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Solingen: Die Wochenmärkte werden neu ausgeschrieben.

Wochenmärkte : Wochenmärkte werden neu ausgeschrieben

Der Initiativkreis Solingen und die Wirtschaftsjunioren haben eine Onlinebefragung zu den Märkten in Mitte, Ohligs und Wald gestartet. Ziel ist es, die Attraktivität zu stärken und die Aufenthaltsqualität zu verbessern.

Die Wochenmärkte in Mitte, Wald und Ohligs sollen attraktiver werden. Das wünschen sich jedenfalls der Initiativkreis Solingen und die Wirtschaftsjunioren. Zusammen haben sie eine kleine Onlinebefragung gestartet und wollen von den Teilnehmern insbesondere wissen, wie zufrieden sie mit den Händlern sind, ob das angebotene Sortiment mit Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Backwaren, Blumen, Käse und unter anderem Textilien ausreichend ist und wie lange der Markt geöffnet sein sollte. „Es geht um Attraktivität und Aufenthaltsqualität und darum, die Zentralität zu stärken“, sagt Jan Höttges, Vorsitzender des Initiativkreises, mit Blick auf den Neumarkt in der Stadtmitte, den Ohligser Marktplatz und den Markt in Wald.

Wechselnde Stände mit Solinger Produkten, Gespräche führen und dazu bei schlechtem Wetter auch große Schirme aufstellen – „Ziel ist es bei der Umfrage zu erfahren, was Bürger auf dem Markt vermissen oder warum sie die lokalen Wochenmärkte besuchen oder gar nicht besuchen“, sagt Jan Höttges.

Die private Unternehmergesellschaft (UG) „Solinger Wochenmärkte“ organisiert seit 2015 die Märkte in Mitte, Ohligs und Wald und hatte zwischenzeitlich oft versucht, mit einigen Aktionen frischen Wind in die Wochenmärkte zu bringen. Herbert Ferres, Robert Jacobs, Rudolf Jacobs und Dirk Rüb, allesamt erfahrene Markthändler, hatten damals die Wochenmärkte von der Stadt übernommen, die den Betrieb nicht mehr kostendeckend aufrechterhalten konnte. Bei einer entsprechenden Ausschreibung bekamen die Markthändler den zuschlag. Die Stadt hätte ansonsten die Gebühren deutlich anheben müssen.

Dirk Rüb und Robert Jacobs sind mittlerweile aber in den Ruhestand getreten. Rudolf Jacobs und Herbert Ferres führen von daher die Unternehmergesellschaft derzeit alleine.

Grundsätzlich bedauert Jan Höttges den Rückzug der Stadt aus dem Marktgeschehen. Er geht davon aus, „dass man mit den Wochenmärkten Geld verdienen kann“. Zusätzlich würde sich der Vorsitzende des Initiativkreises wünschen, dass auch wieder ein Marktmeister eingestellt wird. „Der obendrein als Veranstaltungs-Koordinator fungieren soll und damit Ansprechpartner für Festveranstalter ist“, sagt Jan Höttges.

Diese Forderung sei zwar oft gestellt worden, und überall in den Nachbarstädten gebe es Marktmeister beziehungsweise Veranstaltungskoordinatoren. „Die Stadt hätte aus unserer Sicht so auch einen Einflussfaktor, die Attraktivität zu erhöhen“, sagt der Vorsitzende des Initiativkreises.

Offenbar hat die Stadt aber kein Interesse daran, die Wochenmärkte wieder in eigener Regie zu übernehmen. „Wer das ändern möchte, müsste sich an die politischen Vertretungen wenden, die das Thema in die Haushaltsberatungen einbringen und letztlich einen neuen Ratsbeschluss herbeiführen müssten“, sagt Birgit Wenning von der städtischen Pressestelle.

Veränderungen stehen allerdings jetzt an. Denn eine Ausschreibung für die Wochenmärkte in Mitte, Wald und Ohligs wird in den nächsten Tagen veröffentlicht. An der Ausschreibung will sich auch der derzeitige Betreiber der Märkte beteiligen. „Das begrüßen wir, das wird von uns unterstützt“, sagt Falk Dornseifer, Vorsitzender des Vereins zur Förderung des traditionellen Solinger Brauchtums, „zumal wir schon in der Vergangenheit mit den markthändlern zusammengearbeitet haben“. Allerdings muss zunächst die Ausschreibung abgewartet werden. Die Stadt rechnet im September mit einem Ergebnis, das dann für die nächsten fünf Jahre Bestand haben wird.