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Solingen: BHC-Projekt "Arena Bergisch Land" geht Grundstück verloren

Verhandlungen um Grundstückskauf : Arena-Projekt des Bergischen HC am Piepersberg gescheitert

Das Gewerbegebiet Piepersberg-West an der Stadtgrenze von Solingen und Wuppertal steht dem Bergischen HC nicht mehr für den Bau einer Mehrzweckarena zur Verfügung. Die Kaufverhandlungen einer Grundstücksfläche ist gescheitert.

Der Traum von einer modernen „Arena Bergisch Land“ im geplanten Gewerbegebiet Piepersberg-West ist geplatzt. Denn wie Handball-Erstligist Bergischer HC am Freitag mitteilte, sind entsprechende Verhandlungen über ein nötiges Grundstück gescheitert. Kurz vor Abschluss einer zum 30. September gesetzten Frist habe der Privateigentümer des in Rede stehenden Areals das von den Städten Solingen und Wuppertal sowie dem Verein unterbreitete Ankaufangebot abgelehnt, hieß es vonseiten des BHC.

„Wir waren auf allen Ebenen am oberen Ende der finanziellen Machbarkeit“, sagte Jörg Föste, Geschäftsführer Sport, im Rahmen eines kurzfristig angesetzten Pressetermins. Vor einem Jahr waren die Verhandlungen mit dem Eigentümer der wesentlichen Grundstücksfläche von 55.000 Quadratmetern im monatlichen Rhythmus aufgenommen worden. Die Unterschrift zum Verkauf hätte den Durchbruch für den Arena-Baus bedeutet, da dann auch der zweite Privateigentümer der Veräußerung seines Grundstücks zugestimmt hätte.

Die gescheiterten Verhandlungen  werfen den Bergischen HC bei dem Projekt weit zurück. Wie weit, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt genauso wenig abschätzen wie die Frage, welche Impulse diese Nachricht auslösen werde, betonte Jörg Föste. „Da der BHC die treibende Kraft bei dem Projekt ist, werden wir zunächst intern erörtern, wie wir weiter vorgehen werden.“ Er und seine Gesellschafter-Kollegen im Verein, Thomas Meyer und Peter Kruft, saßen bereits am Freitagmorgen bei einem ersten Krisengespräch zusammen. „Man benötigt eine zeitgemäße Spielstätte, um dauerhaft in der Ersten Liga zu bleiben“, betont Föste. „Ohne die werden wir es nicht schaffen.“

Die Stadt Solingen reagierte ebenfalls enttäuscht auf die neue Entwicklung. Man habe die Nachricht „mit großem Bedauern zur Kenntnis genommen“, sagte ein Rathaus-Sprecher, der noch einmal an die Vorzüge des Standortes Piepersberg-West erinnerte. So hätten in einer Halle für rund 6000 Zuschauer nicht allein Handballspiele, sondern zudem große Musikveranstaltungen sowie andere Events stattfinden können, für die es bislang in der Region keine geeigneten Örtlichkeiten gebe.

Gleichzeitig sicherten sowohl Oberbürgermeister Tim Kurzbach, als auch Stadtdirektor und Planungsdezernent Hartmut Hoferichter dem BHC ihre weitere Unterstützung zu. Gerade Hoferichter hatte sich in der Vergangenheit stets für die „Arena Bergisch Land“ am Piepersberg stark gemacht. Unter anderem waren von den Stadträten in Solingen und Wuppertal bereits vor zwei Jahren entsprechende Aufstellungsbeschlüsse zur Schaffung von Baurecht für das Projekt des Bergischen HC auf den Weg gebracht worden.

Diese Beschlüsse seien nunmehr hinfällig hieß, gab das Rathaus am Freitag bekannt. Dennoch ist die Stadt nach wie vor von dem Vorhaben zum Bau einer modernen Multifunktions-Arena überzeugt. „Immerhin handelt es sich beim BHC um das sportliche Aushängeschild der gesamten Region“, hieß es aus der Verwaltung.

Eine Einschätzung, die man in der Politik teilt. „Das ist sehr traurig“, sagte beispielsweise der Vorsitzende des Planungsausschusses, Bernd Krebs (CDU), der unterstrich, planungsrechtlich sei alles auf einem guten Weg gewesen. Und auch Ernst Lauterjung (SPD) mochte seine Enttäuschung nicht verhehlen. „Vonseiten der Stadt hat man alles getan, um den Verein zu unterstützen“, betonte Lauterjung in einer ersten Reaktion. Nun gelte es, Alternativen zu suchen, um doch noch zu einer Lösung zu kommen, sagte der Sozialdemokrat, der sich davon überzeugt zeigte, dass die beiden Städte dem Bergischen HC weiter im Rahmen des momentan Möglichen jede erdenkliche Hilfe geben würden. Lauterjung: „Das gilt für Solingen mit der Klingenhalle, wie sicherlich auch für Wuppertal mit der Unihalle“.

Ende 2013 war das Projekt „Arena Bergisch Land“ aktiviert worden. Seit zwei Jahren hatten sich dann sämtliche Planungen auf das 97.000 Quadratmeter große Grundstück Piepersberg-West nahe der Autobahn 46 konzentriert. Der Bund hatte Grünes Licht erteilt, Voruntersuchungen zu Lärmschutz und Verkehrsplanungen lagen vor. Zuschüsse der Landesregierung für „Investitionsmaßnahmen an herausragenden Sportstätten“ standen in enger Abstimmung mit den zuständigen Ministerien ebenfalls bereits zur Disposition.