Solingen: Der Stadtteil Wald hat Entwicklungspotenzial

Ansichtssache : Der älteste Solinger Stadtteil hat Entwicklungspotenzial

Stadtteilentwicklungskonzept, ein Stadtteilmanager, überdies neue Gewerbe- und Wohnflächen: Wald hat die Zukunft fest im Blick.

Über Jahre hinweg war es eine Brache, das Grossmann-Gelände an der Wittkuller Straße in Wald. Im Rahmen des 2016 eingeleiteten Insolvenzverfahren wurden Maschinen und Anlagen verkauft. Auch über Internet-Auktionen. Schon lange erinnert aber nichts mehr an eine einst florierende Stahlgießerei. Zumindest als Filmkulisse konnte das über vier Hektar große Gelände noch punkten.

Seit 1853 wurde von Grossmann Eisen- und Stahl gegossen. Mit dem Verkauf des Grundstücks kann nun eine neue Ära in Wald beginnen. Denn das Gelände an der Wittkuller Straße, nahe dem Walder Stadtkern gelegen, hat großes städtebauliches Entwicklungspotenzial. Das gilt es zu heben. Die Stadt und der Erwerber des Grundstücks wollen hier Hand in Hand arbeiten. Und vielleicht auch Ideen von jungen Architekten aufnehmen, die im Sommer dieses Jahres im Rahmen des europaweiten Wettbewerbs „Europan“ Vorschläge für das Grossmann-Gelände erarbeitet haben.

Ein Muss ist das nicht unbedingt, aber Vorschläge, die von den jungen Architekten skizziert wurden, können ja durchaus hilfreich sein. Im neuen Jahr wollen sich die Stadt und der neue Grundstückseigentümer auch hierüber ein Bild verschaffen.

Wald steht nach Ohligs ohnehin im Blickpunkt nicht nur der Stadtverwaltung. Ein integriertes Stadteilentwicklungskonzept soll den ältesten Solinger Stadtteil nach vorne bringen. Ein Stadtteilmanager schnellstmöglich eingestellt werden. Gebildet hat sich mit den sogenannten „Wald-Arbeitern“ auch eine ehrenamtlich tätige Gruppe, die sich zum Ziel gesetzt hat, den Stadtteil in die Zukunft auszurichten.

Die fordert unter anderem auch eine intelligente Verknüpfung von Gewerbe und Wohnraum in Wald. Das Grossmann-Gelände spielt hier ebenso eine Rolle wie das Hagus-Gelände. Es geht darum, neue Arbeitsplätze anzusiedeln, um Arbeitsplatzverluste der Vergangenheit (Krups, Rautenbach, Grossmann) zu kompensieren.

Denn klar ist, wo Leute wohnen, da kaufen sie auch ein. Größere Flächen für die Wohnbebauung ließen sich in Wald aber auch im Bereich Altenhofer Straße, Weyer- und Itterstraße realisieren. Ein Investor habe hier bereits ein Auge drauf geworfen, heißt es. So oder so: Wald hat Entwicklungspotenzial.