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Solingen: Die Vermarktung alter Geschäftsstellen dauert an.

Vermarktung ehemaliger Filialen : Stadt-Sparkasse trennt sich von „Altlasten“

2016 wandelte die Stadt-Sparkasse einige Geschäftsstellen in Selbstbedienungscenter um. Die Vermarktung der Immobilien hat sich zum Teil als schwierig erwiesen. Für die Filiale Mangenberg wurde jetzt eine Nachnutzung gefunden.

Die Sparkassen-Geschäftsstellen Merscheid und Widdert wurden schon im Juli vor vier Jahren in Selbstbedienungs-Standorte umgewandelt. Es folgten im Herbst 2016 die beiden Geschäftsstellen Mangenberg an der Beethovenstraße und Weyer an der Weyerstraße. Auch aus diesen beiden Filialen wurde das Personal abgezogen, Geldgeschäfte können gleichwohl noch an Automaten erledigt werden.

Ziel der Stadt-Sparkasse war und ist es, die Standorte, aus denen Selbstbedienungs-Filialen wurden, zu veräußern. Doch so einfach ist das offenbar nicht – die Nachnutzungen der umgewandelten Geschäftsstellen erweisen sich schwieriger als zunächst erwartet und zum Teil als Geduldsprobe. Denn es handelt sich bei den verschiedenen Objekten um Sonderimmobilien, die auf die Bedürfnisse des Kreditinstitutes zugeschnitten waren. Immerhin: Die zum 1. Dezember 2016 in einen Selbstbedienungsstandort umgewandelte Geschäftsstelle Fronhof in der Innenstadt ist größtenteils seit November 2017 an einen Personaldienstleister vermietet worden.

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Im Zuge des geplanten Neubaus der Sparkassen-Hauptstelle am Neumarkt in der City hat auch die nur wenige Meter weiter entfernte Geschäftsstelle Mühlenplatz des Kreditinstitutes ihre Daseinsberechtigung verloren, zumal im Einkaufszentrum Hofgarten insbesondere mit Blick auf junge Leute eine Filiale im vergangenen Jahr neu eröffnet worden ist. „Das erste Obergeschoss am Mühlenplatz ist seit Beginn des Jahres vermietet. Die Geschäftsstelle Mühlenplatz soll veräußert werden, das Erdgeschoss wurde zwischenzeitlich noch für interne Zwecke genutzt“, sagt Sparkassen-Sprecher Martin Idelberger.

Weiter ist man mit der früheren Geschäftsstelle Mangenberg an der Beethovenstraße. Inklusive des Parkplatzes auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde das Objekt zum 1. April dieses Jahres an eine Wohnmobilvermietung veräußert. „Das dortige SB-Center wird im Einvernehmen mit dem neuen Eigentümer noch umgebaut“, kündigt Martin Idelberger an.

Veränderte Rahmenbedingungen und Kundenbedürfnisse nahm die Sparkasse vor einigen Jahren zum Anlass, das Privatkundengeschäft neu auszurichten. Geld und Kontoauszüge aus dem Automaten ziehen, Überweisungen tätigen – beispielsweise in den Filialen Widdert und Merscheid waren damit 80 Prozent der Geldgeschäfte abgedeckt. Kunden mit Beratungsbedarf lässt und ließ die Sparkasse aber nicht im Regen stehen: So wurden Merscheider Kunden in die Filialen Ohligs oder aber in Wald verwiesen und haben dort zum Teil auch ihre alten Mitarbeiter wieder getroffen.

Die ehemalige Geschäftsstelle Widdert ist vor einem Jahr an eine Kanzlei veräußert worden, das Selbstbedienungscenter der Sparkasse wurde an anderer Stelle an der Börsenstraße eröffnet. Eine Hängepartie gibt es dagegen weiter bei den ehemaligen Filialen Weyer und Merscheid: „Hier sind wir in guten Gesprächen und rechnen in den nächsten Monaten mit Lösungen für die Nachnutzung“, sagt Martin Idelberger.

Überlegungen gibt es bei der Stadt-Sparkasse auch für die Geschäftsstelle in Höhscheid. Nachdem der „Andere Laden“ aus dem – der Sparkasse gehörenden – Gebäude an der Neuenhofer Straße / Ecke Platzhofstraße in Höhscheid zur Kelderstraße nach Ohligs umgezogen ist, kann sich das Kreditinstitut durchaus vorstellen, diese Räume künftig selbst zu nutzen und die knapp 30 Meter entfernte bisherige Geschäftsstelle Höhscheid aufzugeben und zu vermarkten. „Eine erste Machbarkeitsstudie hat ergeben, dass eine Verlagerung der Geschäftsstelle auf die andere Seite der Platzhofstraße möglich ist“, sagt Martin Idelberger.

620 Quadratmeter Fläche hätte das Kreditinstitut dort zur Verfügung, in der alten Filiale sind es 690 Quadratmeter. Ein „Schnellschuss“ ist aber laut des Sparkassen-Sprechers auch in Höhscheid nicht zu erwarten: „Die finale Entscheidung wird nicht vor Ende 2020 fallen, da unsere Kapazitäten derzeit in den Planungen zur neuen Hauptstelle am Neumarkt und zum ehemaligen Globus-Gebäude am Ohligser Marktplatz sowie zur Bewältigung der Corona-Krise gebunden sind. Die Planungen für Höhscheid verzögern sich dadurch.“