeit danach“, sagt Frank Balkenhol. Koopertionspartner sind neben der Grundschule Bogenstraße in Ohligs das Gymnasium Schwertstraße, die Wirtschaftsjunioren, Unternehmen wie unter anderem Instana und Codecentric, die Wirtschaftsförderung und auch IT-Anwalt Alexander Goldberg. Am Freitag zogen die Projektpartner eine Zwischenbilanz.

„Corona hat uns vor Augen geführt, wie weit wir hinterherhinken“, sagt Unternehmer Mirko Novakovic (Instana). Er hat mit seiner Familie in den USA erlebt, wie viel weiter amerikanische Schulen sind. „Die Wirtschaft muss helfen, nicht nur fordern, sondern unterstützen.“ Novakovic hat dies im Kooperationsprojekt „#Umdenken“ getan: „Schulen und Eltern müssen verstehen, wie man mit digitalen Medien umgeht, und hier müssen Unternehmen mit Schulen zusammenarbeiten.“

  • Die Halle von Röhlig Logistic gilt
    Kommunalpolitik in Nettetal : Grundstückspolitik soll aktiver werden
  • Long Covid: seit der Covid-Erkrankung braucht
    Betroffene aus Erkrath berichten : Das lange Leiden an Corona
  • Simone Hoch (o.) ist Standortleiterin des
    „Die Resonanz war riesengroß“ : Job weg? Corona-Testzentrum in Solingen stellt Verlierer der Krise ein

Das habe in den vergangenen vier Monaten seit dem Projektstart schon gut geklappt. Die Zusammenarbeit mit der Grundschule Bogenstaße und dem Gymnasium Schwertstraße soll dazu führen, „eine Blaupause für andere Schulen zu erstellen“, sagt Wirtschaftsförderer Frank Balkenhol.

Ziel der Wirtschaftsjunioren ist es, „den digitalen Wandel in den Schulen zu beschleunigen“, erklärt Benjamin Dietrich. Er kritisiert gleichwohl, dass Bund und Länder viel angekündigt hätten. „Aber in den Schulen ist wenig angekommen.“ „Es fehlt eine ganzheitliche Strategie für die Schulen. Es muss viel schneller gehen“, betont Dietrich.

Er lobt aber das Engagement der Stadt. Solingen habe frühzeitig viele Gelder vom Land abgerufen. Im weiteren Verlauf des Projektes gehe es nun darum, Lehrer auszubilden und den Know-how-Transfer für andere Schulen zu starten. Dafür müssten aber Schulleitungen das Thema Digitalisierung für sich entdecken“, sagt Frank Balkenhol, „sonst klappt es nicht“.

Die Digitalisierung schon vor der Corona-Pandemie für ihre Schule entdeckt hat die Leiterin der Grundschule Bogenstraße, Nicole Wrana. „Wir haben Glück gehabt, digitales Lernen schon vor dem Lockdown ausprobieren zu können und hatten auch Lehrer fortgebildet.“ Wrana dankt hier den Firmen Instana und Codecentric und ergänzt mit Blick auf die Schüler: „Je früher man mit etwas anfängt, desto besser ist es.“

Für sie ist im Zusammenhang mit dem Kooperationsprojekt wichtig, die Schüler auf die Zukunft vorzubereiten, Bildung voranzubringen. Und sie freut sich schon darauf, die an der Bogenstraße gemachten Erfahrungen anderen Schulen weiterzugeben.

Das sieht auch Ulrich Nachtkamp so. „Das Projekt ist sehr dynamisch, und Corona hat noch einmal zusätzlich für Geschwindigkeit gesorgt“, sagt der Schulleiter des Gymnasiums Schwertstraße. Beschluss der Schulkonferenz des Gymnasiums ist es, zusammen mit Eltern und Schülern gemeinsam den Weg in die Digitalisierung zu gehen – und in allen Jahrgangsstufen ab dem 1. Februar nächsten Jahres mit digitalen Hilfsmitteln Unterricht zu gestalten. Nachtkamp: „Unser Ziel ist das digitale Arbeiten im Klassenraum. Hier befinden wir uns bereits auf einem vielversprechenden Weg, der aber ohne Unterstützung nicht möglich gewesen wäre.“

Im Rahmen des Projektes engagiert sich auch IT-Anwalt Alexander Goldberg. Er ist seit 2006 an Schulen unterwegs, um unter anderem über Datensicherheit zu informieren. „Hier gibt es viele Ängste“, sagt Goldberg. Von daher ermuntert er dazu, Kompentenz zu erarbeiten, „um in der digitalen Welt bestehen zu können“.