Solingen-Buchstaben bleiben vorerst am Bahnhof

Bahnhofsvorplatz : Solingen-Schriftzug bleibt vorerst in Ohligs

„Willkommen in Solingen“: Zuletzt wurden die 20 rot lackierten Buchstaben vor dem Hauptbahnhof generalüberholt.

Bahnkunden, die regelmäßig am Hauptbahnhof in Ohligs ein- und aussteigen, hatten den Verlust zuerst bemerkt. Quasi über Nacht waren zuletzt die markanten roten Solingen-Buchstaben verschwunden, die vor einigen Jahren auf dem Bahnhofsvorplatz aufgestellt worden waren und die die Reisenden seitdem mit den Worten „Willkommen in Solingen“ begrüßen.

Doch jetzt kehrt der Schriftzug wieder zurück. Wie eine Sprecherin der Stadt am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, wurden die insgesamt 20 Großbuchstaben in der Jugendhilfewerkstatt an der Brucknerstraße in Wald auf Vordermann gebracht, so dass sie nun zu ihrem angestammten Platz vor dem Haupteingang an der Westseite des Hauptbahnhofs „nach Hause“ kommen können.

Rückkehr zum gewohnten Ort: Am Mittwoch wurden die Willkommens-Buchstaben von den Technischen Betrieben wieder am Bahnhof in Ohligs angeliefert. Foto: Meuter, Peter (pm)

Angestellte der Technischen Betriebe Solingen begannen am Mittwochmorgen damit, die Buchstaben neu zu montieren. Bis zum heutigen Donnerstag sollen die Arbeiten abgeschlossen sein – wobei die Chancen eher groß sind, dass der Schriftzug in der kommenden Zeit kein weiteres Mal auf Reisen gehen wird. Denn laut Stadt sind entsprechende Überlegungen, einen anderen Platz zu finden, bis auf Weiteres zurückgestellt worden.

„Wir sind der Ansicht, dass der Platz am Bahnhof der zurzeit ideale Ort für die Buchstaben ist“, sagte die Rathaus-Sprecherin. Dort kämen erfahrungsgemäß die meisten Menschen in Solingen an, was dazu führe, dass der Solinger Willkommensgruß in Ohligs am besten aufgehoben sei.

Das heißt allerdings nicht, dass dies bis in alle Ewigkeit so bleiben muss. Zwar gebe es augenblicklich keine alternativen Standorte für den weithin sichtbaren Schriftzug. Gleichwohl bliebe abzuwarten, inwieweit sich eines Tages vielleicht doch andere Möglichkeiten ergeben könnten, betonte die Stadtsprecherin.

Tatsächlich waren in der Vergangenheit immer mal wieder Beschwerden von Taxifahrern bekannt geworden, die vor dem Hauptbahnhof einen ihrer Stellplätze haben und auf Kundschaft warten. Die Argumentation der Taxifahrer lautete dabei, die großen Buchstaben würden Reisenden, die aus dem Bahnhofsgebäude auf den Vorplatz treten, den Blick auf die Taxen an der Wilhelmstraße verstellen – mit der Folge, dass den Fahrern gegebenenfalls Fahrten und somit Einnahmen verloren gingen.

Eine Problematik, die ebenso im Blick gehalten werden soll wie ein potenzieller Ausweichstandort für den Schriftzug. Für den Moment jedoch sind die Verantwortlichen erst einmal froh, dass die Buchstaben in neuem Glanz erstrahlen. „Die Buchstaben wurden in der Jugendhilfewerkstatt in einem ersten Schritt zunächst einer gründlichen Reinigung unterzogen“, schilderte die Rathaus-Sprecherin am Mittwoch das Procedere der zurückliegenden Tage.

Womit es indes nicht getan war. Da die großen Buchstaben zu jeder Jahreszeit Wind und Wetter ausgeliefert sind, erhielten die Stahlkonstruktionen in der Jugendhilfewerkstatt des Weiteren eine neue Feuerverzinkung. Und zum Abschluss wurde jeder der 20 Buchstaben darüber hinaus mit einer neuen strahlend-roten Lackschicht überzogen.

Der „Willkommen in Solingen“-Schriftzug war im Jahr 2011 in der Jugendhilfewerkstatt angefertigt worden. Der Auftrag zur Herstellung der mannshohen Buchstaben war vonseiten der Stadt gekommen. Im Jahr 2013 fanden die Buchstaben dann ihre zunächst vorläufige Heimat am Solinger Hauptbahnhof in Ohligs.

Der Entschluss, den Schriftzug von Grund auf zu überholen, war Ende des vergangenen Jahres getroffen worden. Ursprünglich sollten die diesbezüglichen Arbeiten schon um Ostern herum abgeschlossen sein. Die Buchstaben selbst sind nicht im Boden einbetoniert und können deshalb ohne größeren Aufwand auch wieder abmontiert und an anderer Stelle im Stadtgebiet aufgestellt werden.

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