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Solingen: Die Malerin Bettina Heinen-Ayech ist gestorben.

Bettina Heynen-Ayech : Malerin Bettina Heinen-Ayech ist mit 82 Jahren gestorben

Die aus der Klingenstadt stammende Aquarellistin und „Plein Air“ Malerin Bettina Heinen-Ayech ist am vergangenen Sonntag, 7.Juni, überraschend in München im Alter von 82 Jahren gestorben.

(red) Die aus Solingen stammende Aquarellistin und „Plein Air“ Malerin Bettina Heinen-Ayech ist am vergangenen Sonntag, 7. Juni, überraschend in München im Alter von 82 Jahren gestorben. Die internationale Karriere der Künstlerin fing 18-jährig mit einem Paukenschlag an, als die damals noch unbekannte junge Malerin von der berühmten Frankfurter Galeristin Hanna Bekker vom Rath in die Gruppenausstellung „Deutsche Kunst der Gegenwart 1955/56“ aufgenommen wurde, die Werke von Karl Schmidt-Rottluff, Paul Klee, Max Beckmann, Max Ernst, Ernst Ludwig Kirchner und Käthe Kollwitz auf Tournee durch Amerika, Afrika und Asien zeigte.

Der Maler Schmidt-Rottluff nahm sie unter seine Fittiche und riet ihr „Bettina bleib Dir treu“. Das Angebot von Oskar Niemeyer – der ihr anbot, die neue Hauptstadt Brasilia, die er gerade baute, mit Fresken zu bemalen – konnte sie aufgrund ihres Alters nicht annehmen.

Bettina Heinen-Ayech war die Tochter des Journalisten und Lyrikers Hans Heinen und von Erna Heinen-Steinhoff, die in dem alten Steigerhaus des Bleibergwerkes Solingen-Höhscheid ihren Kunst- und Literatensalon hielt. So lernte Bettina – der Vorname sollte ihre Signatur werden – ihren wichtigsten Lehrer und Mentor den Kunstmaler Erwin Bowien (1899–1972) kennen, der ihr lebenslang verbunden blieb und mit welchem sie große Kunstreisen durch Europa machte. Jährlich ging es nach Sylt und an die Nordsee, nach Norwegen und den Rhein runter bis ins Tessin. Bettina entwickelte sich zu einer begnadeten Landschafts- und Porträtmalerin und fand früh Sammler in Deutschland, Frankreich, Österreich, Norwegen und der Schweiz.

Nach einer Ausbildung an den Kunstschulen in Köln, München und Kopenhagen war ein monatelanger Aufenthalt an der Winterakademie im ägyptischen Luxor für sie der Weckruf, der ihr das Erlebnis der Wüste und das Licht des Orients näher brachte.

1963 zog die Malerin zu ihrem algerischen Mann – dem Bauunternehmer Abdelhamid Ayech – in seine Heimatstadt Guelma und wurde zur bekanntesten Künstlerin des Landes. In Algerien wird sie oft mit Isabel Eberhardt verglichen. Das Nationalmuseum der Schönen Künste zu Algier besitzt eine umfangreiche Sammlung ihrer Werke und sie erhielt zahlreiche Ehrungen. Viele algerische Maler sehen sich als ihre Schüler und zahlreiche Kunstbücher und Filme wurden dort über sie publiziert und gedreht.

Solingen ehrte sie mit dem Kulturpreis der Bürgerstiftung Baden. Der Bayerische Rundfunk drehte zuletzt eine Reportage über ihre Wiederkehr als alte Dame in dem Grenzort Kreuzthal-Eisenbach bei Isny zwischen den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg im Allgäu, wo sie mit ihren Eltern und dem Künstler Erwin Bowien während des zweiten Weltkrieges versteckt lebte.