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Solingen: Berufsberatung per Telefon, Chat und Videotalk

„Tag der Ausbildungschance“ in Solingen : Berufsberatung per Telefon, Chat und Videotalk

Der „Tag der Ausbildungschance“ wurde jetzt erstmals digital angeboten. Die Bergische Industrie- und Handelskammer (IHK) spricht von einem Erfolg. Beraten wurde per Telefon, Chat und Videotalk.

Das Telefon stand nicht still. Entsprechend begeistert und auch dankbar waren die Leiterin des Bereiches Aus- und Weiterbildung und ihre zwei Mitstreiter von der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK), als sie beim „Tag der Ausbildungschance“ rund 30 Jugendliche beraten konnten. Nicht nur über Telefon, sondern auch per Chat und über Videotalk. „Wir hatten ja keine Erfahrung, denn der Tag der Ausbildungschance wurde wegen der Corona-Pandemie erstmals digital angeboten“, sagt Bartl-Zorn im Gespräch mit unserer Redaktion.

Überrascht waren die Mitarbeiter der Bergischen IHK gleichwohl, dass Ausbildungsplatzsuchende verunsichert und auch skeptisch gewesen seien, ob sie noch einen Ausbildungsplatz bekommen können. „Es gibt noch viele unbesetzte Lehrstellen. Ich hoffe, wir konnten unseren Anrufern die Verunsicherung nehmen und haben sie ermuntert, weiter am Ball zu bleiben“, sagt Carmen-Bartl-Zorn.

Insbesondere Christine Köhler, neue IHK-Beraterin im Bereich „Passgenaue Besetzung“, wird mit den Bewerbern nun in regelmäßigem Kontakt bleiben. Sie wird auch alle unterstützen, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind. Ebenso können sich Unternehmen, die noch freie Ausbildungsplätze besetzen wollen, an Christine Köhler wenden.

Allein in der Lehrstellenbörse der IHK stehen rund 500 Ausbildungsplätze, die noch nicht besetzt sind. Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit spricht zwei beziehungsweise drei Monate vor Ausbildungsbeginn im August/September aktuell in der Region noch von 1631 unbesetzten Lehrstellen. Allein in Solingen gibt es noch 319 freie Plätze. Knapp 400 Jugendliche sind in der Klingenstadt derzeit noch auf der Suche nach einer Lehrstelle. „Die Firmen wollen alle ihre gemeldeten Stellen besetzen“, versichert Bartl-Zorn.

Sie hofft zuversichtlich, dass alle noch freien Ausbildungsplätzen besetzt werden können. „Bewerber sollten nicht aufgeben, auch wenn der Auswahlprozess zurzeit etwas länger dauert. Das hängt auch damit zusammen, dass in Unternehmen Mitarbeiter im Homeoffice sind und Abstimmungen etwas mehr Zeit als sonst in Anspruch nehmen“, so die IHK-Mitarbeiterin.

Dabei ist der „Tag der Ausbildungschance“ Jahr für Jahr eigentlich ein „Last-Minute-Vermittlungstag. Doch die Corona-Pandemie hat auch das Ausbildungsgeschäft im Bergischen Städtedreieck gehörig durcheinander gebracht. „Wir hatten in Remscheid, Solingen und im Wuppertaler IHK-Gebäude im Januar, Februar und kurz vor Ausbruch der Pandemie im März zwar noch unsere Bewerber-Datings veranstalten können“, sagt Carmen Bartl-Zorn. Aber seit Mitte März herrschte dann Stillstand.

Dabei war der Zeitpunkt für die Bewerber-Datings in den drei Bergischen Großstädten bewusst gewählt worden, weil die potenziellen Lehrstellenbewerber damals ihre Halbjahreszeugnisse in den Händen hielten und damit und einer entsprechenden Bewerbung direkten Kontakt zu den Ausbildungsbetrieben aufnehmen konnten.

in Solingen waren Mitte Februar mehr als 40 Unternehmen mit ihrem Lehrstellenangebot ins IHK-Gebäude an der Kölner Straße gekommen, um mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen und weiteren Termin, beispielsweise für ein Tagespraktikum, zu vereinbaren.

„Jetzt haben wir uns für das digitale Angebot beim Tag der Ausbildungschance entschieden, weil wir wissen, die Bewerberinnen und Bewerber brauchen Unterstützung beziehungsweise Begleitung in Ausbildung.“