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Solingen auf dem Weg zur Müllabfuhr 2.0

Technische Betriebe Solingen setzen auf Elektromobilität : Auf dem Weg zur Müllabfuhr 2.0

Bis Mitte 2020 ersetzen die TBS kleinere Fahrzeuge duch Autos mit Elektromotor. Die Müllwagen könnten ab 2023 folgen.

Rein äußerlich besaßen die drei Fahrzeuge, die am Mittwochnachmittag vor dem Verwaltungsgebäude der Technischen Betriebe Solingen (TBS) abgestellt worden waren, zunächst einmal nichts, was sie von vergleichbaren Autos unterschieden hätte. Doch in Sachen E-Mobilität kommt es bekanntlich ja ohnehin eher auf innere Werte an – weswegen der kleine Fuhrpark auf dem TBS-Parkplatz an der Dültgenstaler Straße sehr wohl richtungsweisend gewesen sein könnte.

Der Hintergrund: Sowohl der ­Citroën, als auch der Renault sowie der Kleintransporter der französischen Marke Goupil gehören zu der ersten Generation von städtischen Fahrzeugen, die fortan emissionsfrei unterwegs sein sollen – und die die augenblicklich im Einsatz befindlichen Benziner und Diesel-Autos in den kommenden Jahren sukzessive von den Straßen verdrängen könnten. Denn wie der Betriebsleiter der TBS, Martin Wegner, noch einmal beteuerte, ist es das Ziel, bis zum Jahr 2030 sämtliche Fahrzeuge auf elektrische beziehungsweise andere moderne Antriebe umzustellen.

„Das gilt auch für die großen Müllwagen“, sagte Wegner bei der Vorstellung der neuen Strategie der Technischen Betriebe. So ist vorgesehen, bis Mitte 2020 zunächst 65 kleinere Fahrzeuge auszutauschen. Dafür stehen unter anderem knapp 1,6 Millionen Euro an Fördergeldern aus dem Bundesverkehrsministerium bereit – wobei diese Startphase lediglich den ersten Schritt hin zur Müllabfuhr 2.0 darstellt.

Ab dem Jahr 2023 sollen nämlich zudem die größeren Fahrzeuge der Technischen Betriebe ersetzt werden, derweil parallel zur Umrüstung der Fahrzeugflotte die Zahl der Ladestationen erhöht werden muss. Wozu ebenfalls die Mittel aus dem Sofortprogramm „Saubere Luft 2017 bis 2020“ beitragen werden, die gleichwohl nicht reichen dürften, um die gesamte Investition zu stemmen.

Stadtdirektor Hartmut Hoferichter (l.), TBS-Leiter Martin Wegner und Fuhrpark-Managerin Heidi Baltes mit den Autos der neuen Generation. Foto: Zelger, Thomas

Vielmehr werden mit den zur Verfügung stehenden Mitteln aus Berlin von genau 1.575.308 Euro, die in der vergangenen Woche bewilligt wurden, nur rund 75 Prozent der Investitionsmehrkosten gegenüber der Wiederbeschaffung eines Fahrzeugs mit konventionellem Antrieb abgedeckt. Was die Verantwortlichen bei den Technischen Betrieben aber trotzdem nicht an der wirtschaftlichen Sinnhaftigkeit ihrer Strategie zweifeln lässt. „Denn schließlich fallen bei E-Fahrzeugen später zum Beispiel geringere Wartungskosten an“, sagte die Leiterin des Fuhrparkmanagements, Heidi Baltes.

Parallel betonte Stadtdirektor Hartmut Hoferichter, schon in Kürze ein umfassendes „integriertes kommunales Elektromobilitätskonzept der Stadt Solingen“ vorstellen zu wollen. Darin nimmt unter anderem die Umstellung der TBS-Fahrzeuge auf Batteriebetrieb einen wichtigen Platz ein – obgleich die Stadt nicht ausschließlich auf Elektrofahrzeuge setzt.

Denn gerade bei den größeren Fahrzeugen könnten in Zukunft Hybrid-Modelle mit Batterie und Wasserstoffantrieb das Mittel der Wahl sein. „Tatsächlich bleibt aber zunächst abzuwarten, welche Fahrzeuge dann überhaupt angeboten werden“, stellte Stadtdirektor Hoferichter klar, der ferner nicht ausschließen wollte, dass auch die Technik bei Batterie-Oberleitungsbussen (BOB) eines Tages noch in Gänze neue Optionen aufzeigen könnte. Zwar bleibe abzuwarten, inwieweit zum Beispiel Müllfahrzeuge über Oberleitungen geladen würden. Allerdings zeige sich schon heute, dass viele Kommunen, die selbst kein Obus-System hätten, Interesse an der Solinger BOB-Technik signalisierten.