Ansichtssache Die beste aller Arena-Lösungen mit offenen Fragen

Meinung · Mögliche Investoren könnten Schwung in die Arena-Debatte bringen – auch politisch. Nun müssen die Standorte schnell auf den Tisch.

Die Klingenhalle am Weyersberg.

Die Klingenhalle am Weyersberg.

Foto: Stadt Solingen

Sollten sich die in dieser Woche bekannt gewordenen Pläne, eine neue Arena Bergisch Land mit Hilfe privater Investoren zu realisieren, tatsächlich als belastbar erweisen, wäre dies für die direkt Beteiligten sicherlich die beste aller Lösungen. Denn die finanziell schon heute aus dem letzten Loch pfeifende Stadt Solingen müsste dann nicht mehr länger mit öffentlichen Geldern ins Risiko gehen, während Handball-Bundesligist Bergischer HC gleichzeitig doch noch zu der modernen Halle käme, die ihn langfristig in der Beletage des deutschen Handballs konkurrenzfähig machen würde.

Aufpassen müsste hingegen die CDU. Zwar wird in diesen Tagen so mancher in der Partei denken, dass das den Oberbürgermeister stützende informelle Ratsbündnis aus SPD, Bündnis 90 / Die Grünen und FDP – neben den Auslagerungen im Klinikum – auch in Sachen Arena-Planung während der zurückliegenden Monate nicht gerade das beste Bild abgegeben hat. Und dies stimmt ja auch: Die Grünen lagen ziemlich quer zu den Vorstellungen ihrer Partner im Rat. Was wiederum zur Folge hatte, dass OB Kurzbach (SPD) bei der Abstimmung über den Grundsatzbeschluss zur Arena vor knapp einem Jahr keine eigene Mehrheit zusammenbrachte und auf die CDU angewiesen war.

Allerdings wäre diese Kuh vom Eis, sollte es gelingen, externe Investoren an Bord zu holen, die nicht am Weyersberg bauen wollen. Natürlich kann auch bei einem anderen Arena-Standort nicht ausgeschlossen werden, dass es im Ratsbündnis zum Streit kommt. Doch eine Abkehr vom Weyersberg würde bewirken, dass zumindest zwischen SPD und Grünen keine unüberwindlichen Hindernisse mehr stünden. Die Verkehrspolitik in der Innenstadt wäre ein solches jedenfalls nicht. Denn diesbezüglich, etwa in Sachen Individualverkehr, ticken die beiden Parteien schon seit geraumer Zeit ziemlich synchron.

Dementsprechend ist es nachvollziehbar, dass die Union in den zurückliegenden Wochen damit begonnen hat, sich auf ihre traditionellen Kernkompetenzen zu besinnen. Ein Anfang wurde mit dem Thema City-Umbau und Sicherheit in der Innenstadt gemacht. Und auch beim Arena-Projekt gibt es noch Diskussionsbedarf, wie die Anfragen der CDU für die nächste Sitzung des Sportausschusses zeigen. Klar ist, dass die Verwaltung mögliche Standorte zügig benennen muss. Das wäre ebenso im Sinne des BHC, der endlich Planungssicherheit benötigt.

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