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Solingen: Dea und Agostino Svaluto sind Eis-Experten

Eisproduktion mit Tradition bei den Svalutos : Frucht-Eis steht hoch im Kurs

Ein Blick über die Schulter von Agostino Svaluto: Seit 40 Jahren verwöhnt der 70-Jährige mit Ehefrau Dea die Solinger mit seinem Speiseeis.

Wer den kleinen Laden an der Grünewalder Straße betritt, spürt sofort: Hier werden Traditionen gepflegt. Davon zeugen mehrere stimmungsvolle Schwarz-Weiß-Bilder an der Wand. Sie zeigen frühere Generationen von Eismachern. Und hinter der blitzenden rot-silbernen Theke wartet mit Dea Svaluto eine Frau, deren Familiengeschichte eng mit der Herstellung der Süßspeise verknüpft ist – und aus einer echten Speiseeis-Hochburg stammt: Von Cibiana di Cadore in den Dolomiten machten sich ihre Vorfahren auf, um auch andernorts den Gaumen von Genießern zu schmeicheln.

Schon vor dem Ersten Weltkrieg betrieb die Familie in Rosenheim eine Eisdiele. Heute sind es die Höhscheider, die ihre Lieblingssorten entweder mit nach Hause nehmen oder gleich auf der Bank vor dem kleinen, gemütlichen Ladenlokal verputzen.

Etwas abseits der Straße geht Deas Ehemann Agostino allmorgendlich seinem Handwerk nach. „Ich fange um 5 Uhr an“, berichtet der 70-Jährige. Auch er hat das Eismachen vom Vater gelernt, eine Zeitlang allerdings in einer Brillenfabrik gearbeitet, ehe er in den 70er Jahren mit seiner Ehefrau in Deutschland die Familientradition fortsetzte. Zunächst lebte das Paar drei Jahre in Augsburg und Nürnberg. 1978 kamen sie in die Klingenstadt. Ihre Leckereien verkauften die beiden zuerst im Eiscafé Cortina in der Innenstadt, seit rund drei Jahrzehnten jedoch in Höhscheid – und kurz nach der Jahrtausendwende auch für sechs Jahre an der Düsseldorfer Straße in Ohligs.

 Agostino Svaluto füllt das Vanilleeis ab.
Agostino Svaluto füllt das Vanilleeis ab. Foto: Meuter, Peter (pm)
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Rund 40 verschiedene Sorten bieten die Svalutos an – darunter auch exotische Spezialitäten und Kreationen, die man anderswo vergeblich sucht. Von Rhabarber, Käse-Sahne über Limoncello bis zu Maulbeere. „Natürlich machen wir immer wieder auch etwas anderes“, sagt Agostino Svaluto. Neben alten Milchkannen fallen in den Regalen der gut sortierten, geräumigen Küche unzählige Dosen mit den verschiedensten Zutaten auf – darunter auch zwei flache Kisten mit Vanillestangen. „Für zehn Liter verwende ich drei davon“, erklärt Svaluto. Viele Produkte bezieht der Eismacher aus Italien.

Zu Beginn seiner Arbeit erhitzt er die Grundmasse aus Milch, Zucker, Eier und Sahne für 45 Minuten auf 85 Grad. Später wird dann alles in der Eismaschine mit den speziellen Zutaten verrührt. Das geschieht wiederum bei minus 15 Grad. Die Masse wird dabei immer fester. „Heute mache ich 90 Liter Eis“, berichtet Svaluto. Insgesamt vier bis fünf Stunden nehme die Produktion in Anspruch, ehe den Gästen der Eisdiele beim Blick über die vielen bunten Leckereien das Wasser im Mund zusammen läuft. Frucht-Eis sei dabei immer noch am beliebtesten, erklärt der erfahrene Eismacher: Besondere Freude bereiten den Kunden offenbar neben den Standard-Sorten wie Zitrone, Erdbeere oder Banane auch Mango- oder Maracuja-Eis.

Wie es auf lange Sicht mit der Pflege der Tradition weitergeht, ist offen: Wenn sich ein Nachfolger finde, werde er das Geschäft abgeben, lässt Agostino Svaluto durchblicken. Den wird es jedoch innerhalb der eigenen Familie  nicht mehr geben – die Kinder haben andere beruflichen Wege eingeschlagen. Somit steht auch für die Svalutos fest: „Wir machen weiter“.

Öffnungszeiten montags bis sonntags, 10 bis 22 Uhr