Solingen: Der Eschbach in Unterburg wird weiter tiefer gelegt

Hochwasserschutz in Unterburg : Der Eschbach wird weiter tiefer gelegt

Die Eschbachstraße in Unterburg ist auch am Mittwoch, 31. Juli, in der Zeit von 7 bis 18 Uhr wegen Arbeiten zum Hochwasserschutz voll gesperrt.

Die Eschbachstraße ist für die Durchfahrt gesperrt. Ein Tieflader mit seiner schweren Fracht auf dem langen Anhänger bahnt sich durch die enge Straße in Unterburg seinen Weg. Kurz hinter der neuen Brücke Mühlendamm stoppt der Transporter. Zwei Baggerführer warten bereits und verbinden jeweils mit einer Kette das zwölf Meter lange Rohr, das einen Durchmesser von 1,40 Meter hat. „Das Rohr wiegt rund 3,5 Tonnen“, sagt Uwe Schenk, Bauleiter des Unternehmens Hochtief, das sich im Auftrag des Wupperverbandes um den Hochwasserschutz am Eschbach kümmert.

Die beiden Kranführer haben keine Probleme damit, das Rohr vom Lkw im Gleichklang anzuheben und auf der Straße abzusetzen. Maßarbeit ist gleichwohl gefragt. Erst später werden die an zwei Tagen angelieferten Rohre ins Bachbett gehievt. „Die Rohre werden das Wasser des Eschbachs aufnehmen, damit das Bachbett trocken bleibt und noch tiefer gelegt werden kann“, erklärt der Bauleiter.

Die Arbeiten zum Hochwasserschutz – dazu gehört derzeit auch das Anlegen neuer Ufermauern auf der östlichen Seite gegenüber der Straßenseite des Eschbachs – sind im vollen Gang. Von der Wuppermündung bis zur schon erneuerten Brücke Mühlendamm wurde der Eschbach im ersten Bauabschnitt bereits tiefer gelegt, Ufermauern wurden saniert.

Im Juni wurde der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen, der von der Brücke Mühlendamm rund 300 Meter in Richtung Burger Bahnhof reicht. Durchschnittlich 1,60 Meter wird der Eschbach auch hier vertieft – bis zur Wuppermündung insgesamt auf einer Länge von dann mehr als 500 Metern. Das damit verbundene Ziel ist klar: Das tiefer und zum Teil auch breiter gestaltete Bachbett kann bei Hochwasser größere Wassermengen aufnehmen. Da bei der Tieferlegung des Bachbetts auch unterhalb der Stützwand-Sohle gearbeitet wird, müssen Gebäude umfangreich gesichert werden.

Das Bachbett kann dank der Rohre trocken tiefer gelegt werden. Foto: Meuter, Peter (pm)

Zum jetzt laufenden zweiten Bauabschnitt gehört aber auch die Erneuerung von fünf Brücken. „Eine davon ist mit dem Auto befahrbar, vier sind Fußgängerbrücken“, sagt Bauleiter Uwe Schenk. Er geht davon aus, dass der zweite Bauabschnitt Ende April beziehungsweise Anfang Mai des kommenden Jahres abgeschlossen werden kann.

Das hofft auch der Auftraggeber – der Wupperverband. Zehn Monate Bauzeit sind für den zweiten Bauabschnitt veranschlagt worden. „Am Ende der Baumaßnahmen wird der Eschbach leistungsfähiger als früher sein“, sagt Susanne Fischer. Die Sprecherin des Wupperverbandes weiß aber auch: „Die Starkregen-Ereignisse werden immer häufiger“.

Ob die Arbeiten zum Hochwasserschutz letztlich erfolgreich sind, wird die Zukunft zeigen. „Wenn der Pegel des Eschbachs steigt, ist trotz aller baulichen Verbesserungen die gute Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Katastrophenschutz, Wupperverband und der Stadt sehr wichtig“, sagt Susanne Fischer. Information und Kommunikation stünden hier ebenso im Mittelpunkt.

Immerhin 13,1 Millionen Euro investiert der Wupperverband in den Hochwassrschutz in Unterburg. Allerdings fördert das Land mit zehn Millionen Euro einen Großteil der Summe.

Im Zuge der Bauarbeiten und der Anlieferung weiterer Rohre ist die Eschbachstraße am Mittwoch, 31. Juli, in der Zeit von 7 bis 18 Uhr gesperrt.

Mehr von RP ONLINE