Motorradsaison in Solingen „Denkt nie, das schaffe ich noch“

Solingen · Der bergische Polizeipräsident Markus Röhrl und der Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul, eröffneten am Sonntag am Café Hubraum in der Kohlfurth die Motorradsaison.

 Polizeipräsident Markus Röhrl (l.) und NRW-Innenminister Herbert Reul lassen sich von Polizist Marc Zimmermann (r.) ein ProViDa Motorrad der Polizei erklären.

Polizeipräsident Markus Röhrl (l.) und NRW-Innenminister Herbert Reul lassen sich von Polizist Marc Zimmermann (r.) ein ProViDa Motorrad der Polizei erklären.

Foto: Peter Meuter

Beim Wuppertaler Polizeipräsidenten Markus Röhrl war es die Angst der Eltern, die ihn vom Motorradfahren abhielt. Bei NRW-Innenminister Herbert Reul dagegen die eigene: „Ich war nicht der Mutigste und hatte nie Lust darauf.“ Schließlich fährt das Risiko immer mit – auch wenn 2021 erstmals kein toter Motorradfahrer im Städtedreieck beklagt werden musste (2020: zwei). Die Zahl der Schwerverletzten stieg aber von 29 auf 31. Was auch zu denken gibt: An 60 Prozent der Motorrad-Unfälle waren die Biker selbst schuld. „Das Verhältnis hat sich in den letzten zwei Jahren umgekehrt“, erläuterte Markus Röhrl, als er am Sonntag mit Herbert Reul die Motorradsaison eröffnete. Am Café Hubraum informierte die Kreispolizeibehörde zusammen mit Partnern über die Risiken beim Motorradfahren – und wie man sie klein hält. „Denkt nie: Das schaffe ich noch“, zitierte Röhrl seinen Fahrlehrer bei der Bundeswehr.

Zweimal war die Veranstaltung wegen Corona-Auflagen verschoben worden. Gestern sorgte dann das winterliche Wetter dafür, dass nur wenige Biker kamen. Wo sonst an schönen Wochenenden 4000 bis 5000 Besucher einen Stopp am Café Hubraum einlegen, standen dort am Sonntag nur einige Dutzend. Was schade war – denn zumindest weniger erfahrene Motorradfahrer und -fahrerinnen konnten vieles lernen. Herbert Reul etwa musste seine Aussage, dass Motorradfahrer keinen Airbag haben, zurücknehmen. „Wie ein dickes Brett“, kommentierte der Innenminister eine in Sekundenbruchteilen aufgeblasene Airbag-Weste am Stand der NRW-Polizei. Die ab 500 Euro teure Weste, die sich beim Sturz vom Motorrad aufbläst und den Träger schützt, kann mit einer neuen Kartusche wieder genutzt werden.

Die eigene Schnelligkeit testete Reul bei der Verkehrswacht, die auch Hörtests anbot. Das Ergebnis des Reaktionstests stellte den Politiker zufrieden: „ein Superwert“. Direkt nebenan zeigten die Johanniter, wie man einem gestürzten Motorradfahrer den Helm abnimmt – und ob es in allen Fällen nötig ist. Wer sein fahrerisches Können gerne in der Gruppe vertiefen möchte, ist bei den „Limitern“ gut aufgehoben – privaten Motorradfahrern, die sich für Verkehrssicherheit einsetzen und als Tourguides fungieren. Im Rahmen der diesjährigen Verkehrssicherheitstage gibt es noch einige freie Plätze bei den begleiteten Touren durchs Bergische Land (www.limiter-inside.de; Polizeipräsidium, Direktion Verkehr 02 02 / 2 84 -95 23 u. -95 00).

Dass die Polizei nicht nur Freund und Helfer ist, sondern auch Verkehrsverstöße ahndet, machte Markus Röhrl in der Kohlfurth unter anderem mit einem ProViDa-Motorrad deutlich. Es filmt Raser und dokumentiert die gefahrene Geschwindigkeit. Dass schon zehn Stundenkilometer mehr zu viel sein können, um einen Unfall zu verhindern, zeigte die Polizei mit Vorführungen zu Bremswegen.

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