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Solingen: Dach der Jahnkampfbahn soll erweitert werden

Solinger Jahnkampfbahn : Tribünendach soll verlängert werden

Der Förderkreis Jahnkampfbahn plant, die Seiten der Hauptgeraden im Stadion zu überdachen. Charakter der Anlage bleibt erhalten.

Ein Aushängeschild des Solinger Sports war sie schon immer. Und nach dem Abriss des ehemaligen Stadions am Hermann-Löns-Weg ist die Jahnkampfbahn inzwischen zudem die mit Abstand größte Sportstätte der Stadt. Wobei die in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erbaute und unter Denkmalschutz stehende Anlage in den nächsten Jahren noch einmal einem „Facelifting“ unterzogen werden soll.

Beispielsweise existieren ernsthafte Pläne, im Walder Stadion in einigen Monaten mit einer Erweiterung das Tribünendachs zu beginnen. Das hat jetzt der Vorsitzende des Förderkreises Jahnkampfbahn, Guido Rohn, auf Anfrage bestätigt. So seien in den zurückliegenden Monaten bereits einige Gespräche mit der Unteren Denkmalschutzbehörde geführt worden, berichtete Rohn, der sich in dieser Woche zuversichtlich zeigte, bis zum Jahresende erste konkrete Schritte zur weiteren Modernisierung der historischen Arena präsentieren zu können.

Dabei geht es den Verantwortlichen keineswegs um eine Kapazitätserweiterung. Die Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze, die augenblicklich bei 5000 liegt, wird nicht erhöht. Wohl aber ist es das erklärte Ziel, den Komfort für die Besucher zu erhöhen, die in der Vergangenheit bei etlichen Großveranstaltungen zu Tausenden nach Wald strömten.

Tatsächlich hat sich die Jahnkampfbahn seit der grundlegenden Sanierung durch den Förderverein in den 90er Jahren zu einer ebenso beliebten wie festen Adresse in der Klingenstadt gemausert. Ob Open-Air-Konzerte, Sportfeste oder aber die Heimspiele der American Footballer der Solingen Paladins: Nicht selten pilgert das Publikum in einer vierstelligen Größenordnung zu den diversen, regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen – und will dann, sollte sich das Wetter mal von seiner schlechten Seite zeigen, natürlich nicht im Regen stehen.

Allerdings sind Fragen der Bequemlichkeit nur ein Aspekt unter vielen, der den Umbauplänen zugrunde liegt. Mindestens genauso entscheidend ist das Vorhaben, das Walder Stadion auch für Behinderte zugänglich sowie nutzbar zu machen. „Deshalb planen wir neben der erweiterten Überdachung Rampen, die es Rollstuhlfahrern erlauben, auf die Tribüne zu gelangen“, betonte Förderkreis-Vorsitzender Rohn, der parallel auf schon in Angriff genommene Verbesserungen hinwies.

Etwa in Sachen „Turnbar“, die voraussichtlich Ende November der Solinger Öffentlichkeit übergeben werden wird. Zusammen mit einer neuen Weitsprung-Anlage inklusive dreier Tartan-Anlaufbahnen zählt der moderne Außen-Fitnessbereich zu jenen Erweiterungen im Walder Stadion, die im laufenden Jahr aus Anlass der Feierlichkeiten zum 90. Stadion-Geburtstag in Angriff genommen worden waren. „So wird es ab diesem Winter möglich sein, beim Laufen unter Flutlicht auch Fitnessübungen in der Jahnkampfbahn zu absolvieren“, kündigte Guido Rohn an.

Gleichzeitig jedoch richten sich seine und die Blicke der anderen Mitglieder im Förderkreis nun verstärkt auf die anstehenden Aufgaben. „Sobald wir mit den Planungen weiter gekommen sind, werden wir als erstes die zuständigen politischen Gremien über die Dacherweiterung informieren“, umriss Vereinschef Rohn den Fahrplan, der nach dem Willen der Verantwortlichen im kommenden Jahr in der eigentlichen Baumaßnahme münden soll. Rohn: „Die Bauzeit könnte 2019 und 2020 sein“.

Denkbar wäre dann auch, die zurzeit nicht überdachten Stehplätze an den Seiten der Hauptgerade auf einer Länge von jeweils knapp 20 Metern in Sitzplätze zu ­verwandeln, was eine leichte Reduzierung des Gesamtfassungsvermögens zur Folge hätte. Nicht verändert werden wird hingegen der unverwechselbare Charakter der Anlage, die mit ihrem geschwungenen Oval sowie den markanten Steinmauern so etwas wie den Prototyp einer Sportstätte aus Zeiten der Weimarer Republik darstellt.