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Solingen: Corona-Ausbruch unter Pflegekräften

Infektionen in Solingen : Corona-Zahl explodiert nach Familienfeier

Nach einem Familienfest am Wochenende ist es zu zahlreichen neuen Infektionen mit Covid 19 gekommen. Betroffen sind mehrere Schüler sowie ein Mitarbeiter des Altenheims in Bethanien. Die Suche nach Kontaktpersonen läuft.

Die schlechten Nachrichten rund um das Coronavirus in Solingen reißen nicht ab. Nachdem bereits in der vorigen Woche bekannt geworden ist, dass es in einer Pflegeeinrichtung in der Innenstadt unter Bewohnern und Angestellten zu mehreren Infektionen gekommen ist, sind die Zahlen am Mittwoch förmlich explodiert. So meldete die Stadt am Abend 16 neue Fälle. Betroffen sind unter anderem zwei Schulen sowie ein Altenheim.

Auslöser für diese Entwicklung dürfte eine Familienfeier sein, die am zurückliegenden Wochenende stattgefunden hat. Denn wie die Verwaltung am Mittwoch weiter mitteilte, gehören unter den Neuinfizierten allein elf Personen zu eben jener italienischen Großfamilie. Betroffen sind sechs Erwachsene sowie fünf Kinder und Jugendliche.

Dabei gehen die Beamten in den zuständigen Behörden davon aus, dass diese Zahl aber nur die sprichwörtliche Spitze eines Eisberges sein könnten. So standen am Mittwochabend noch mindestens vier Testergebnisse aus, von denen angenommen wird, dass auch sie „mit hoher Wahrscheinlichkeit positiv ausfallen werden“.

Dementsprechend wurden direkt nach Bekanntwerden des neuen Infektionsgeschehens die Sicherheitsmaßnahmen deutlich nach oben gefahren. Da Kinder aus der besagten Familie die Alexander-Coppel-Gesamtschule sowie die Grundschule Böckerhof besuchen, wurden dort umgehend zusätzliche Tests veranlasst.

So mussten sich an der Alexander-Coppel-Gesamtschule bereits weitere 18 Schüler einer sechsten und einer siebten Klasse sowie sechs Lehrer im Krankenhaus Bethanien einer Untersuchung auf das Coronavirus unterziehen, derweil an der Grundschule Böckerhof 21 Kinder einer vierten Klasse und zwei Lehrer betroffen sind. Diese dürfen am heutigen Donnerstag nicht in ihre Schule und müssen sich stattdessen am Nachmittag einem Test unterziehen.

Damit ist klar, dass die Zahl der Infektionen in den kommenden Tagen noch einmal spürbar nach oben gehen können. Auf eine Schließung der in Rede stehenden Schulen wird aber zunächst einmal verzichtet. So hätten beide Schulen in den zurückliegenden Wochen umfangreiche Konzepte entwickelt, die sicherstellten, „dass nur die Kinder der betroffenen Lerngruppen beziehungsweise Klassen untereinander Kontakt“ gehabt hätten, hieß es bei der Stadt.

Das gelte auch für die Pausenzeiten oder für die Zeit vor und nach Schulbeginn sowie für den Offenen Ganztag. „Deswegen war es nicht erforderlich, die Schulen als Ganzes zu schließen“, sagte eine Rathaus-Sprecherin. Denn immerhin, so die Verwaltung, sei nach Bekanntwerden des neuen Infektionsgeschehens möglich gewesen, die Kontakte der Infizierten „gut abzugrenzen“.

Gleichwohl handelt es sich bei den beiden Schulen nicht um die einzigen neuen Corona-Hotspots in der Klingenstadt. So wurde am Mittwoch weiter bekannt, dass auch das Haus Ahorn des Altenheims Bethanien von dem aktuellen Ausbruch betroffen ist. Dort wurde nämlich ein junger Mann, der in der Einrichtung augenblicklich ein Freiwilliges Soziales Jahr ableistet und seinerseits zu der besagten Familie gehört, ebenfalls positiv auf das Virus getestet.

Demzufolge wurden auch in Bethanien die Schutzmaßnahmen erhöht. Die Bewohner und das Personal der entsprechenden Wohneinheit wurden am Mittwoch untersucht. Bis auf Weiteres gelten ein Besuchsverbot, ein Aufnahmestopp und eine Isolation auf den Zimmern. Darüber hinaus befinden sich Mitarbeiter, die einen engen Kontakt zu dem Infizierten hatten, zunächst in Quarantäne. Gleiches gilt für alle Angehörigen der Großfamilie.

„Die neue Entwicklung zeigt uns, dass die Gefahr durch das Coronavirus nicht vorüber ist“, sagte Prof. Dr. Winfried Randerath, Chefarzt des Krankenhauses Bethanien, auf Anfrage unserer Redaktion. Darum gelte es nach wie vor, vorsichtig zu sein und die Hygienemaßnahmen einzuhalten.