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Solingen: Die Stadtverwaltung forciert die Digitalisierung

Zukunfts-Messe in Solingen : Solingen ist digitales Aushängeschild

30 Aussteller zeigten im Theater und Konzerthaus den Verwaltungsmitarbeitern den Stand der Digitalisierung.

Der Zug der Digitalisierung lässt sich nicht mehr aufhalten. Davon ist Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) überzeugt. Solingen ist im Bereich E-Goverment, Smart-City und digitalen Zukunftsprojekten zudem schon weit auf dem Weg. „Wir sind eine der wenigen Kommunen, die im Bereich Digitalisierung als Aushängeschild in der Bundesrepublik gelten“, sagte Kurzbach am Mittwoch im Theaterfoyer nicht ohne stolz.

Dort, zudem im Kleinen Konzertsaal, hatten rund 30 Aussteller, überwiegend von der Stadt und den dazugehörigen Betrieben wie Stadtwerke, Feuerwehr oder auch Technische Betriebe, ihre Stände aufgebaut, um insbesondere den rund 3000 Mitarbeitern der Verwaltung zu demonstrieren, was sich in Sachen neuer Techniken bereits in der Klingenstadt und natürlich im Rathaus bereits getan hat – und welche weiteren Veränderungen in Zukunft noch anstehen. „Zukunfts-Messe der Stadt“ hieß von daher die Überschrift zur Veranstaltung, zu der nicht nur städtische Beschäftigte im Laufe des Tages kamen, sondern auch der komplette Verwaltungsvorstand. „Es geht darum, auf dieser Messe Anregungen aufzunehmen. Jede gute Idee von Mitarbeitern kann zudem umgesetzt werden“, sagte Oberbürgermeister Tim Kurzbach.

 Einen Überblick über die bisherigen technischen Möglichkeiten innerhalb der Verwaltung konnten sich am Mittwoch die Mitarbeiter verschaffen.
Einen Überblick über die bisherigen technischen Möglichkeiten innerhalb der Verwaltung konnten sich am Mittwoch die Mitarbeiter verschaffen. Foto: Meuter, Peter (pm)
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Dass Solingen gegenüber anderen Städten bereits einen digitalen Vorsprung hat, liegt auch am Digitalisierungsbeauftragten Dirk Wagner.Doch auf dem bisher Erreichten will man sich nicht ausruhen – im Gegenteil. „Wir haben gute Grundlagen geschaffen, aber wir stehen noch am Anfang“, erklärte Wagner beispielsweise mit Blick auf eine digitale Poststelle. Vom gänzlich papierlosen Rathaus ist man zudem entfernt. Aber auch hier habe es Fortschritte gegeben. „Die Digitalisierung wird uns noch über Jahre hinweg beschäftigen“, sagte Dirk Wagner. Mit der jetzt veranstalteten Messe wollte man gleichwohl den Beschäftigten „eine Plattform bieten, um ins Gespräch zu kommen“, so Wagner.

„Wie die Eingangspost zukünftig auf dem Schreibtisch landet“, „Wie das Telefonieren einfacher wird“, „papierlose Gremienarbeit“, „Wenn digitale Technik die Feuerwehr schnell und sicher zum Einsatz bringt“ oder auch „Schnelles Internet für alle“ – die Zukunfts-Messe bot eine breite Themenvielfalt. „Wir benötigen die Digitalisierung auch, um den Fachkräftemangel zu kompensieren“, sagte Dirk Wagner. Denn in zehn Jahren verlässt altersbedingt etwa die Hälfte der Mitarbeiter die Stadtverwaltung. Schlank machen durch Digitalisierung sei deshalb in Teilbereichen ebenso geboten wie weitere Kraftanstrengungen durch Ausbildung.

Bis Ende nächsten Jahres sollen auch alle 55 Schulstandorte im Stadtgebiet mit Glasfaseranschlüssen ausgestattet sein. Zudem sollen in den Schulen rund 4000 PCs stehen. „Wir haben in Solingen aktuell etwa 300 Kilometer Glasfasertrasse verlegt, im Moment sind wir dabei, das Gewerbegebiet Monhofer Feld anzuschließen“, sagte Tobias Ziemann von den Technischen Betrieben Solingen (TBS). Der Breitbandausbau wird weiter forciert, zumal bei einer Straßenlänge von 650 Kilometern im Stadtgebiet noch einiges zu tun ist. „Wir haben in Wohn- und in Randgebieten noch weiße Flecken“, sagte Ziemann. Schade findet er es, dass auch viele Unternehmen noch nicht den Bedarf fürs schnelle Netz sehen.