Solingen: Bürgerversammlung zur Velo-Route

Bezirksvertretung Gräfrath : Bürgerversammlung zur Velo-Route

Politiker sehen Probleme bei der Radverbindung von Wuppertal nach Hilden. Vorfahrtsregelung wurde ausgiebig diskutiert.

Den Holleweg oder die Dahler Straße kennen die meisten Solinger nur aus dem Stadtplan. Und doch sind beide Straßen auch beliebte Schleichwege. Aber das war nicht das Thema in der jüngsten Sitzung der Gräfrather Bezirksvertretung (BV). Die Verwaltung hat den Zuschlag erhalten, in Solingen eine Velo-Route, eine Radverbindung von Wuppertal durch das Stadtgebiet bis nach Hilden zu errichten. Diese wird unter Einbeziehung der Korkenziehertrasse den Holleweg und den Bereich an der Dahler Straße kreuzen.

In der Sitzung warb die Verwaltung um Zustimmung, den Radfahrern dort die Vorfahrt einzuräumen. Der Autoverkehr soll durch Stop-Schilder abgebremst werden. Das gefiel nicht allen Parteivertretern. Sie beauftragten die Verwaltung, eine Bürgerversammlung zu organisieren. Dabei soll das Konzept der Route vorgestellt werden. Zudem möchten die Stadtteilparlamentarier dabei die Meinung der Anwohner in dem Bereich in Nümmen in Erfahrung bringen.

Wie berichtet, liegt die Velo-Route vor allem auf vorhandenen Radwegen an Hauptverkehrsstraßen. Die Route verläuft von Düsseldorf-Benrath und Hilden kommend in Ohligs zunächst auf der Hildener Straße. Sie führt dann über die Kaspar- und Weyerstraße nach Wald. Dort geht es weiter über Baverter-, Altenhofer-, Friedrich-Ebert- und Holbeinstraße zur Korkenziehertrasse, die in Gräfrath am Roggenkamp auf die Nordbahntrasse (Wuppertal-Vohwinkel) trifft. 1,67 Millionen Euro erhalten die betroffenen Städte vom Bund, 186.000 Euro sollen die Kommunen selbst beisteuern.

In Solingen werden vor allem Schilder aufgestellt, der Umbau von Rampen als erweiterte Zufahrt zur Korkenziehertrasse steht an, und neue Markierungen müssen erstellt werden. Dazu kommt die Umgestaltung von Überwegen des Radweges über Straßen. Die Radfahrer sollen dabei Vorrang vor den Autos erhalten. Genau das wurde in der BV lange diskutiert. Der schmale Übergang am Holleweg und die unübersichtliche Kreuzung im Bereich der Dahler Straße werde eventuell zum Unfallschwerpunkt, war eine Befürchtung fast aller Vertreter.

Eva Nieper (CDU) plädierte daher dafür, den Radfahrern keine Vorfahrt einzuräumen. Für die FDP erklärte Andreas Zelljahn, die Korkenziehertrasse sei eher für Freizeit- und Wanderaktivitäten gedacht, da dürfe man nicht einfach etwas „zusammenschustern“, um die Velo-Route zu ermöglichen. Heide Sousa von den Grünen regte eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Straßen an, um den Vorrang der Radfahrer sicherzustellen. Sonja Häcker von der Verwaltung erklärte, man könne die Pläne guten Gewissens umsetzen. Die Gefahren seien mit Polizei und Verkehrsbehörden diskutiert und als unproblematisch eingestuft worden.

Petra Steinheuer (CDU), die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin, leitete im Vereinshaus des Nümmener Heimatvereins die Sitzung und stellte einen Antrag der SPD zur Abstimmung, eine Bürgerversammlung dazu durchzuführen. Dem stimmten schließlich alle Bezirksvertreter zu.

Dann wird auch sicher wieder Fred Brückner vom Heimatverein das Wort ergreifen. Er gab in der Bezirksvertretung zu bedenken, dass die Korkenziehertrasse von ihrer Breite her schon nicht geeignet für schnelle Radfahrer sei. Diese stünden in direkter Konkurrenz zu den Fußgängern, Joggern und Kindern auf der Trasse. Auch er bemängelte, die zwei geplanten Kreuzungen mit Radlervorrang könnten zu einer Gefahr werden.

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